Ortstermin
„Oldenburg in Holstein, zurzeit kein Zugverkehr, Ersatz durch den Expressbus zwischen Lübeck und Puttgarden.“
Der Bahnhof Oldenburg in Holstein, ein Halt im Wartestand an der Vogelfluglinie
→ Ein Ortstermin in Ostholstein.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Oldenburg in Holstein wurde am 30. September 1881 eröffnet und lag seit 1963 an der Vogelfluglinie zwischen Hamburg und Kopenhagen. Seit dem 31. August 2022 ruht der Zugverkehr, und für die Zeit nach dem Ausbau ist ein neuer Halt außerhalb der Stadt geplant.
Oldenburg in Holstein liegt im Kreis Ostholstein auf der Halbinsel Wagrien, zwischen der Hohwachter Bucht und der Lübecker Bucht und knapp 50 Kilometer nördlich von Lübeck.
Die Stadt geht auf eine slawische Burg zurück und war im Mittelalter sogar Sitz eines Bischofs, bevor dieser nach Lübeck umzog.
Ihr Bahnhof an der Vogelfluglinie sah einst EuroCity- und ICE-Züge, doch seit 2022 wartet er auf die neue Zeit mit der Fehmarnbeltquerung.

Der erste Zug kam aus Neustadt
Am 30. September 1881 eröffnete die Kreis Oldenburger Eisenbahn die 23 Kilometer lange Strecke von Neustadt in Holstein nach Oldenburg.
Die Hälfte des Kapitals hatte der Kreis Oldenburg gezeichnet, die andere Hälfte übernahmen der preußische Staat und die Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft.
Dieses Stück war der erste Abschnitt der späteren Bahnstrecke von Lübeck nach Puttgarden, die über Lensahn, Oldenburg und Großenbrode bis nach Fehmarn führt.
Ihren Bahnhof erhielt die Stadt damit schon Jahrzehnte, bevor es eine direkte Schienenverbindung nach Lübeck gab.

Weiter nach Heiligenhafen
Am 17. Januar 1898 verlängerte die Gesellschaft ihre Strecke um 20 Kilometer über Lütjenbrode bis nach Heiligenhafen.
Wer nach Lübeck wollte, musste lange in Eutin umsteigen, denn Neustadt war nur über die seit 1866 bestehende Strecke nach Eutin mit der Hansestadt verbunden.
Erst am 1. Juni 1928 stellte die Deutsche Reichsbahn die direkte Verbindung zwischen Lübeck und Neustadt her, und damit rückte auch Oldenburg näher an Lübeck heran.
Diese Strecke folgt über Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug und Sierksdorf der Ostseeküste, bevor sie Neustadt erreicht.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Oldenburg (Holst) wurde am 30. September 1881 eröffnet und war zwischen 2007 und 2017 ICE-Halt. Seit dem 31. August 2022 ist der Bahnverkehr eingestellt, ein Expressbus ersetzt die Züge zwischen Lübeck und Puttgarden.
Mit der Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung soll die Strecke aus der Stadt in das Oldenburger Bruch verlegt werden. Der neue Halt soll rund 1,5 Kilometer außerhalb des Zentrums entstehen.
Plötzlich an einer internationalen Strecke
Im Jahr 1963 eröffneten der dänische König Frederik IX. und Bundespräsident Heinrich Lübke die Vogelfluglinie, die direkte Verbindung zwischen den Großräumen Hamburg und Kopenhagen.
Sie führt über die Inseln Fehmarn, Lolland, Falster und Seeland, und zwischen Puttgarden und Rødby wurden die Züge auf Fähren verladen.
Damit lag der Bahnhof Oldenburg auf einmal an einer Hauptverkehrsachse, auf der internationale Fernzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen unterwegs waren.
Bis Ende 2019 hielten hier die EuroCity-Züge aus Richtung Hamburg nach Kopenhagen, dann wurde die Eisenbahnfähre zwischen Puttgarden und Rødby eingestellt.

ICE-Halt auf Zeit
Zwischen 2007 und 2017 war Oldenburg in Holstein sogar ein Halt für ICE-Züge.
Im Jahr 2020 bediente nur noch ein saisonaler Intercity nach Fehmarn-Burg den Bahnhof.
Im Regionalverkehr fuhr die Linie RB 85 alle zwei Stunden zwischen Puttgarden und Lübeck.
Für die Region war die Bahn besonders im Sommer wichtig, denn Ostholstein hat eine besondere Bedeutung für den Tourismus.

