Ortstermin
„Nächster Halt Königstein in der Sächsischen Schweiz, Ausstieg zur Festung Königstein.“
Der Bahnhof Königstein, im Elbtal unter einer der größten Bergfestungen Europas
→ Ein Ortstermin in der Sächsischen Schweiz.
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Kurz gesagt
Am 9. Mai 1850 erreichten die ersten Züge der Elbtalbahn Königstein, heute hält hier die S-Bahn Dresden. Über der Stadt liegt die Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas.
Königstein ist eine kleine Stadt im Südosten Sachsens an der Elbe, rund 31 Kilometer von der Landeshauptstadt Dresden entfernt.
Ihren Namen hat sie von einer Burg der böhmischen Könige, die 1241 als Stein des Königs erwähnt wurde und von der aus das Elbtal oberhalb von Pirna kontrolliert wurde.
Wer mit dem Zug durch das Elbtal fährt, sieht hoch über der Stadt die Mauern der Festung Königstein auf ihrem Tafelberg.

Im Mai 1850 kam die Bahn
Die Bahnstrecke von Dresden durch das Elbtal nach Bodenbach in Böhmen wurde in mehreren Etappen gebaut.
Am 31. Juli 1848 wurde der erste Abschnitt zwischen Pirna und Dresden mit einem Festzug eröffnet.
Am 9. Mai 1850 erreichten die Züge erstmals Königstein, und am 9. Juni 1850 ging es weiter bis Krippen.
Die gesamte Strecke bis Bodenbach wurde am 6. April 1851 erstmals befahren, und den Betrieb führte die Königliche Direktion der Sächsisch-Böhmischen Staatseisenbahn für den sächsischen Staat.

Eng zwischen Fels und Fluss
Die Strecke folgt der Elbe über Bad Schandau und Pirna nach Dresden und liegt an der tschechisch-deutschen Grenze nur rund 130 Meter über dem Meer.
Beim Bau wurde die Trasse so geplant, dass sie über dem Pegel des bis dahin höchsten Hochwassers vom März 1845 lag.
In Königstein lag der Bahnhof so beengt nahe der Stadt, dass er sich nicht um Anlagen für den Güterverkehr erweitern ließ.
Deshalb richtete die Bahn im Jahr 1875 östlich der Stadt einen eigenen Güterbahnhof ein.

Gut zu wissen
Züge erreichten Königstein erstmals am 9. Mai 1850. Heute hält hier die S1 der S-Bahn Dresden auf der Strecke durch das Elbtal.
Von 1901 bis 1904 fuhr von Königstein ins Bielatal einer der ersten Oberleitungsbusse der Welt. Die Festung Königstein ist seit 1955 dauerhaft ein Museum.
Ein Obus ins Bielatal
Der Ingenieur Max Schiemann, der früher bei Siemens gearbeitet hatte, eröffnete 1897 in Dresden ein Büro und suchte eine Strecke in der Nähe, um seine gleislose elektrische Bahn zu erproben.
Er fand sie im Bielatal, wo er regen Personen- und Güterverkehr erwartete und wo im Ortsteil Hütten eine bedeutende Papierfabrik stand.
Am 13. Januar 1901 wurde in Königstein der erste Oberleitungs-Omnibus vorgeführt, und noch im selben Jahr ging die Gleislose Bielathal-Motorbahn in Betrieb.
Die zeitweise 4,4 Kilometer lange Strecke verband Königstein mit Hütten bis zum Kurbad Königsbrunn und gilt als einer der ersten Oberleitungsbusse der Welt.

Kurzes Glück an der Ladestraße
Von 1902 bis 1904 hatte die Bielatalbahn ihren Endpunkt an der Ladestraße des Königsteiner Güterbahnhofs.
Über sie wurde vor allem der Güterverkehr für die Königsteiner Papierfabrik abgewickelt.
Doch schon 1904 wurde der Betrieb eingestellt, und die Anlage wurde nach Wurzen verlegt.
Die Ladestraße diente noch bis Ende der 1990er Jahre dem Umschlag von Rohholz und dem Abstellen leerer Reisezüge, und bis dahin wurde auch der Anschluss des Sägewerks Hille bei Bedarf bedient.

