Ortstermin
„Nächster Halt Murnau, hier Umstieg in die Ammergaubahn nach Oberammergau.“
Der Bahnhof Murnau, wo die Ammergaubahn ins Blaue Land abzweigt
→ Ein Ortstermin im Blauen Land.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Murnau wurde am 15. Juni 1879 eröffnet und ist heute ein Trennungsbahnhof, an dem die Ammergaubahn nach Oberammergau abzweigt. Täglich fahren ihn rund 75 Züge an, und 2013 erhielt er den Sonderpreis Tourismus der Allianz pro Schiene.
Murnau am Staffelsee ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der ab dem 12. Jahrhundert um die Burg Murnau entstand.
Im Westen grenzt der Staffelsee direkt an den Ort, und im Süden beginnt mit dem Murnauer Moos das größte geschlossene Moorgebiet Mitteleuropas.
Murnau gehört zur Tourismusregion Das Blaue Land, und sein Bahnhof liegt rund einen Kilometer nordwestlich der Ortsmitte und etwa 500 Meter vom Staffelsee entfernt.

Die letzte Vizinalbahn Bayerns
Der Bahnhof Murnau wurde am 15. Juni 1879 eröffnet, als die Vizinalbahn aus Weilheim als letzte Bahn dieser Art in Bayern in Betrieb ging.
Damals hatte der Bahnhof drei Durchgangsgleise, die sich vor einer Drehscheibe vereinigten, und westlich der Gleise stand ein Lokschuppen.
1889 nahm die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft die Lokalbahn nach Garmisch-Partenkirchen in Betrieb, und aus dem Endbahnhof wurde ein Durchgangsbahnhof.
Seitdem führt die Strecke von München über Weilheim und Murnau weiter bis Garmisch-Partenkirchen.

Die Ammergaubahn fährt mit Wechselstrom
Für eine elektrisch betriebene Bahn nach Oberammergau erteilte Prinzregent Luitpold dem Unternehmen Kummer & Co. die Konzession, und bis 1900 entstanden die Strecke und das Wasserkraftwerk Kammerl.
Am 13. Januar 1900 befuhr der erste Probezug die Strecke, doch nach dem Konkurs des Betreibers übernahm die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft im November 1903 Bahn und Kraftwerk.
Im Januar 1905 begann der elektrische Planbetrieb, und die Ammergaubahn wurde als erste Bahnstrecke Deutschlands mit Einphasenwechselstrom niedriger Frequenz betrieben.
Die Hauptstrecke durch Murnau wurde dagegen erst in den Jahren 1924 und 1925 elektrifiziert.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Murnau wurde am 15. Juni 1879 eröffnet und hat vier Bahnsteiggleise. Hier zweigt die Ammergaubahn nach Oberammergau von der Strecke München–Garmisch-Partenkirchen ab.
Vor dem Bahnhof steht die Denkmallok E 69 04 Johanna. 2013 erhielt der Bahnhof den Sonderpreis Tourismus im Wettbewerb Bahnhof des Jahres.
Ein eigener Lokalbahnhof
Ende der 1890er Jahre baute die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft wenige Meter neben dem Staatsbahnhof einen eigenen Bahnhof für die Ammergaubahn mit zwei Gleisen an einem Mittelbahnsteig.
Dazu kam ein Betriebswerk für die elektrischen Fahrzeuge der Ammergaubahn, denn die Hauptstrecke war damals noch nicht elektrifiziert.
1954 wurde die Ammergaubahn auf das übliche Stromsystem umgestellt, sodass im ganzen Bahnhof dasselbe Stromsystem verwendet wurde.
Seit dem 3. Mai 1960 fahren die Züge der Ammergaubahn in den Staatsbahnhof ein, und der alte Lokalbahnhof wurde für Fahrgäste geschlossen.

Olympia, Unterführung und Stellwerke
Zwischen 1927 und 1930 wurde die bis heute bestehende Unterführung gebaut, die Bahnsteigkanten wurden befestigt, und der Bahnhof erhielt zwei Wärterstellwerke und eine Fahrdienstleiterbefehlsstelle.
Zu den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurde die Strecke zwischen Huglfing und Hechendorf zweigleisig ausgebaut, und Murnau bekam zusätzliche Nebengleise.
Das zweite Gleis zwischen Murnau und Huglfing wurde während des Zweiten Weltkriegs allerdings wieder abgebaut.
Zum 1. Januar 1954 wurde das Bahnbetriebswerk Murnau aufgelöst und dem Betriebswerk in Garmisch-Partenkirchen als Außenstelle angegliedert.