Militärfahrzeuge an der Rampe
Nördlich der Stadt liegt der Truppenübungsplatz Putlos der Bundeswehr mit der Wagrien-Kaserne.
Für Übungen wurde der Bahnhof deshalb regelmäßig zum Be- und Entladen von Militärfahrzeugen genutzt.
Dafür gibt es eine Gleisanbindung an eine Kopf- und Seitenrampe, an der Fahrzeuge von den Güterwagen herunter- und hinauffahren können.
Nach dem Ausbau der Strecke soll dieser Militärverkehr an einem künftigen Betriebsbahnhof in Sipsdorf/Lensahn abgewickelt werden.

Seit 2022 im Wartestand
Im Vorgriff auf die Bauarbeiten für die Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung wurde der gesamte Zugbetrieb zwischen Neustadt und Puttgarden auf Busse umgestellt.
Seit dem 31. August 2022 fahren in Oldenburg keine Züge mehr, und als Ersatz verkehrt ein Expressbus zwischen Lübeck und Puttgarden.
Die Strecke nördlich von Neustadt dient seitdem als Baugleis, offiziell stillgelegt sind Bahnhof und Strecke aber noch nicht.
Ein Stilllegungsverfahren ist frühestens für 2029 geplant, und mit dem Bau der neuen Strecke soll der alte Bahnhof in der Stadt aufgegeben werden.

Ein neuer Halt im Oldenburger Bruch
Im Zuge der Festen Fehmarnbeltquerung soll die Schienenanbindung im Hinterland zweigleisig und elektrifiziert ausgebaut werden.
Die Bahnlinie soll dabei aus der Stadt heraus in das Oldenburger Bruch verlegt werden, wo rund 1,5 Kilometer außerhalb des Zentrums ein neuer Halt entstehen soll.
Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung soll er zwischen Oldenburg und Göhl an der Landesstraße 59 liegen und dem Nah- und Fernverkehr dienen.
Wie viele Fernzüge dort halten werden, ist offen, denn die Deutsche Bahn will Hamburg und Kopenhagen künftig in zweieinhalb Stunden verbinden, und der Standort ist umstritten.

Starigard, die alte Burg
Oldenburg war früher Hafen und Hauptort der slawischen Wagrier, und aus ihrem westlichsten Fürstensitz Starigard, was Alte Burg bedeutet, wurde der Name Aldinborg und später Oldenburg.
Spätestens 972 entstand hier ein Bistum, das zum Erzbistum Hamburg gehörte, bis der Bischofssitz um 1160 nach Lübeck verlegt wurde.
Im Jahr 1233 verlieh Graf Adolf IV. Oldenburg die Stadtrechte.
Südlich der Stadt liegt der Oldenburger Graben, der in der Jungsteinzeit eine Förde mit vielen Inseln war und um 2900 vor Christus von der Ostsee abgeschnitten wurde.

Ankommen in Oldenburg in Holstein
Mitten in der Stadt liegt der Oldenburger Wall, der Rest einer slawischen und später holsteinischen Befestigung, der zu den bedeutendsten archäologischen Denkmälern Schleswig-Holsteins zählt.
Das Wall-Museum mit seiner großen Freilichtanlage und seinen Ausstellungsräumen erzählt dort von der Vergangenheit der Stadt.
Die St.-Johannis-Kirche, erbaut zwischen 1156 und 1160, gilt als erster größerer Backsteinkirchenbau Nordeuropas.
Jedes Jahr um den Johannistag feiert die St. Johannis Toten- und Schützengilde von 1192, die als älteste Schützengilde Deutschlands gilt, ihr Gildefest.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Oldenburg in Holstein eröffnet?
Fahren heute Züge nach Oldenburg in Holstein?
Hielten in Oldenburg wirklich ICE-Züge?
Wo soll der neue Bahnhalt entstehen?
Was ist der Oldenburger Wall?
Weiterfahrt
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→ Ortstermin: Der Bahnhof Lübeck – die Hafenstadt an der Ostsee, einst Endpunkt der Bahn aus Oldenburg
