Zahlen, bitte!
„Auf der ältesten Schnellfahrstrecke der Welt zwischen Tokio und Osaka fuhren 2024 mehr als 170 Millionen Menschen.“
Wie viele Fahrgäste befördert der Shinkansen?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Zählt man die Fahrgäste aller Strecken zusammen, beförderte der Shinkansen im Jahr 2024 rund 435 Millionen Menschen. Die meisten davon fuhren auf der Tōkaidō-Strecke zwischen Tokio und Osaka.
Shinkansen heißt auf Deutsch etwa neue Stammstrecke, und so heißen in Japan die Schnellfahrstrecken und die Züge darauf.
Seit 1964 verbinden sie die großen Städte des Landes mit bis zu 320 Kilometern pro Stunde.
Wie viele Menschen damit fahren, zeigen die offiziellen Fahrgastzahlen der einzelnen Strecken.

Die wichtigsten Zahlen
435 Mio.
Fahrgäste im Jahr 2024
alle Strecken zusammengezählt
170,5 Mio.
auf der Tōkaidō-Strecke
Tokio bis Osaka, 2024
2897 km
Schnellfahrstrecken
Stand 2025
Im ersten, nur drei Monate langen Betriebsjahr 1964 waren es 11 Millionen Fahrgäste.
Rund 435 Millionen im Jahr
Im Jahr 2024 zählten die Shinkansen-Strecken zusammen rund 435 Millionen Fahrgäste.
Dabei werden die Zahlen jeder Strecke einzeln erfasst und dann addiert.
Wer über mehrere Strecken fährt, wird also auf jeder davon gezählt.
Rechnerisch sind das an jedem Tag des Jahres fast 1,2 Millionen Fahrten.

Die Tōkaidō-Strecke liegt vorn
Mit Abstand am meisten genutzt wird die Tōkaidō-Shinkansen zwischen Tokio und Osaka.
Auf ihr fuhren im Jahr 2024 rund 170,5 Millionen Fahrgäste.
Ihr bisheriger Höchstwert lag im Jahr 2018 bei 174,2 Millionen.
Damit entfallen fast vier von zehn gezählten Fahrten auf diese eine Strecke.
Gut zu wissen
Die Fahrpreise bestehen aus einem Grundpreis und einem Zuschlag, der oft genauso hoch ist. Beide richten sich nach den gefahrenen Kilometern.
Mit Mehrfahrtenkarten oder Sonderangeboten lassen sich 10 bis 20 Prozent sparen. Eine Rabattkarte wie die Bahncard gibt es in Japan aber nicht.
Die anderen Strecken
Auf Platz zwei folgt die Tōhoku-Shinkansen im Norden mit rund 87 Millionen Fahrgästen im Jahr 2024.
Die San’yō-Shinkansen, die von Osaka nach Westen führt, kam auf knapp 74 Millionen.
Die Jōetsu-Strecke zählte rund 44 Millionen, die Hokuriku-Strecke rund 41 Millionen Fahrgäste.
Auf der Kyūshū-Strecke waren es rund 17 Millionen, auf der Hokkaidō-Strecke nur etwa 1,6 Millionen.
Einbruch und Erholung
Im Jahr 2018 erreichten die Strecken zusammen mit rund 436 Millionen Fahrgästen einen Höchstwert.
Im Jahr 2020 sank die Zahl auf rund 173 Millionen, also weniger als die Hälfte.
In den folgenden Jahren stiegen die Werte wieder, im Jahr 2023 auf rund 400 Millionen.
Im Jahr 2024 war mit rund 435 Millionen fast wieder das Niveau von 2018 erreicht.
Vom ersten Tag an gefragt
Im Jahr 1964 fuhren nur in den letzten drei Monaten Züge, und doch zählte man bereits 11 Millionen Fahrgäste.
Im ersten vollen Betriebsjahr 1965 waren es schon 31 Millionen.
Ein Jahr später stieg die Zahl auf 43,8 Millionen.
Mit halbstündlich fahrenden Zügen übertraf der Shinkansen die Kapazität der alten Schnell- und Expresszüge deutlich.
Start pünktlich zu Olympia
Am 1. Oktober 1964 wurde die erste Strecke zwischen Tokio und Shin-Ōsaka eröffnet, pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio.
Sie war 515,4 Kilometer lang und gilt als älteste ausdrücklich für mehr als 200 km/h gebaute Schnellfahrstrecke der Welt.
Die ersten Züge der Baureihe 0 hatten zwölf Wagen und fuhren bis zu 210 Kilometer pro Stunde schnell.
Erst im Jahr 1981 folgte mit der französischen Schnellfahrstrecke eine vergleichbare Bahn in Europa.
Doppelt so teuer wie geplant
Die Bauarbeiten für die erste Strecke begannen am 20. April 1959.
Ab 1962 diente ein rund 37 Kilometer langes Teilstück als Teststrecke.
Am Ende kostete das Projekt 380 Milliarden Yen und damit mehr als doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt.
Der Nutzen der schnelleren Verbindungen wurde 1994 auf 500 Milliarden Yen pro Jahr geschätzt, umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro.
Fast 2900 Kilometer Netz
Im Jahr 2025 umfasste das Netz der Schnellfahrstrecken 2897 Kilometer.
Weitere 276 Kilometer sind herkömmliche Strecken, die für sogenannte Mini-Shinkansen auf eine breitere Spur umgebaut wurden.
Die klassischen Bahnstrecken in Japan haben meist die schmale Kapspur von 1067 Millimetern.
Für den Shinkansen wurde dagegen die Normalspur von 1435 Millimetern gewählt.
Schnell auch im Durchschnitt
Heute fahren die Züge im Regelbetrieb bis zu 320 Kilometer pro Stunde schnell.
Besonders ist aber vor allem die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem vom übrigen Verkehr getrennten Netz.
Der Nozomi-Express erreicht zwischen Tokio und Nagoya samt Halten einen Schnitt von 206 Kilometern pro Stunde.
Bei Versuchsfahrten erreichte eine Magnetschwebebahn der Baureihe L0 im Jahr 2015 sogar 603 Kilometer pro Stunde.
Kein tödlicher Unfall seit 1964
Der Shinkansen gilt als eines der sichersten Verkehrsmittel der Welt.
Seit der Eröffnung der ersten Strecke im Jahr 1964 gab es keinen Unfall mit Todesfolgen.
Selbst als am 23. Oktober 2004 bei einem Erdbeben erstmals ein Zug entgleiste, wurde niemand verletzt.
Dazu tragen die fast durchgehende Einzäunung der Strecken, robuste Technik und gute Wartung bei.
Der gelbe Doktor
Bekannt sind die gelb lackierten Messzüge mit dem Spitznamen Doctor Yellow.
Sie basieren auf Shinkansen-Baureihen wie der Baureihe 0, 200, 700 oder E3.
Die Messzüge prüfen bei voller Geschwindigkeit den Zustand der Hochgeschwindigkeitsstrecken.
Betrieben wird der Shinkansen von mehreren Gesellschaften der Japan-Rail-Gruppe.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
