Zahlen, bitte!
„Hier kommt der ICE aus dem Berg, fliegt 85 Meter über dem Tal und verschwindet sofort im nächsten Tunnel.“
Wie hoch ist die Filstalbrücke?
→ Eine Brücke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Filstalbrücke überspannt das Tal der Fils in bis zu 85 Metern Höhe. Sie ist die dritthöchste Eisenbahnbrücke in Deutschland.
Auf der Schnellfahrstrecke von Wendlingen nach Ulm gibt es einen Moment, den viele Reisende kaum bemerken.
Zwischen zwei langen Tunneln fährt der Zug für wenige Sekunden hoch über ein tiefes Tal der Schwäbischen Alb.
Diese Sekunden verbringt er auf einer der eindrucksvollsten Brücken des Landes.

Die wichtigsten Zahlen
85 m
Höhe über dem Tal
an der höchsten Stelle
485 m
Länge
nördliches Bauwerk
150 m
größte Stützweite
zwischen zwei Pfeilern
Dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, nach Müngstener Brücke und Rombachtalbrücke.
Bis zu 85 Meter hoch
Die Filstalbrücke überspannt das Tal der Fils zwischen der Gemeinde Mühlhausen im Täle und der Stadt Wiesensteig.
An der höchsten Stelle liegen die Gleise etwa 85 Meter über dem Talgrund.
Damit ist sie die dritthöchste Eisenbahnbrücke in Deutschland.
Höher sind nur die Müngstener Brücke und die Rombachtalbrücke.

Zwei Brücken nebeneinander
Genau genommen besteht die Filstalbrücke aus zwei getrennten Bauwerken.
Jede der beiden Brücken trägt nur ein Gleis, eine für jede Fahrtrichtung.
Die nördliche Brücke ist 485 Meter lang, die südliche 472 Meter.
Ihre Achsen liegen etwa 30 Meter auseinander.
Gut zu wissen
Die Filstalbrücke überspannt das Filstal in bis zu 85 Metern Höhe und ist die dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie besteht aus zwei eingleisigen Spannbetonbrücken von 485 und 472 Metern Länge.
Die größte Stützweite beträgt 150 Meter. Nördlich schließt der Boßlertunnel an, südlich der Steinbühltunnel.
Sechs Öffnungen
Jede der beiden Brücken überspannt das Tal mit sechs Öffnungen.
Die größte Stützweite zwischen zwei Pfeilern beträgt 150 Meter.
Die anderen Felder sind zwischen 44 und 95 Meter lang.
So entsteht ein schlanker Bogen aus Pfeilern über dem Tal.
Beton unter Spannung
Die Brücken sind aus Spannbeton gebaut.
Dabei werden im Beton Stahlseile gespannt, die das Bauwerk zusammendrücken und so besonders tragfähig machen.
Der Überbau ist ein hohler Kasten, der innen begehbar ist.
Seine Höhe wächst von 2,80 Metern an den Enden auf 4 Meter in der Feldmitte.
Schutz vor dem Wind
Auf beiden Brücken stehen Windschutzwände.
Sie ragen 1,50 Meter über die Schienen hinaus.
Das ist wichtig, weil der Wind im Tal kräftig wehen kann.
Zwischen den Wänden bleibt eine lichte Breite von 8,40 Metern.
Zwischen zwei Tunneln
Im Norden schließt direkt der 8808 Meter lange Boßlertunnel an.
Im Süden folgt der rund 4847 Meter lange Steinbühltunnel.
Die Züge kommen also aus dem Berg, überqueren das Tal und verschwinden sofort wieder im Fels.
Für Reisende ist der Blick ins Tal deshalb nur ein kurzer Moment.
Der Albaufstieg
Tunnel, Brücke und Tunnel bilden zusammen den sogenannten Albaufstieg.
Auf rund 14 Kilometern steigt die Strecke von etwa 400 auf etwa 750 Meter über dem Meer.
Die Steigung erreicht dabei bis zu 25 Promille.
Auf der Brücke selbst steigt die Strecke mit 23 Promille in Richtung Ulm an.
Gerade über das Tal
Im Grundriss verläuft die Brücke völlig gerade.
Das passt zu einer Schnellfahrstrecke, auf der Kurven möglichst vermieden werden.
Die Züge müssen auf der Brücke nicht langsamer fahren.
Sie überqueren das Tal mit hoher Geschwindigkeit.
Teil der Strecke Wendlingen–Ulm
Die Brücke gehört zur Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm.
Diese Strecke hat die Fahrt zwischen Stuttgart und Ulm deutlich verkürzt.
Früher mussten die Züge über die steile Geislinger Steige.
Heute nehmen schnelle Züge den direkten Weg über die Alb.
Ein Bauwerk im Landschaftsbild
Von unten aus dem Filstal wirkt die Brücke gewaltig.
Die schlanken Pfeiler stehen weit auseinander, damit das Tal offen bleibt.
Für Wanderer im Tal ist sie ein neues Wahrzeichen der Gegend.
Für die Reisenden oben ist sie nur ein Augenblick zwischen zwei Tunneln.
Wie sie sich einordnet
Die Müngstener Brücke im Bergischen Land ist mit rund 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands.
Auf Platz zwei folgt die Rombachtalbrücke an der Strecke Hannover–Würzburg.
Die Filstalbrücke ist die jüngste der drei.
Sie zeigt, wie moderne Schnellfahrstrecken tiefe Täler überwinden.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
