Wie lang war das deutsche Schienennetz im Jahr 1913?

Zahlen, bitte!

„Vor dem Ersten Weltkrieg kam man in Deutschland mit der Bahn fast in jedes Dorf.“

Wie lang war das deutsche Schienennetz im Jahr 1913?

→ Ein Netz in Zahlen.

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Kurz gesagt

Im Dezember 1913 war das Eisenbahnnetz Deutschlands 63.377 Kilometer lang. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs waren es sogar über 64.000 Kilometer.

Die Eisenbahn veränderte Deutschland im 19. Jahrhundert so stark wie kaum eine andere Erfindung.

In wenigen Jahrzehnten wuchs aus einzelnen kurzen Strecken ein dichtes Netz.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg erreichte es eine Größe, die es danach nie wieder hatte.

15509 Neumark 1913 Bahnhof Brück & Sohn Kunstverlag
Foto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, CC0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

63.377 km

Netzlänge

im Dezember 1913

über 64.000 km

im Jahr 1914

vor Kriegsbeginn

18.480 km

im Jahr 1870

vor der Reichsgründung

Durch den Versailler Vertrag verlor Deutschland Strecken von rund 11.000 Kilometern.

63.377 Kilometer

Für Dezember 1913 wird die Länge des gesamten deutschen Eisenbahnnetzes mit 63.377 Kilometern angegeben.

Im Jahr 1914, vor Beginn des Ersten Weltkriegs, waren es dann über 64.000 Kilometer.

Das war das größte Netz, das Deutschland je hatte.

Heute ist das Netz deutlich kleiner.

15513 Großbothen 1913 Bahnhof Brück & Sohn Kunstverlag
Foto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, CC0, via Wikimedia Commons

Die ersten Kilometer

Im Jahr 1835 fuhr zwischen Nürnberg und Fürth die erste Eisenbahn auf einer Strecke von sechs Kilometern.

Sieben Jahre später, im Oktober 1842, hatte das noch lose Netz knapp 1000 Kilometer erreicht.

Im Jahr 1845 waren es bereits 1400 Streckenkilometer.

Die Reisegeschwindigkeit lag damals bei 30 bis 35 km/h.

Gut zu wissen

Im Dezember 1913 war das deutsche Eisenbahnnetz 63.377 Kilometer lang, 1914 über 64.000 Kilometer. 1870 waren es 18.480 Kilometer, 1890 bereits 41.880 Kilometer.

Durch den Versailler Vertrag verlor Deutschland Strecken von rund 11.000 Kilometern, im April 1920 umfasste das Netz noch 53.559 Kilometer. Seit den 1950er Jahren wurden mehr als 15.000 Kilometer stillgelegt.

6000 Kilometer im Jahr 1850

Zwischen 1845 und 1850 wurden viele Strecken miteinander verknüpft.

Um 1850 gab es rund 6000 Kilometer Schienen auf deutschem Gebiet.

Damit wurde die Eisenbahn zum wichtigsten Verkehrsmittel für weite Reisen.

Die Postkutsche verlor ihre Bedeutung.

18.480 Kilometer bei der Reichsgründung

Im Jahr 1870, kurz vor der Gründung des Deutschen Reichs, gab es 18.480 Kilometer Eisenbahnstrecken.

Zwischen 1870 und 1880 wuchs das Netz im Schnitt um über 1500 Kilometer pro Jahr.

Die Eisenbahn wurde dabei zu einem wichtigen Kunden der Stahlindustrie.

Schienen, Brücken und Lokomotiven brauchten riesige Mengen Eisen und Stahl.

41.880 Kilometer im Jahr 1890

Bis 1890 hatte sich das Netz mehr als verdoppelt.

Es war nun 41.880 Kilometer lang.

Neben den großen Hauptstrecken entstanden immer mehr Nebenbahnen.

Sie erschlossen auch kleine Städte und Dörfer.

Staatsbahnen statt Privatbahnen

Viele frühe Strecken waren von privaten Gesellschaften gebaut worden.

Preußen übernahm ab 1879 nach und nach die meisten Privatbahnen.

Bis 1885 waren etwa 11.000 Kilometer ehemaliger Privatbahnen in preußisches Staatseigentum übergegangen.

Auch die anderen Länder betrieben eigene Staatsbahnen, die sogenannten Länderbahnen.

Nebenbahnen bis ins letzte Dorf

Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wurden über 300 weitere Bahnstrecken fertiggestellt.

Zusammen waren sie mehr als 10.000 Kilometer lang.

Dazu kamen zahlreiche Klein- und Schmalspurbahnen.

So lag im Jahr 1913 kaum ein größerer Ort weit von der Schiene entfernt.

Der Einschnitt von 1918

Im Jahr 1918 betrug die Streckenlänge des deutschen Netzes 60.620 Kilometer.

Durch den Versailler Vertrag verlor Deutschland in den abgetretenen Gebieten Strecken von rund 11.000 Kilometern.

Im April 1920 besaß das Deutsche Reich deshalb nur noch ein Netz von 53.559 Kilometern.

Die Größe von 1913 wurde nie wieder erreicht.

Preußen als größtes Netz

Der größte Teil des Netzes gehörte den preußischen Staatseisenbahnen.

Am Ende des Ersten Weltkriegs hatte ihr Netz eine Länge von fast 37.500 Kilometern.

Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden hatten eigene, kleinere Netze.

Erst ab 1920 wurden alle Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn vereint.

Und heute?

Seit den 1950er Jahren wurden in Deutschland mehr als 15.000 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt.

Das Netz der Deutschen Bahn ist heute nur noch gut halb so lang wie das Netz von 1913.

Viele alte Trassen sind heute Radwege.

Einige werden inzwischen sogar wieder für Züge reaktiviert.

Was die Zahl zeigt

Die 63.377 Kilometer von 1913 zeigen, wie dicht das Land einmal mit Schienen erschlossen war.

Damals gab es kaum Autos, und die Bahn war für fast alle Wege unverzichtbar.

Mit dem Aufstieg von Auto und Lastwagen verloren viele Strecken ihre Fahrgäste.

Die alte Zahl ist deshalb auch ein Maßstab für die heutige Debatte über Reaktivierungen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

Wie lang war das Netz im Jahr 1913?
Im Dezember 1913 63.377 Kilometer.
Wann war das Netz am größten?
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, 1914 waren es über 64.000 Kilometer.
Wie viel verlor Deutschland durch den Versailler Vertrag?
Strecken von rund 11.000 Kilometern.
Wie lang war das Netz 1870?
18.480 Kilometer.
Wie viel wurde seit den 1950er Jahren stillgelegt?
Mehr als 15.000 Kilometer.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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