Wie viele Loks der Baureihe 01 wurden gebaut?

Zahlen, bitte!

„Vorsicht an der Bahnsteigkante, hier fährt eine von 231 Schnellzugloks der Baureihe 01 ein.“

Wie viele Loks der Baureihe 01 wurden gebaut?

→ Eine Baureihe in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Von 1926 bis 1938 lieferten sechs Lokomotivfabriken 231 Loks der Baureihe 01 an die Deutsche Reichsbahn. Zehn weitere Maschinen entstanden später durch den Umbau von Loks der Schwesterbaureihe 02.

Die Baureihe 01 war die große Schnellzug-Dampflok der Deutschen Reichsbahn zwischen den Weltkriegen.

Sie war die erste Einheitslok mit der Achsfolge 2’C1’, die in Serie gebaut wurde.

Wie viele Exemplare es gab und was aus ihnen wurde, zeigen die Zahlen.

Lok 01 118 in Karden (2010 04 03 92)
Foto: Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 de, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

231

Loks neu gebaut

von 1926 bis 1938

130 km/h

Höchstgeschwindigkeit

nach dem Umbau, vorher 120 km/h

1850 PSe

Zughakenleistung

bei 60 km/h

Nach 1945 kamen 165 Loks zur Bundesbahn, die ihre letzten Maschinen im Juni 1973 abstellte.

231 Loks in zwölf Jahren

Zwischen 1926 und 1938 lieferte die deutsche Lokomotivindustrie insgesamt 231 Maschinen der Baureihe 01 an die Deutsche Reichsbahn.

Die Haupthersteller waren AEG und Borsig, dazu kamen Henschel, Hohenzollern, Krupp und die BMAG, die frühere Firma Schwartzkopff.

Im Jahr 1938 stand damit die volle Zahl von 231 Loks für den hochwertigen Schnellzugdienst bereit.

Später kamen noch zehn Maschinen hinzu, die aus umgebauten Loks der Schwesterbaureihe 02 entstanden.

Meininger Dampfloktage 2015, Dampfloks 50 3501, 01 118 und 01 0509 8
Foto: NearEMPTiness, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die erste Einheitslok für schnelle Züge

Nach dem Zusammenschluss der Länderbahnen im Jahr 1920 besaß die Deutsche Reichsbahn Lokomotiven sehr vieler verschiedener Bauarten.

Deshalb ließ sie ab 1925 neue, vereinheitlichte Baureihen bauen, die man heute Einheitsdampflokomotiven nennt.

Die Baureihe 01 war die erste dieser Einheitsloks mit der Achsfolge 2’C1’, die in Serie ging.

Hinter der Kurzform stecken zwei vordere Laufachsen, drei angetriebene Kuppelachsen und eine hintere Laufachse, eine Bauart, die auch Pacific genannt wird.

Gut zu wissen

Für Strecken mit geringerer Achslast entwickelte die Reichsbahn die leichtere Baureihe 03 mit 18 Tonnen Achslast. Von ihr wurden 298 Stück gebaut.

Die Museumsloks 01 118 und 01 150 dürfen nach technischer Aufrüstung mit dem Tender voraus 80 statt 50 km/h fahren. Der Grund: Drehscheiben und Gleisdreiecke zum Wenden gibt es heute nur noch selten.

Zwei Zylinder gegen vier

Zu Beginn baute die Reichsbahn zehn Loks der Baureihe 01 mit zwei Zylindern und zehn Loks der Baureihe 02 mit vier Zylindern.

Beide Varianten mussten sich in ausgiebigen Mess- und Vergleichsfahrten beweisen, unter anderem in den Betriebswerken Erfurt, Hamm und Hof.

Die Entscheidung wurde leidenschaftlich diskutiert und fiel am Ende für das Zweizylindertriebwerk, weil es in der Wartung einfacher war.

Die zehn Vierzylinderloks der Baureihe 02 wurden zwischen 1937 und 1942 umgebaut und liefen danach ebenfalls als Baureihe 01.

Die erste war die 01 008

Die erste Lok der Baureihe, die in den Betriebsdienst ging, trug nicht die Nummer 01 001, sondern die Nummer 01 008.

Genau diese Maschine steht heute im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen.

Die Serienlieferung verzögerte sich zunächst, weil es in den 1920er Jahren zu wenige Strecken für eine Achslast von 20 Tonnen gab.

Auch Drehscheiben mit ausreichend großem Durchmesser fehlten damals noch an vielen Orten.

Von Berlin in alle Richtungen

Anfangs fuhren die Loks nur auf den wenigen Strecken, die bereits für 20 Tonnen Achslast ausgebaut waren.

Von Berlin aus waren das zuerst die Anhalter Bahn sowie die Lehrter und die Hamburger Bahn.

