Ortstermin
„In dieser Stadt schaut man vom Wasserturm aus nicht nur über die Dächer, sondern auch in die Sterne.“
Der Bahnhof Herzberg, zwei Kilometer vor der Stadt an der Schwarzen Elster
→ Ein Ortstermin im Elbe-Elster-Land.
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Kurz gesagt
Die Bahn erreichte Herzberg im Juli 1848 mit der Strecke von Jüterbog nach Röderau. Heute fährt hier der Regional-Express RE 4 alle zwei Stunden bis nach Berlin.
Im Westen des Landkreises Elbe-Elster, an der Schwarzen Elster, liegt die Kreisstadt Herzberg.
Die kleine Stadt hat eine erstaunlich reiche Geschichte, von der Reformation bis zur Sternwarte.
Ihr Bahnhof liegt ein Stück außerhalb, aber der Weg in die Altstadt lohnt sich.

Eine Bahn seit 1848
Im Juli 1848 wurde die Bahnstrecke von Jüterbog bis Herzberg eröffnet.
Kurz darauf ging es weiter bis Röderau bei Riesa.
Dort war die Strecke an die Bahn von Leipzig nach Dresden angebunden.
So bekam Herzberg sehr früh eine Verbindung nach Berlin und nach Sachsen.

Die gerade Linie
Bei der Planung gab es verschiedene Varianten für den Verlauf der Strecke.
Eine führte östlich an Herzberg vorbei, eine andere durch das Elbtal bei Torgau.
Schließlich entschied man sich für eine gerade Linie westlich an Herzberg vorbei.
Deshalb liegt der Bahnhof bis heute etwa zwei Kilometer vom Zentrum entfernt.

Gut zu wissen
Die Strecke Jüterbog–Röderau erreichte Herzberg im Juli 1848, der Bahnhof liegt etwa zwei Kilometer vom Zentrum. Heute hält hier alle zwei Stunden der RE 4, der Stadtbahnhof an der Strecke Falkenberg–Beeskow verlor 1998 den Personenverkehr.
Philipp Melanchthon schrieb 1538 eine Schulordnung für das Herzberger Gymnasium. Der Wasserturm der Stadt beherbergt eine Sternwarte, dazu gibt es ein Zeiss-Planetarium.
Früher Herzberg West
Der heutige Bahnhof hieß früher Herzberg (Elster) West.
Denn es gab noch einen zweiten Bahnhof, Herzberg (Elster) Stadt, an der Strecke von Falkenberg nach Beeskow.
Dort endete der Personenverkehr im Jahr 1998.
Von 2006 bis 2008 fuhr im Sommer noch ein Ausflugszug, der Elbe-Spreewald-Kurier.

Mit dem RE 4 nach Berlin
Heute hält in Herzberg alle zwei Stunden der Regional-Express RE 4.
Er fährt von Falkenberg an der Elster über Jüterbog und Berlin bis nach Rathenow und Stendal.
So ist die Hauptstadt ohne Umsteigen erreichbar.
Für Pendler und Ausflügler ist das eine wichtige Verbindung.

Melanchthon und die Schule
Schon im Jahr 1522 wurde in Herzberg der evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache eingeführt.
Der Reformator Philipp Melanchthon verfasste 1538 eine Schulordnung für das Gymnasium der Stadt.
Diese Ordnung wurde im 16. Jahrhundert in ganz Deutschland übernommen.
Das heutige Gymnasium trägt deshalb seinen Namen.

Die Marienkirche
Mitten in der Altstadt steht die Kirche St. Marien.
Sie ist berühmt für ihre wertvollen Deckenmalereien.
Auch ihre restaurierte Orgel zieht Besucher an.
Die Kirche gehört zu den schönsten der Region.

Sterne im Wasserturm
Herzberg besitzt einen Wasserturm mit einer Sternwarte.
Dazu kommt ein Planetarium mit Technik von Zeiss.
Hier kann man den Himmel auch bei bewölktem Wetter erleben.
Für Familien ist das ein besonderes Ausflugsziel.

Eine Stadt mit historischem Kern
Herzberg gehört zur Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen in Brandenburg.
Rund um den Markt stehen das Rathaus und viele alte Bürgerhäuser.
Im Stadtpark gibt es einen sogenannten Wunderstein und ein Denkmal.
Nicht weit entfernt liegen Park und Schloss Grochwitz.

Ankommen in Herzberg
Vom Bahnhof bis in die Altstadt sind es etwa zwei Kilometer.
Der Weg lässt sich gut zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus zurücklegen.
Am Ziel warten Kirche, Rathaus und Wasserturm.
Und die Schwarze Elster lädt zu einem Spaziergang am Wasser ein.

Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Häufige Fragen
Seit wann hat Herzberg eine Bahn?
Warum liegt der Bahnhof so weit draußen?
Welche Züge halten hier?
Was hat Melanchthon mit Herzberg zu tun?
Was ist im Wasserturm?
Weiterfahrt