Ein frühes elektronisches Stellwerk
1979 erhielt Murnau mit der Einführung von Intercity-Verbindungen Anschluss an das Fernverkehrsnetz.
Am 13. Dezember 1985 übergab Siemens hier eines der ersten elektronischen Stellwerke der Deutschen Bundesbahn, das 1988 den eigenständigen Betrieb aufnahm.
2008 wurde es durch eine Außenstelle des elektronischen Stellwerks Garmisch-Partenkirchen ersetzt.
Von 1949 bis in die frühen 1980er Jahre war die Bahnhofsgaststätte eines schnitzenden Wirts ein beliebter Treffpunkt, auch für Eisenbahnfreunde, die die Loks der Baureihe E 69 auf der Ammergaubahn erleben wollten.

Umbau zum Bürgerbahnhof
Ab 2008 wurde der Bahnhof zum bisher letzten Mal umgestaltet, nicht mehr benötigte Gleise wurden abgebaut und Bahnsteige und Unterführung barrierefrei gemacht.
Dieser Ausbau gehörte zur Modernisierung der Strecke für die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen, und auf dem Platz der alten Güterhalle entstanden ein Park-and-Ride-Parkplatz und eine Bushaltestelle.
Im Jahr 2012 wurde der Bahnhof nach dem Vorbild des Landsberger Bahnhofs zu einem Bürgerbahnhof umgebaut und das Empfangsgebäude komplett modernisiert.
Dafür erhielt Murnau im August 2013 im Wettbewerb Bahnhof des Jahres der Allianz pro Schiene den Sonderpreis Tourismus.

Vier Gleise und die Johanna
Der Bahnhof hat vier Bahnsteiggleise, Gleis 1 am Hausbahnsteig, die Gleise 2 und 3 an einem Mittelbahnsteig und Gleis 4 als Stumpfgleis am südlichen Ende des Hausbahnsteigs.
Er ist komplett barrierefrei, hat eine dynamische Fahrgastinformation und im Empfangsgebäude einen Kiosk, Toiletten und ein Reisezentrum der Deutschen Bahn.
Vor dem Bahnhof steht die Elektrolok E 69 04 mit dem Namen Johanna als Denkmallok, daneben ein altes Formsignal.
Lok und Signal sind in die Denkmalliste eingetragen.

Nach Garmisch, Innsbruck und Oberammergau
Täglich fahren rund 75 Züge den Bahnhof an, und etwa 3000 Reisende und Besucher nutzen ihn jeden Tag.
Hier treffen sich die Kursbuchstrecke von München über Weilheim, Murnau und Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald und Innsbruck und die Strecke über Bad Kohlgrub nach Oberammergau.
Die Hauptstrecke ist eingleisig und elektrifiziert, zwischen Murnau und Hechendorf aber zweigleisig, und am Wochenende fahren hier auch Intercity-Express-Züge.
Südlich des Bahnhofs überquert die Ammergaubahn die Hauptstrecke auf einem Überwerfungsbauwerk, und direkt an dieser Brücke liegt der Haltepunkt Murnau Ort.

Ankommen in Murnau
Die Ortsmitte bilden der denkmalgeschützte Obermarkt und Untermarkt mit der Mariensäule.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde von 1717 bis 1734 neu erbaut und hat ein Kuppelgemälde von Waldemar Kolmsperger dem Älteren.
Im Schloss Murnau zeigt das Schlossmuseum seine Sammlungen, und das Münter-Haus wird im Ort auch Russenhaus genannt.
Das König-Ludwig-II.-Denkmal wurde 1894 enthüllt und war das erste Denkmal für Ludwig II. in Bayern, und am Rand des Murnauer Mooses steht das Ramsachkircherl Sankt Georg.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Murnau eröffnet?
Wohin fährt die Ammergaubahn?
Was ist das Besondere an der Ammergaubahn?
Welche Auszeichnung hat der Bahnhof bekommen?
Wie weit ist es vom Bahnhof zum Staffelsee?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Bahnhof Garmisch-Partenkirchen – der Olympiaort von 1936, weiter südlich an derselben Strecke
→ Ortstermin: München Hauptbahnhof – die Landeshauptstadt am anderen Ende der Strecke
