Ortstermin
„Pinneberg, Endstation der S-Bahn, bitte alle aussteigen, Anschluss an die Regionalbahn über Elmshorn nach Itzehoe an Gleis 4.“
Der Bahnhof Pinneberg, mit dem ältesten Bahnhofsgebäude Schleswig-Holsteins
→ Ein Ortstermin im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Pinneberg wurde am 18. September 1844 eröffnet, und sein Empfangsgebäude aus den 1840er-Jahren gilt als ältestes erhaltenes Bahnhofsgebäude Schleswig-Holsteins. Seit 1967 endet hier die Hamburger S-Bahn, und seit 2018 wird der Bahnhof für rund 15 Millionen Euro umgebaut.
Pinneberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Kreises in Holstein und liegt in der Metropolregion Hamburg, etwa 18 Kilometer nordwestlich der Hamburger Innenstadt.
Ihr Bahnhof an der Strecke von Hamburg nach Kiel ist einer der ältesten des Landes und zugleich ein Endpunkt der Hamburger S-Bahn.
Wer hier aussteigt, steht vor einem Empfangsgebäude, das als ältestes noch bestehendes Bahnhofsgebäude in ganz Schleswig-Holstein gilt.

An der ersten dänischen Eisenbahn
Der Bahnhof Pinneberg wurde am 18. September 1844 mit der Bahnstrecke von Altona nach Kiel eröffnet und gehört damit zu den ältesten Bahnhöfen Schleswig-Holsteins.
Gebaut hatte die Strecke die Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft, und in der Stadtgeschichte wird sie als erste dänische Eisenbahn bezeichnet, eröffnet am Geburtstag des dänischen Königs Christian VIII.
Pinneberg ist bis heute der erste Halt der Fernbahnstrecke hinter Hamburg, und die Strecke gehört zu den sehr stark befahrenen Linien im Norden.
Kurios ist der Verlauf der Gleise, denn sie führen seit 1844 genau über die Stelle, an der einst die mittelalterliche Burg von Pinneberg auf einer Insel in einer Schleife der Pinnau stand.

Das älteste Bahnhofsgebäude im Land
Das Empfangsgebäude stammt aus den 1840er-Jahren und gilt als ältestes noch bestehendes Bahnhofsgebäude in Schleswig-Holstein.
Es steht unter Denkmalschutz und ist für die Stadt besonders wertvoll, weil in Pinneberg nur noch wenige historische Gebäude erhalten sind.
Lange galt das Haus als marode, deshalb soll es saniert und in ein neu gestaltetes Umfeld rund um den Bahnhof eingebunden werden.
Im zweiten Bauabschnitt des großen Umbaus sollen darin Wartebereiche, Toiletten und weitere Serviceeinrichtungen für die Reisenden entstehen.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Pinneberg liegt an der Strecke Hamburg-Altona–Kiel und wurde am 18. September 1844 eröffnet. Seit 1967 ist er Endpunkt der Hamburger S-Bahn.
Rund 19.000 Menschen nutzen den Bahnhof täglich. Der neue Zentrale Omnibusbahnhof nordwestlich des historischen Empfangsgebäudes ist seit Oktober 2019 in Betrieb.
Endstation der S-Bahn seit 1967
Bis 1967 wurde die Hamburger S-Bahn auf neuen eigenen Gleisen von Elbgaustraße bis Pinneberg verlängert, und seitdem ist der Bahnhof ihr Endpunkt im Nordwesten.
Die Gleise 1 und 2 enden stumpf südlich des Empfangsgebäudes und gehören der S-Bahn, die hier als Linie S3 in Richtung Neugraben startet.
Am Endpunkt liegen die S-Bahn-Gleise zwischen einem Seitenbahnsteig und einem Mittelbahnsteig, dessen andere Kante von den Zügen des Regionalverkehrs genutzt wird.
Eine zweite S-Bahn-Station liegt im Ortsteil Thesdorf, was gut zu einer Stadt passt, die als Pendlerstadt eng nach Hamburg hin orientiert ist.

Fünf Bahnsteiggleise und ein Durchfahrtsgleis
Insgesamt stehen fünf Bahnsteiggleise zur Verfügung, dazu kommt ein sechstes Gleis, auf dem Züge ohne Halt durchfahren.
Am Inselbahnsteig hält auf Gleis 4 die Regionalbahn über Elmshorn nach Itzehoe, während Gleis 5 den Zügen nach Hamburg-Altona und zum Hamburger Hauptbahnhof dient.
Die Güteranlagen lagen früher im Nordwesten des Bahnhofs, doch ihre Gleise sind bis auf ein Abstellgleis verschwunden.
Mit rund 19.000 Menschen am Tag gehört Pinneberg zu den meistfrequentierten Bahnhöfen in Schleswig-Holstein.

