Zahlen, bitte!
„Die U6 zum Flughafen fährt ein, und gleich geht es mit 8,5 Prozent Steigung hinauf auf die Brücke über die Autobahn.“
Wie lang ist das Stuttgarter Stadtbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der Stuttgarter Stadtbahn war im April 2023 136 Kilometer lang. Rechnet man die Wege aller Linien zusammen, kommt man auf 258 Kilometer.
Die Stadtbahn ist seit 1985 das wichtigste Schienenverkehrsmittel der Stuttgarter Straßenbahnen AG.
Sie ist aus der alten Straßenbahn entstanden und muss in Stuttgart steile Hänge und enge Täler bewältigen.
Wie lang ihr Netz ist und wie es entstand, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
136 km
Streckenlänge
Stand April 2023
258 km
Linienlänge
aller Linien zusammen
224
Stadtbahnwagen
vom Typ DT 8
Die Linien bedienen 14 Tunnelhaltestellen, zehn teilweise überdeckelte und 169 Haltestellen an der Oberfläche.
136 Kilometer Strecke
Im April 2023 war das Streckennetz der Stuttgarter Stadtbahn 136 Kilometer lang.
Da sich viele Linien Strecken teilen, ergeben ihre Wege zusammen eine Linienlänge von 258 Kilometern.
Betrieben wird die Stadtbahn von der Stuttgarter Straßenbahnen AG, kurz SSB.
Sie fährt auf Normalspur und bezieht ihren Strom mit 750 Volt Gleichspannung aus der Oberleitung.

Fünfzehn Linien und eine Sonderlinie
Das Netz besteht aus 15 regulären Linien und der Sonderlinie U11, die nur zu besonderen Ereignissen fährt.
Die Liniennummer 10 ist für die Zahnradbahn reserviert, die 20 für die Seilbahn.
Seit Ende 2025 tragen Fahrten von und zu den Betriebshöfen die neutrale Bezeichnung U ohne Nummer.
Die Linien U6, U7 und U12 fahren montags bis samstags tagsüber als 80 Meter lange Doppelzüge.
Gut zu wissen
Die Brücke der U6 über die A 8 wurde unter anderem mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis und dem Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichnet. Sie liegt östlich des Autobahnkreuzes Echterdinger Ei.
Zu den laufenden Projekten gehört ein Nachtverkehr an Wochenenden. Außerdem sind weitere Strecken geplant, etwa nach Hausen und Ditzingen mit einem vierten Betriebshof.
Längs, quer und tangential
Die Tallängslinien U1, U2, U4, U9 und U14 fahren längs durch den Stuttgarter Talkessel.
Die Talquerlinien U5, U6, U7, U12 und U15 durchqueren ihn von einer Seite zur anderen.
Die Linien U3, U8, U13, U16 und U19 führen tangential am Talkessel vorbei.
Längs- und Querlinien kreuzen sich am Hauptbahnhof und am Charlottenplatz, ohne dass es dort eine Gleisverbindung zwischen ihnen gibt.
Bis in die Nachbarstädte
Einige Linien reichen über die Stadtgrenze hinaus nach Fellbach, Gerlingen und Remseck am Neckar.
Im Süden fahren die Bahnen bis nach Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern.
Die U6 wurde um etwas mehr als drei Kilometer bis zur Messe und zum Flughafen verlängert.
Dabei überquert sie nach einer kurzen Steigung von 8,5 Prozent die Autobahn A 8 auf einer mehrfach ausgezeichneten Brücke.
Von vier Uhr bis ein Uhr
Die meisten Linien beginnen kurz nach 4 Uhr morgens und fahren bis etwa 1 Uhr nachts.
Tagsüber kommen die Bahnen auf fast allen Linien mindestens alle 10 Minuten.
Nur auf der U5 und der U8 gilt ein 20-Minuten-Takt.
Wo sich mehrere Linien eine Strecke teilen, folgen die Züge entsprechend dichter aufeinander.
Aus der Straßenbahn wurde die Stadtbahn
Im Jahr 1961 beschloss der Gemeinderat, die Straßenbahn in der Innenstadt unter die Erde zu verlegen.
Die erste Tunnelhaltestelle entstand 1966 am Charlottenplatz.
Beim späteren Umbau zur Stadtbahn wurde von Meterspur auf Normalspur umgestellt, und neue Zweirichtungszüge machten die Wendeschleifen überflüssig.
Für die Übergangszeit bekamen viele Strecken ein Gleis mit drei Schienen, damit alte und neue Wagen darauf fahren konnten.
Der Start im Jahr 1985
Ab dem 25. Juli 1983 testete die SSB drei Vorserienwagen zwischen Plieningen und Möhringen.
Am 28. September 1985 wurde die Linie 3 von Plieningen nach Vaihingen als erste Linie komplett auf Stadtbahn umgestellt.
Im Jahr 1986 folgten die Linien 1 und 14, womit erstmals Stadtbahnwagen durch die Innenstadt fuhren.
Im Jahr 1990 gingen mit der U5 und der U6 erstmals zwei neue Stadtbahnlinien gleichzeitig in Betrieb.
Abschied von der Meterspur
Als letzte Meterspurstrecke wurde ab September 2005 die Linie 15 umgebaut.
Im Dezember 2007 ging die U15 zwischen Ruhbank und Zuffenhausen in Betrieb.
Damit endete nach Jahrzehnten der Umstellung die Zeit der alten Straßenbahn im Linienverkehr.
Auf einigen Abschnitten blieb das Dreischienengleis liegen, damit dort noch Oldtimer des Straßenbahnmuseums fahren können.
Acht angetriebene Achsen
Die Flotte besteht aus 224 Doppeltriebwagen vom Typ DT 8.
Der Name steht für einen Doppeltriebwagen mit acht angetriebenen Achsen.
Dieser Antrieb über alle Achsen ist bei Stadtbahnen einzigartig und wegen der steilen Stuttgarter Strecken nötig.
Entwickelt wurde der Wagen eigens für Stuttgart, und inzwischen gibt es 14 Serien davon.
120.000 Kilometer im Jahr
Ein Stuttgarter Stadtbahnwagen legt im Durchschnitt 120.000 Kilometer pro Jahr zurück.
Im Jahr 2015 waren die Fahrzeuge durchschnittlich 20 Jahre alt.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 76 Einheiten generalüberholt.
Für die Auslieferung ab 2025 waren damals 70 weitere Wagen vorgesehen.
Stadtbahn, Zacke und Seilbahn
Neben der Stadtbahn betreibt die SSB auch die Zahnradbahn und die Standseilbahn, die deshalb die Liniennummern 10 und 20 tragen.
Die Zahnradbahn verbindet seit dem 23. August 1884 den Marienplatz mit Degerloch und ist eine von nur noch vier Zahnradbahnen in Deutschland.
Die Seilbahn fährt seit dem 30. Oktober 1929 von Heslach ohne Zwischenhalt hinauf zum Waldfriedhof.
Die Stadtbahn selbst schafft die steilen Abschnitte dagegen ohne Zahnrad, dank ihrer acht angetriebenen Achsen.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
