Der Bahnhof Bremervörde, wo Züge Wasserstoff tanken

Ortstermin

„Nächster Halt Bremervörde, Heimat der Wasserstoffzüge an der Oste.“

Der Bahnhof Bremervörde, wo Züge Wasserstoff tanken

→ Ein Ortstermin im Elbe-Weser-Dreieck.

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Kurz gesagt

In Bremervörde treffen sich vier Bahnstrecken, die alle von den Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser betrieben werden. Seit Dezember 2021 gibt es hier eine Wasserstofftankstelle, und seit 2022 fahren Wasserstoffzüge auf der Linie RB 33.

Bremervörde liegt im Zentrum des Elbe-Weser-Dreiecks an der Oste, zwischen Bremerhaven und Hamburg.

Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und war bis 1977 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Für Eisenbahnfreunde ist Bremervörde vor allem der Heimatstandort von Zügen, die mit Wasserstoff statt mit Diesel fahren.

Bahnhof Bremervörde 2019
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Knoten aus vier Strecken

In Bremervörde treffen sich die Bahnstrecken Bremerhaven-Wulsdorf–Buchholz, Hesedorf–Stade, Bremervörde–Walsrode und Bremervörde–Osterholz-Scharmbeck.

Alle vier werden von den Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser betrieben, kurz EVB, deren Eisenbahnbetrieb seinen Sitz in Bremervörde hat.

Täglichen Personenverkehr gibt es auf der Linie RB 33, die von Cuxhaven über Bremerhaven und Bremervörde bis nach Buxtehude fährt.

Seit Dezember 2017 verkehren die Züge auf der gesamten Strecke täglich im Stundentakt, und in Buxtehude besteht Anschluss an die S-Bahn nach Hamburg.

Bremervörde, Züge und Bahnanlagen
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die ersten Gleise von 1898

Im Oktober 1898 eröffneten die Preußischen Staatseisenbahnen den Abschnitt von Bremervörde nach Hesedorf und zugleich die Strecke von Hesedorf nach Stade.

Im Jahr 1899 folgte die Verbindung von Wulsdorf bei Bremerhaven nach Bremervörde.

Ab 1901 bauten die Staatsbahnen von Hesedorf aus weiter in Richtung Buchholz in der Nordheide.

So wurde die Stadt an der Oste innerhalb weniger Jahre zu einem Knotenpunkt der Eisenbahn im Elbe-Weser-Dreieck.

Station Bremervörde 2021 2
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Die ersten Strecken nach Bremervörde eröffneten die Preußischen Staatseisenbahnen 1898 und 1899. Heute betreiben die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser alle vier Strecken rund um die Stadt.

Seit Dezember 2021 steht in Bremervörde eine Wasserstofftankstelle, seit 2022 fahren Wasserstoffzüge auf der Linie RB 33. Auf der Strecke Hesedorf–Stade soll im Laufe des Jahrzehnts als Linie RB 34 wieder Personenverkehr fahren.

Eine Kleinbahn durchs Teufelsmoor

Im Oktober 1907 wurde die Kleinbahn Bremervörde-Osterholz gegründet, um das damals noch weitgehend unbefestigte Teufelsmoor an den Eisenbahnverkehr anzuschließen.

Die Strecke wurde in zwei Teilen eröffnet, und der Abschnitt von Gnarrenburg nach Osterholz-Scharmbeck folgte im Februar 1911.

Im März 1978 endete der reguläre Personenverkehr zwischen Bremervörde und Osterholz-Scharmbeck, und die Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen.

Aus der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn und der Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn gingen am 1. Januar 1981 die EVB hervor.

Station Bremervörde 2021 1
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Nasse Dreieck in einer Hand

Im Jahr 1991 übernahmen die EVB die bis dahin von der Deutschen Bundesbahn betriebenen Nebenstrecken zwischen Bremerhaven, Bremen und Hamburg, eine Gegend, die auch Nasses Dreieck genannt wird.

Dazu gehörten die Reste der Strecke Bremervörde–Walsrode sowie die Strecken Bremerhaven-Wulsdorf–Buchholz und Hesedorf–Stade.

Mit nun 286 Streckenkilometern wurden die EVB zur zweitgrößten nichtbundeseigenen Eisenbahn Deutschlands nach den Osthannoverschen Eisenbahnen.

Von 2003 bis 2011 fuhren die EVB die Linie Cuxhaven–Bremerhaven im Auftrag von DB Regio unter dem Namen Nordseebahn, seit 2011 sind sie allein dafür zuständig.

Vörder See Steg Norden
Foto: Ulf Gerken, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Züge, die mit Wasserstoff fahren

Bekannt sind die EVB heute unter anderem für den weltweit ersten Einsatz von Wasserstoffzügen im öffentlichen Personennahverkehr.

Im Dezember 2021 wurde in Bremervörde eine Wasserstofftankstelle fertiggestellt.

