Zahlen, bitte!
„Zwischen Rhein und Ruhr fahren S-Bahnen auf rund 475 Kilometern Strecke, von Mönchengladbach bis nach Unna.“
Wie viele Linien hat die S-Bahn Rhein-Ruhr?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Unter dem Namen S-Bahn Rhein-Ruhr fahren neun Linien, nämlich S1 bis S5, S7, S8, S9 und S28. Dazu nutzen die Linien S6 und S11 der S-Bahn Rheinland einen Teil des Netzes.
Das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum mit vielen großen Städten und ohne eine einzige Mitte.
Entsprechend ungewöhnlich ist auch seine S-Bahn, die nicht auf eine Stadt zuläuft, sondern viele Städte miteinander verbindet.
Wie viele Linien zu diesem Netz gehören, ist deshalb gar nicht so leicht zu sagen.

Die wichtigsten Zahlen
9
Linien
unter dem Namen S-Bahn Rhein-Ruhr
475 km
Streckenlänge
zweitgrößtes S-Bahn-Netz Deutschlands
181
Stationen
davon 15 Fernbahnhöfe
Im Einzugsbereich der S-Bahn Rhein-Ruhr leben mehr als drei Millionen Menschen.
Neun Linien unter einem Namen
Unter der Bezeichnung S-Bahn Rhein-Ruhr fahren die Linien S1, S2, S3, S4, S5, S7, S8, S9 und S28.
Dazu kommen die Linien S6 und S11 der S-Bahn Rheinland, die einen Teil des Streckennetzes mitbenutzen.
Rechnet man die S6 hinzu, die schon seit den Anfängen zwischen Rhein und Ruhr unterwegs ist, kommt man auf zehn durchgehend verkehrende Linien.
Auf Teilen der S6 und der S11 gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg, sonst überall der Tarif des VRR.

475 Kilometer Strecke
Das Streckennetz der S-Bahn Rhein-Ruhr ist rund 475 Kilometer lang.
Gemessen an der Länge des Netzes ist es damit das zweitgrößte S-Bahn-Netz in Deutschland.
Die Züge halten an 181 Stationen, von denen 15 zugleich Fernbahnhöfe und 6 unterirdisch sind.
Das Netz umfasst das gesamte Ruhrgebiet und reicht bis ins Rheinland hinein.
Gut zu wissen
Im Januar 2024 traf ein Erdrutsch die Strecke der S6 zwischen Hösel und Kettwig Stausee. Die Beseitigung der Schäden und die Wiederherstellung des Betriebs dauerten bis Dezember 2025.
Der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr gilt seit dem 1. Januar 1980. Innerhalb von Unna gilt auf der S4 seit August 2017 zusätzlich der Westfalentarif.
Viele Zentren statt einer Mitte
Viele S-Bahnen in Deutschland laufen sternförmig auf eine große Stadt zu, etwa in Frankfurt oder Stuttgart.
Die S-Bahn Rhein-Ruhr ist dagegen ein Netz mit vielen Zentren, das die Städte des Ruhrgebiets untereinander verbindet.
Sie unterscheidet sich von typischen S-Bahn-Netzen durch ihren Umfang, ihre Struktur und ihre Fahrzeuge.
Mit der S-Bahn Rheinland teilt sie sich zudem Strecken und Fahrzeuge.
Erbe dreier Bahngesellschaften
Im 19. Jahrhundert konkurrierten im Rheinland und im Ruhrgebiet drei große Eisenbahngesellschaften miteinander.
Deshalb entstanden dort viele Bahnstrecken, die teilweise parallel zueinander verlaufen.
Die heutigen S-Bahn-Linien nutzen diese alten Strecken und befahren dabei bisweilen ein halbes Dutzend verschiedener Bahnstrecken.
So entstand über die Jahrzehnte ein dichtes Geflecht aus Linien und Ästen.