Ein Umbau für rund 15 Millionen Euro
Am 3. September 2018 begann ein Umbau des Bahnhofs, für den rund 15 Millionen Euro veranschlagt wurden und der ihn vor allem barrierefrei machen soll.
Die Bahnsteigkanten an den Gleisen 3, 4 und 5 sollten dafür auf eine Höhe von 76 Zentimetern angepasst werden, damit Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen leichter ein- und aussteigen können.
Der Bahnsteig der Gleise 4 und 5 sollte ein neues, 132 Meter langes Dach bekommen, und auch das Dach am Bahnsteig der Gleise 2 und 3 stand zur Sanierung an.
Ein neuer Fußgängertunnel mit Aufzügen soll Nord- und Südseite verbinden, sodass Fahrgäste zur Nordbahn nicht mehr über den S-Bahn-Bahnsteig gehen müssen.

Neuer Busbahnhof und neuer Vorplatz
Schon im Oktober 2019 ging nordwestlich des historischen Empfangsgebäudes der neue Zentrale Omnibusbahnhof in Betrieb.
Mit dem Umzug der Busse entsteht vor dem Bahnhof ein neuer Vorplatz, und auf der Nordseite ist bereits ein Park-and-Ride-Platz fertig.
Neu hinzukommen sollen ein Pavillon mit einem DB-Reisezentrum, ein Fahrradparkhaus und ein Supermarkt auf der Nordseite des Bahnhofs.
Nach den ursprünglichen Plänen sollten alle Arbeiten im Jahr 2026 abgeschlossen sein, mehr als 180 Jahre nach der Eröffnung des Bahnhofs.

Eine Burg an der Pinnau
Die Stadt liegt dort, wo die Mühlenau in die Pinnau mündet, die über die Unterelbe zur Nordsee fließt.
Um das Jahr 1200 entstand hier eine erste Burg, die der Schauenburger Graf Adolf VIII. im Jahr 1370 eroberte, und der Ort selbst wird 1351 erstmals urkundlich erwähnt.
Von 1290 bis 1640 war Pinneberg Residenz der Grafschaft Holstein-Pinneberg, auch wenn die Grafen meist auf Schloss Bückeburg in ihrer Grafschaft Schaumburg wohnten.
Im Jahr 1472 ersetzte ein Renaissanceschloss einige hundert Meter südöstlich die alte Burg, doch nach dem Aussterben der Grafen 1640 verlor es seine Funktion.

Spät zur Stadt geworden
Ab 1640 saß in Pinneberg der dänische Landdrost, und seit 1866 war der Ort Sitz des preußischen Landrats.
Trotzdem erhielt Pinneberg erst 1826 das Fleckensprivileg und im Jahr 1875 schließlich die Stadtrechte.
Heute ist Pinneberg die Kreisstadt des gleichnamigen Kreises, auch wenn die Kreisverwaltung inzwischen ihren Sitz in Elmshorn hat.
Durch die Nähe zu Hamburg gilt Pinneberg eher als Pendlerstadt, überregional bekannt ist aber das Jazzfestival SummerJazz, das jedes Jahr am zweiten Wochenende im August stattfindet.

Ankommen in Pinneberg
Vom Bahnhof geht es ins Zentrum zur Dingstätte, wo die barocke Drostei als bedeutendstes Baudenkmal der Stadt steht.
Der Landdrost Hans von Ahlefeldt ließ sie von 1765 bis 1767 errichten, und seit 1991 dient sie als Kreiskulturzentrum, an das sich im Süden der Drosteipark anschließt.
Gleich an der Dingstätte zeigt das Stadtmuseum im ehemaligen Amtsrichterhaus aus dem Jahr 1855 die Geschichte der Stadt.
Ein weiteres Wahrzeichen ist der Wasserturm am Peiner Weg aus dem Jahr 1912, der bis 1956 die Stadt mit Wasser versorgte.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Pinneberg eröffnet?
Warum ist das Empfangsgebäude besonders?
Seit wann fährt die S-Bahn nach Pinneberg?
Welche Regionalzüge halten in Pinneberg?
Was ist von der alten Burg Pinneberg geblieben?
Weiterfahrt
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