Zahlen, bitte!
„Von Madrid nach Barcelona in zweieinhalb Stunden: Auf 620,9 Kilometern fährt der AVE im Schnitt 248,4 km/h.“
Wie lang ist das spanische AVE-Netz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das spanische Netz der Schnellfahrstrecken erreichte Ende 2023 eine Länge von 3900 Kilometern. Damit ist es das längste Hochgeschwindigkeitsnetz Europas und nach China das zweitlängste der Welt.
AVE steht für Alta Velocidad Española, also spanische Hochgeschwindigkeit, und ist zugleich das spanische Wort für Vogel.
Unter diesem Namen betreibt die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe viele ihrer Hochgeschwindigkeitszüge.
Wie lang das Netz ist, auf dem sie fahren, und wie schnell es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
3900 km
Schnellfahrstrecken
Stand Ende 2023
Platz 2
weltweit
nach China, Platz 1 in Europa
471 km
erste Strecke
Madrid bis Sevilla, seit 1992
Die 620,9 Kilometer zwischen Madrid und Barcelona schafft ein AVE in zwei Stunden und 30 Minuten.
3900 Kilometer
Ende 2023 erreichte das spanische Netz der Schnellfahrstrecken eine Gesamtlänge von 3900 Kilometern.
Damit ist es das längste Hochgeschwindigkeitsnetz Europas.
Weltweit ist nur das Netz in China noch länger.
Seit Anfang der 2020er Jahre fahren auf diesen Strecken neben der Renfe auch Züge anderer Betreiber.

Start zur Expo 1992
Anlass für den Einstieg in den Hochgeschwindigkeitsverkehr war die Weltausstellung Expo 1992 in Sevilla.
Die alte Strecke von Madrid nach Sevilla war 574 Kilometer lang, großteils eingleisig, und die schnellste Verbindung brauchte fast sechs Stunden.
Am 19. April 1992 ging rechtzeitig zur Expo die neue Schnellfahrstrecke in Betrieb.
Sie ist mit 471 Kilometern über hundert Kilometer kürzer, und Züge ohne Halt schaffen sie in 2 Stunden und 20 Minuten.
Gut zu wissen
In Spanien war lange die breitere iberische Spurweite üblich, und sie prägt bis heute viele ältere Strecken. Die Schnellfahrstrecken sind dagegen in Normalspur gebaut und über die Strecke nach Perpignan mit dem Netz in Mitteleuropa verbunden.
Auf der Strecke nach Valencia und Alicante fahren die Züge mit 300 Kilometern pro Stunde. Künftig sollen dort bis zu 350 Kilometer pro Stunde möglich sein.
Normalspur statt Breitspur
Die Strecke nach Sevilla war die erste große spanische Bahnlinie in europäischer Normalspur.
Bis dahin wurden Spaniens Hauptstrecken in der breiteren iberischen Spurweite gebaut.
Für die neue Strecke kaufte die Renfe 18 Züge, eine Weiterentwicklung des französischen TGV Atlantique.
Diese Baureihe 100 waren die ersten Hochgeschwindigkeitszüge des Landes.
Alle Provinzhauptstädte ans Netz
Im Jahr 2000 kündigte die spanische Regierung an, alle 47 Provinzhauptstädte des Landes an das AVE-Netz anzuschließen.
Später hieß das Ziel sogar, kein Spanier solle weiter als eine halbe Stunde von einem Schnellzugbahnhof entfernt wohnen.
In den folgenden Jahren gingen von Madrid aus weitere Strecken in mehrere Richtungen in Betrieb.
Schon 1997 hatte das AVE-System erstmals einen Gewinn von etwa zwei Millionen US-Dollar erwirtschaftet.
Madrid bis Barcelona
Im Jahr 2005 ging die Neubaustrecke von Madrid nach Barcelona zunächst bis Saragossa in Betrieb.
Seit 2008 reicht sie bis in die katalanische Hauptstadt.
Die 620,9 Kilometer zwischen den beiden größten Städten Spaniens schaffen die Züge in zwei Stunden und 30 Minuten.
Das entspricht einer Reisegeschwindigkeit von 248,4 Kilometern pro Stunde.
Die Fluggesellschaft Iberia kündigte an, ab der Eröffnung auf dieser Verbindung kleinere Flugzeuge einzusetzen.
Nach Norden und Süden
Im Dezember 2007 ging die Schnellfahrstrecke von Madrid nach Valladolid in Betrieb.
Im gleichen Monat wurde im Süden der Abschnitt von Antequera nach Málaga fertig.
Damit war auch die Strecke von Córdoba nach Málaga vollständig befahrbar.
Damit war Madrid nun auch mit dem Norden und dem Süden des Landes über Schnellfahrstrecken verbunden.
95 Minuten bis Valencia
Im Dezember 2010 folgte die 438 Kilometer lange Strecke von Madrid nach Valencia und Albacete.
Für die 391 Kilometer bis Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, sank die Fahrzeit von knapp vier Stunden auf 95 Minuten.
Am 18. Juni 2013 kam der 171,5 Kilometer lange Abschnitt von Albacete nach Alicante hinzu.
Von Madrid nach Alicante braucht man seitdem rund zwei Stunden und zwanzig Minuten.
Schneller als die Nachbarn
Im Juni 2013 war das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz bereits 2447 Kilometer lang, im November 2013 dann 2515 Kilometer.
Damit lag Spanien in Europa schon damals auf Platz eins, vor Frankreich mit 2036 und Deutschland mit 1334 Kilometern.
Zu dieser Zeit waren weitere 1308 Kilometer im Bau und 1702 Kilometer in Planung.
Bis Ende 2023 wuchs das Netz dann auf 3900 Kilometer.
Über die Grenze nach Frankreich
Ab 2005 wurde die Verlängerung von Barcelona über Figueres bis Perpignan gebaut, samt eines acht Kilometer langen Tunnels.
Der grenzüberschreitende Abschnitt ging im Dezember 2010 in Betrieb, der endgültige Lückenschluss folgte am 7. Januar 2013.
Seit Dezember 2013 fahren AVE-Züge von Barcelona nach Lyon und von Madrid nach Marseille.
Seit Juni 2023 betreibt die Renfe diese Verbindungen allein, vorher gemeinsam mit der französischen SNCF.
Rekord mit 403,7 km/h
Für die zweite Generation des AVE kaufte die Renfe unter anderem 26 Züge von Siemens, eine Weiterentwicklung des deutschen ICE 3.
Diese Baureihe 103 ist international als Velaro bekannt.
Am 16. Juli 2006 erreichte einer dieser Züge 403,7 Kilometer pro Stunde, einen Rekord im spanischen Netz.
Damit galt er damals als schnellster Serienzug der Welt, weil er weder ein Prototyp war noch umgebaut wurde.
Sitze in Fahrtrichtung
Im AVE lassen sich fast alle Sitze drehen.
Vor jeder Fahrt werden sie in Fahrtrichtung gedreht.
Deshalb stehen die Züge im Startbahnhof oft schon lange vor der Abfahrt am Bahnsteig.
Angeboten werden drei Komfortklassen mit den Namen Turista, Turista Plus und Preferente.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