Für die Berliner Stadtbahn mussten sogar erst die Bögen der Viadukte verstärkt werden.

Bis 1930 waren die ersten 90 Maschinen auf elf Betriebswerke verteilt, darunter Essen, Nürnberg, Hamburg-Altona und Offenburg.

1850 PS am Zughaken

Mit einer Zughakenleistung von 1850 PSe bei 60 km/h war die 01 die bis dahin stärkste deutsche Schnellzuglok.

Gemeint ist die Leistung, die am Zughaken hinter der Lok für die angehängten Wagen zur Verfügung steht.

Auch beim Kohlenverbrauch lag sie mit 1,17 Kilogramm pro PSe und Stunde im Spitzenbereich der deutschen Lokomotiven.

Damit war sie ungefähr so sparsam wie die berühmte bayerische Schnellzuglok S 3/6.

Von 120 auf 130 km/h

Ursprünglich durften die Loks der Baureihe 01 höchstens 120 km/h schnell fahren.

Ab der Lok 01 102 wurden die vorderen Laufräder von 850 auf 1000 Millimeter Durchmesser vergrößert.

Zusätzlich bekamen die Kuppelräder Bremsklötze auf beiden Seiten, und auch der hintere Laufradsatz wurde gebremst.

So konnte die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h heraufgesetzt werden.

Zehn Tonnen Kohle im Tender

Hinter der Lok hing ein Schlepptender der Bauart 2’2 T 30, 2’2’ T 32 oder 2’2’ T 34.

Er fasste zehn Tonnen Steinkohle und je nach Bauart 30, 32 oder 34 Kubikmeter Wasser.

Die kleinen Tender nutzte man später nur noch, wenn es nötig war, etwa im Grenzverkehr mit den Niederlanden wegen der dortigen Drehscheiben.

In den Kriegsjahren und danach fuhren die Loks fast nur noch mit dem geschweißten Tender 2’2’ T 34, weil er am meisten Wasser fasste.

165 Loks für die Bundesbahn

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen 165 Lokomotiven der Baureihe 01 zur Deutschen Bundesbahn.

Ab 1957 erhielten 50 von ihnen neue geschweißte Hochleistungskessel, wie sie auch in der Baureihe 01.10 steckten.

Die letzten Maschinen waren ab Ende der 1960er Jahre alle im Betriebswerk Hof in Oberfranken zu Hause.

Ihre Fahrten über die Steilstrecke Schiefe Ebene, die auf 6,8 Kilometern gut 157 Höhenmeter überwindet, wurden zum Pilgerziel für Fotografen aus aller Welt.

Abschied im Juni 1973

Im Juni 1973 stellte die Bundesbahn die letzten acht betriebsfähigen Maschinen außer Dienst.

Zuvor gab es zahlreiche Abschiedsfahrten und eine Parade vor dem Hofer Lokschuppen.

Bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR baute das Ausbesserungswerk Meiningen ab 1962 insgesamt 35 Loks mit neuen Kesseln zur Baureihe 01.5 um.

Die übrigen DDR-Maschinen fuhren bis Anfang der 1980er Jahre, auf der Strecke Berlin–Dresden zogen sie D-Züge bis zum Herbst 1977.

Erhalten bis heute

Mehrere Loks der Baureihe 01 sind bis heute erhalten, einige davon sind sogar betriebsfähig.

Die älteste betriebsfähige Maschine ist die 01 066, die 1928 bei der BMAG gebaut und 1993 vom Bayerischen Eisenbahnmuseum wieder in Dienst gestellt wurde.

Die 01 180 des Museums in Nördlingen ist seit dem 1. Dezember 2014 nach 41 Jahren Stillstand wieder auf deutschen Strecken zugelassen.

Im Oktober 2025 nahmen beide Loks an den Feiern zum Jubiläum „100 Jahre Baureihe 01“ teil.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Häufige Fragen

Wie viele Loks der Baureihe 01 wurden gebaut?
Von 1926 bis 1938 wurden 231 Loks neu gebaut. Zehn weitere entstanden durch den Umbau von Loks der Baureihe 02.
Wie schnell fuhr die Baureihe 01?
Zunächst höchstens 120 km/h. Nach dem Umbau von Laufrädern und Bremsen waren 130 km/h erlaubt.
Wann fuhr die letzte 01 bei der Bundesbahn?
Im Juni 1973 stellte die Bundesbahn in Hof die letzten acht betriebsfähigen Maschinen ab.
Was ist eine Baureihe 01.5?
So hießen 35 Loks, die die Reichsbahn der DDR ab 1962 mit neuen Kesseln und Führerhäusern umbauen ließ.
Fahren heute noch Loks der Baureihe 01?
Ja, einige Museumsloks sind betriebsfähig, etwa die 01 066 und die 01 180. Sie ziehen Sonder- und Museumszüge.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →