Ortstermin
„Für diese kleine Stadt machte die große Bahn von Berlin nach Hamburg einen Umweg von 20 Kilometern.“
Der Bahnhof Hagenow Land, für den die Bahn nach Hamburg einen Umweg fuhr
→ Ein Ortstermin in Westmecklenburg.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Hagenow Land ging am 15. Oktober 1846 an der Bahn Berlin–Hamburg in Betrieb. Die Strecke machte dafür einen Umweg von rund 20 Kilometern über die damals kleine Stadt.
Rund 30 Kilometer südwestlich von Schwerin liegt die Kleinstadt Hagenow.
Ihr Zentrum mit Fachwerkhäusern gilt als typisch für eine mecklenburgische Landstadt.
Und sie hat gleich zwei Bahnhöfe, deren Geschichte mit der großen Politik zu tun hat.

Eröffnet im Oktober 1846
Der Bahnhof Hagenow Land wurde am 15. Oktober 1846 in Betrieb genommen.
Er liegt an der Bahnstrecke von Berlin nach Hamburg.
Damit gehörte Hagenow zu den ersten Orten in Mecklenburg mit Eisenbahn.
Bis heute ist der Bahnhof ein wichtiger Knoten im Westen des Landes.

Ein Umweg von 20 Kilometern
Dass die Strecke über das kleine Hagenow führt, war kein Zufall.
Die Bahn machte dafür einen Umweg von rund 20 Kilometern.
Damals hatte Hagenow nur etwa 3400 Einwohner.
Der Grund lag in den Verhandlungen zwischen fünf Staaten.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Hagenow Land wurde am 15. Oktober 1846 an der Strecke Berlin–Hamburg eröffnet. Die Bahn nahm dafür einen Umweg von rund 20 Kilometern in Kauf, weil Mecklenburg die Hälfte des Aktienkapitals zeichnete.
Der Bahnhof liegt etwa 2,5 Kilometer vom Zentrum, der Bahnhof Hagenow Stadt 3,5 Kilometer entfernt mitten in der Stadt. Die Alte Synagoge wird seit 2001 saniert und erinnert an das jüdische Leben.
Fünf Staaten verhandeln
An der Planung der Bahn waren Preußen, Mecklenburg-Schwerin, Dänemark, Lübeck und Hamburg beteiligt.
Mecklenburg verpflichtete sich am 8. November 1841 in einem Staatsvertrag, die Hälfte des Aktienkapitals zu zeichnen.
Dafür erreichte das Land eine Streckenführung nahe an seiner Residenzstadt Schwerin.
So entstand in Hagenow ein Abzweig in Richtung Schwerin.

Land und Stadt
Der Bahnhof Hagenow Land liegt etwa zweieinhalb Kilometer südöstlich des Stadtzentrums.
Der Zusatz Land zeigt, dass er außerhalb der Ortschaft liegt.
Er unterscheidet ihn außerdem vom Bahnhof Hagenow Stadt, der 3,5 Kilometer entfernt im Zentrum liegt.
Dieser hieß bis 2010 nur Hagenow.

Die Eisenbahnerstraße
Der Bahnhof Hagenow Land liegt an der parallel verlaufenden Eisenbahnerstraße.
Rund um den Knoten entstanden Wohnungen für die Beschäftigten der Bahn.
Viele Familien in Hagenow waren über Generationen mit der Eisenbahn verbunden.
Der Straßenname erinnert bis heute daran.

Aufschwung durch die Bahn
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann Hagenow allmählich zu wachsen.
Ab 1846 förderte die nahe Trasse der Berlin-Hamburger Bahn diesen Aufschwung.
Handel und Gewerbe profitierten von der schnellen Verbindung in die großen Städte.
Im Jahr 1933 wurde Hagenow Kreisstadt.

Die Alte Synagoge
In der Hagenstraße steht die ehemalige Synagoge der Stadt.
Bei den Novemberpogromen 1938 wurde sie in Brand gesetzt, das Feuer wurde von Nachbarn gelöscht, die um ihre eigenen Häuser fürchteten.
Danach diente das Gebäude verschiedenen Zwecken.
Seit 2001 wurde es saniert und erinnert heute an das jüdische Leben in Hagenow.

Die Stadtkirche
Die Stadtkirche wurde 1875 bis 1879 im neugotischen Stil gebaut.
Sie ersetzte einen älteren Bau aus Feldsteinen.
Im Zweiten Weltkrieg verschwand ihre Glocke und kam nicht zurück.
Erst einige Jahre später konnte Ersatz beschafft werden.

Ankommen in Hagenow
Wer in Hagenow Land aussteigt, kann mit Bus oder Regionalbahn ins Zentrum weiterfahren.
Am Bahnhof Hagenow Stadt gibt es einen zentralen Omnibusbahnhof.
Im Zentrum warten Fachwerkhäuser, die Kirche und die Alte Synagoge.
So erzählt ein kurzer Besuch viel über Mecklenburg und seine Bahn.

Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Häufige Fragen
Seit wann gibt es den Bahnhof Hagenow Land?
Warum führt die Bahn über Hagenow?
Was bedeutet der Zusatz Land?
Wie weit ist es ins Zentrum?
Was ist die Alte Synagoge?
Weiterfahrt
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