Seit 2022 sind auf der Linie RB 33 Wasserstofftriebzüge vom Typ iLint 54 unterwegs, die als Baureihe 554 geführt werden.

Neben ihnen fahren Dieseltriebwagen vom Typ Lint 41, und beide Fahrzeugtypen der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen sind in Bremervörde stationiert.

Vörder See mit Seemann
Foto: Natur- und Erlebnispark Bremervörde GmbH, Iris Kös, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Moorexpress und eine neue Brücke

Von Mai bis Anfang Oktober fährt an Wochenenden und Feiertagen der Moorexpress als Ausflugszug zwischen Bremen und Stade über Bremervörde.

Eingesetzt werden ein historischer Uerdinger Schienenbus und Triebwagen der Baureihe 628, die unter anderem durch das Teufelsmoor bei Worpswede fahren.

Über die Oste führt seit 2017 eine neue Eisenbahnbrücke, errichtet an der Stelle einer Brücke, die 1945 gesprengt worden war.

Im März 2021 kündigte das Bundesverkehrsministerium an, die Strecken von Bremerhaven nach Bremervörde und weiter nach Rotenburg im Förderprogramm Elektrische Güterbahn zu elektrifizieren.

Bremervörde Rathaus
Foto: Aufgenommen von FirstAdmiral., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Burg der Erzbischöfe

Die Burg Vörde wurde wegen ihrer zentralen Lage zur Hauptburg des geistlichen Fürstentums der Bremer Erzbischöfe, und mehrere von ihnen regierten von hier aus.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrmals belagert, und 1648 kam er zum Herzogtum Bremen-Verden, das der Königin von Schweden unterstand.

Weil Bremervörde im Krieg größtenteils zerstört worden war, verlegten die Schweden den Regierungssitz nach Stade und ließen die Burg 1682 schleifen.

Erhalten blieb nur die ehemalige Kanzlei der Erzbischöfe aus der Zeit um 1608, das heutige Alte Kreishaus.

Rathaus Bremervörde, Südflügel mit Glockenspiel und Uhr
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Museum, Meteorit und Mühle

Im Alten Kreishaus, dem mit über 400 Jahren ältesten Gebäude der Stadt, zeigt das Bachmann-Museum Stücke zur Erdgeschichte, Archäologie, Geschichte und Volkskunde.

Am Auesee gehört ein nachgebautes Hüttendorf aus der Mittelsteinzeit zum Museum.

Im Jahr 1855 fiel bei Bremervörde ein 7,25 Kilogramm schwerer Meteorit, dessen größtes erhaltenes Stück heute in der Universität Göttingen liegt.

Im Ortsteil Elm steht die Windmühle Henriette, die 1773 in Hamburg-Övelgönne gebaut und 1871 hierher versetzt wurde.

Bremervörde St. Liborius Kirche
Foto: Oxfordian Kissuth, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Bremervörde

Vom Bahnhof aus geht es in die Stadtmitte mit Rathaus, Rathausmarkt, Fußgängerzone und der St.-Liborius-Kirche.

Die nördliche Innenstadt grenzt an den Vörder See, und dort liegen der kleine Hafen, das Haus am See und ein Teil des Natur- und Erlebnisparks.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war der Hafen als Endpunkt der Schifffahrt auf der Oste ein wichtiger Umschlagplatz für Torf aus dem Teufelsmoor.

Heute nutzen ihn Freizeitkapitäne und Yachtclubs, und wer mag, fährt am Wochenende mit dem Moorexpress weiter ins Teufelsmoor.

St. Liborius Kirche Bremervörde 1950 Luftaufnahme
Foto: Unkown/Uploaded by FirstAdmiral, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Welche Züge halten in Bremervörde?
Die Züge der Linie RB 33 zwischen Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude sowie in der Saison der Ausflugszug Moorexpress.
Seit wann fahren in Bremervörde Wasserstoffzüge?
Seit 2022 sind Wasserstofftriebzüge der Baureihe 554 auf der Linie RB 33 im Einsatz, die Tankstelle in Bremervörde wurde im Dezember 2021 fertig.
Wann kam die Eisenbahn nach Bremervörde?
Im Oktober 1898 mit dem Abschnitt nach Hesedorf und der Strecke nach Stade, 1899 folgte die Verbindung nach Wulsdorf bei Bremerhaven.
Was ist der Moorexpress?
Ein Ausflugszug, der von Mai bis Anfang Oktober an Wochenenden und Feiertagen zwischen Bremen und Stade durch das Teufelsmoor fährt.
Was ist das älteste Gebäude der Stadt?
Das Alte Kreishaus, die ehemalige Kanzlei der Erzbischöfe aus der Zeit um 1608, in dem heute das Bachmann-Museum untergebracht ist.

Weiterfahrt

→ Ortstermin Stade: Hansestadt am Rand des Alten Landes – die Hansestadt an der Schwinge, Ziel des Moorexpress

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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