Zahlen, bitte!
„Nach der Bahnreform verschwand in Deutschland jedes Jahr fast so viel Strecke wie von Hamburg bis Frankfurt.“
Wie viele Kilometer Bahnstrecke wurden seit 1994 stillgelegt?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Zwischen 1994 und 2004 wurden in Deutschland jedes Jahr mehr als 400 Kilometer Schienenstrecken stillgelegt. Seit den 1950er Jahren sind es insgesamt mehr als 15.000 Kilometer.
Mit der Bahnreform von 1994 sollte die Eisenbahn in Deutschland wirtschaftlicher werden.
Eine Folge war, dass viele wenig genutzte Strecken aufgegeben wurden.
Die Zahlen zeigen, wie stark das Netz in dieser Zeit geschrumpft ist.

Die wichtigsten Zahlen
über 400 km
pro Jahr
1994 bis 2004
599 km
Sachsen-Anhalt
meiste Stilllegungen
über 15.000 km
seit den 1950ern
insgesamt stillgelegt
Nach Sachsen-Anhalt folgten Nordrhein-Westfalen mit 574 und Bayern mit 522 Kilometern.
Mehr als 400 Kilometer pro Jahr
In den Jahren 1994 bis 2004 wurden in Deutschland pro Jahr mehr als 400 Kilometer Schienenstrecken stillgelegt.
Über das ganze Jahrzehnt gerechnet sind das mehr als 4000 Kilometer.
Das ist rund ein Achtel des Netzes, das die Deutsche Bahn heute betreibt.
Es war eine der größten Schrumpfungen des Netzes seit Jahrzehnten.

Spitzenreiter Sachsen-Anhalt
Die meisten stillgelegten Kilometer lagen in diesem Zeitraum in Sachsen-Anhalt.
Dort waren es 599 Kilometer.
Es folgten Nordrhein-Westfalen mit 574 Kilometern und Bayern mit 522 Kilometern.
Betroffen waren vor allem ländliche Nebenstrecken.
Gut zu wissen
Zwischen 1994 und 2004 wurden in Deutschland jedes Jahr mehr als 400 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt, die meisten in Sachsen-Anhalt (599 km), Nordrhein-Westfalen (574 km) und Bayern (522 km).
Seit den 1950er Jahren sind es mehr als 15.000 Kilometer. Rechtlich wird zwischen Stilllegung und Freistellung von Bahnbetriebszwecken unterschieden.
Über 15.000 Kilometer seit den 1950ern
Die Stilllegungen begannen nicht erst mit der Bahnreform.
Seit den 1950er Jahren wurden in Deutschland mehr als 15.000 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt.
Mit dem Aufstieg des Autos verloren viele Strecken ihre Fahrgäste.
Im Güterverkehr übernahm der Lastwagen immer mehr Transporte.
Was die Bahnreform änderte
Mit der Bahnreform wurde 1994 die Deutsche Bahn AG gegründet.
Das Unternehmen sollte wirtschaftlich arbeiten und Verluste vermeiden.
Strecken mit wenig Verkehr galten dabei oft als zu teuer.
Viele wurden deshalb abgegeben oder ganz stillgelegt.
Stilllegen ist nicht gleich abbauen
Im deutschen Recht wird zwischen Stilllegung und Freistellung unterschieden.
Eine stillgelegte Strecke wird nicht mehr befahren, bleibt aber rechtlich eine Bahnanlage.
Erst mit der Freistellung von Bahnbetriebszwecken kann das Gelände anders genutzt werden.
Rechtsgrundlage ist das Allgemeine Eisenbahngesetz.
Der Weg zur Stilllegung
Oft beginnt der Niedergang einer Strecke schleichend.
Das Angebot wird so weit reduziert, dass nur noch ein Zug pro Tag und Richtung fährt.
Fachleute sprechen dann von Alibi-Zügen.
Die Strecke wird dadurch noch unattraktiver, und am Ende steht die Stilllegung.
Trassen freihalten
Auch nach der Freistellung kann eine Trasse im Flächennutzungsplan freigehalten werden.
So bleibt eine spätere Reaktivierung möglich.
Wo Trassen überbaut wurden, ist eine Rückkehr der Bahn dagegen sehr schwierig.
Deshalb setzen sich viele Verbände dafür ein, alte Trassen zu sichern.
Radwege auf alten Gleisen
Viele stillgelegte Strecken wurden zu Radwegen umgebaut.
Sie sind beliebt, weil sie kaum Steigungen haben.
Manche Strecken werden auch mit Draisinen befahren.
Andere dienen Museumsbahnen, die an Wochenenden fahren.
Die Gegenbewegung
Seit einigen Jahren werden in Deutschland wieder Strecken reaktiviert.
Manche Bundesländer bestellen dort wieder regelmäßige Züge.
Dabei zeigt sich oft, dass mehr Fahrgäste kommen als erwartet.
Die Frage nach stillgelegten Strecken ist deshalb wieder hochaktuell.
Ein Beispiel aus Ostfriesland
Ein Beispiel für eine Strecke, die nach dem Krieg an Bedeutung verlor, ist die Bahn von Abelitz nach Aurich.
Sie ist 13 Kilometer lang.
Solche kurzen Stichstrecken waren besonders häufig von Stilllegungen betroffen.
Heute wird über viele von ihnen neu nachgedacht.
Was die Zahlen bedeuten
Jeder stillgelegte Kilometer bedeutet, dass Orte ihren Anschluss an die Schiene verloren haben.
Für die Menschen dort blieb oft nur das Auto oder ein Bus.
Umgekehrt spart eine Stilllegung Kosten für Unterhalt und Personal.
Zwischen diesen beiden Seiten muss die Politik immer wieder abwägen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