Stellwerk und Lärmschutz
Mit einem neuen elektronischen Stellwerk wurden 2008 sämtliche Nebengleise in Königstein abgebaut.
2012 wurde der Güterbahnhof als Betriebsstelle ganz aufgegeben, als das elektronische Stellwerk Rathen erweitert wurde.
Der Bahnlärm erreicht nahe der Strecke Spitzenwerte bis zu 88 Dezibel im Tagesmittel, deshalb wurden im Frühjahr 2011 unter anderem bei Wehlen, Rathen und Königstein Schienenstegdämpfer eingebaut.
Seit 2004 wurden entlang der Strecke außerdem mehr als 5600 Lärmschutzfenster an 1800 Häusern und Wohnungen eingebaut.

Mit der S-Bahn ins Elbsandsteingebirge
Heute hält in Königstein die Linie S1 der S-Bahn Dresden, die dem Elbtal folgt.
Vom Reißigerplatz, etwa fünf Fußminuten vom Bahnhof entfernt, fahren Busse nach Hinterhermsdorf über Bad Schandau, nach Kurort Gohrisch, nach Pirna über Struppen und nach Rosenthal-Bielatal.
So kommt man vom Zug aus auch in das Bielatal, durch das einst Schiemanns Obus fuhr.
Auf dem rechten Elbufer gehören die Ortsteile Ebenheit und Halbestadt zur Stadt, und Ebenheit liegt unterhalb des Liliensteins.

Die Festung auf dem Tafelberg
Die Festung Königstein liegt auf dem gleichnamigen Tafelberg am linken Ufer der Elbe, und ihr 9,5 Hektar großes Felsplateau erhebt sich 240 Meter über den Fluss.
Militärisch genutzt wurde der Berg seit dem Ende des 11. Jahrhunderts, und ab 1589 wurde er zur sächsischen Landesfestung ausgebaut.
Ihr Wallgang ist 1800 Meter lang und hat bis zu 42 Meter hohe Mauern und Sandsteinwände, und in den folgenden Jahrhunderten diente die Festung als Garnison, Staatsgefängnis, Schatzkammer und Zufluchtsort.
In den 1560er Jahren entstand ein 152,5 Meter tiefer Brunnen, der nach dem Brunnen der Reichsburg Kyffhausen der zweittiefste Burgbrunnen Europas ist.

Uran, Krieg und Museum
Königstein wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt, und im 20. Jahrhundert setzte der Uranbergbau dem aufstrebenden Fremdenverkehr eine Grenze.
1963 wurde in Leupoldishain eine von der SDAG Wismut erkundete Uranerzlagerstätte aufgeschlossen, aus der bis 1990 etwa 18.000 Tonnen Uran gewonnen wurden.
Unter Tage ist die Sanierung des 1990 stillgelegten Bergwerks abgeschlossen, und die Sanierung der Flächen über Tage war bis voraussichtlich 2026 geplant.
Die Festung ist seit 1955 dauerhaft als Museum zugänglich, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager und danach bis Ende 1954 als Jugendwerkhof gedient hatte.

Ankommen in Königstein
An der Festung erleichtern zwei Aufzüge den Weg nach oben, einer aus den Jahren 1967 bis 1970 für 42 Personen und ein Panoramaaufzug von 2005, der bis zu 18 Fahrgäste etwa 42 Meter hoch bringt.
In der Stadt steht die Marienkirche aus dem 15. Jahrhundert, die nach Bränden und Verfall mehrfach wieder aufgebaut wurde, zuletzt im Jahr 1823.
Sehenswert ist auch ein Umgebindehaus aus dem Jahr 1587, ein erdgeschossiger Fachwerkbau mit einem zweilagigen Blockkranz.
Bei Pfaffendorf ragt neben dem Pfaffenstein die 35 Meter hohe Barbarine auf, eine Felsnadel und ein Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, die 1905 zum ersten Mal bestiegen wurde.

Häufige Fragen
Seit wann hat Königstein einen Bahnhof?
Welche Züge halten in Königstein?
Was war die Bielatalbahn?
Wie hoch liegt die Festung über der Elbe?
Wo fahren in Königstein die Busse ab?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Der Bahnhof Pirna an der Elbe – die Stadt elbabwärts an derselben Strecke
→ Ortstermin: Dresden Hauptbahnhof – die Landeshauptstadt, rund 31 Kilometer entfernt