Schnellzüge vor der S-Bahn
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es mit dem Ruhrschnellverkehr ein System beschleunigter Nahverkehrszüge.
Es umfasste bereits einen großen Teil des heutigen S-Bahn-Netzes im Ruhrgebiet.
Ab 1948 wurde es als Nahschnellverkehr und später als Bezirksschnellverkehr wieder aufgenommen.
Neben Dampflokomotiven der Baureihe 78 fuhren dabei auch eigens dafür entwickelte Lokomotiven der Baureihe 65.
Der Anfang im Jahr 1967
Die erste S-Bahn-Strecke ging 1967 zwischen Ratingen Ost und Düsseldorf-Garath in Betrieb, zunächst mit Elektrolokomotiven.
Es war das erste S-Bahn-Netz in Deutschland, das mit herkömmlichem Bahnstrom betrieben wurde.
Am 26. Mai 1968 wurde die S6 bis Essen Hauptbahnhof verlängert, im Dezember 1968 erreichte sie im Süden Langenfeld.
Am 26. Mai 1974 kamen mit der S1 und der S3 zwei weitere Linien hinzu.
Von Dortmund bis Mönchengladbach
Dortmund bekam seine erste S-Bahn am 25. September 1983, als die S1 von Bochum aus verlängert wurde.
Am 3. Juni 1984 folgte die S4 von Dortmund-Germania nach Unna.
Am 29. Mai 1988 ging die S8 von Hagen bis Mönchengladbach als längste S-Bahn-Linie Deutschlands in Betrieb.
Mit der gleichzeitigen Verlängerung der Kölner S11 bis Düsseldorf-Gerresheim waren erstmals die Netze im Ruhrgebiet und in Köln verbunden.
Neue Linien in den Neunzigern
Am 2. Juni 1991 startete die S2 von Dortmund über Gelsenkirchen und Oberhausen nach Duisburg.
Am 29. Mai 1994 folgte die S5 von Hagen über Wetter und Witten nach Dortmund.
Am 24. Mai 1998 nahm die S9 zwischen Haltern und Essen-Steele den Betrieb auf.
Am 26. September 1999 übernahm die Regiobahn die Verbindungen von Kaarst nach Neuss und von Düsseldorf nach Mettmann als neue Linie S28.
Umbauten der jüngeren Zeit
Im Dezember 2009 wurde die alte S7 aufgeteilt, und die S1 fährt seitdem bis Solingen Hauptbahnhof.
Seit 2013 fährt die frühere Regionalbahn „Der Müngstener“ von Solingen über Remscheid nach Wuppertal als neue S7.
Im Dezember 2019 wurde der Ast der S2 von Dortmund nach Duisburg eingestellt und durch eine Regionalbahn ersetzt.
Am 11. September 2020 kam ein neuer Ast der S9 zwischen Gladbeck West und Recklinghausen Hauptbahnhof hinzu.
Sechs verschiedene Zugtypen
Auf den Linien fahren je nach Strecke ganz unterschiedliche Fahrzeuge.
Hauptsächlich sind es Elektrotriebwagen der Baureihe 422 und seit Dezember 2019 Züge vom Typ Stadler Flirt 3XL.
Auf der S5 und der S8 fahren seit Dezember 2014 Triebzüge vom Typ Coradia Continental.
Auf den Strecken ohne Oberleitung sind Dieseltriebwagen unterwegs, auf der S7 vom Typ LINT und auf der S28 vom Typ Integral.
Drei Betreiber, viele Eigentümer
Die meisten Linien betreibt DB Regio, die S7 fährt die RheinRuhrBahn und die S28 die Regiobahn.
Die Fahrzeuge gehören dabei ganz unterschiedlichen Eigentümern.
Die Züge der Baureihe 422 auf den Linien S1 und S4 gehören zum Beispiel dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.
Der Verbund hat sich entschieden, die Fahrzeuge für die von ihm bestellten Linien größtenteils selbst zu besitzen.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
