Zahlen, bitte!
„Von Zwickau bis Lutherstadt Wittenberg: Kein S-Bahn-Netz in Deutschland hat mehr Kilometer Strecke als das rund um Leipzig und Halle.“
Wie lang ist das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der S-Bahn Mitteldeutschland ist rund 850 Kilometer lang. Gemessen an der Länge ist es das größte S-Bahn-Netz Deutschlands.
Die S-Bahn Mitteldeutschland fährt im Ballungsraum Leipzig und Halle und weit darüber hinaus.
Ihr Netz ist so groß, dass es bis nach Zwickau, Naumburg und Lutherstadt Wittenberg reicht.
Wie lang es genau ist und wie es entstand, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
850 km
Streckenlänge
größtes S-Bahn-Netz Deutschlands
12
Linien
rund um Leipzig und Halle
90.000
Fahrgäste pro Werktag
Stand 2023
Beim Start im Dezember 2013 war das Netz erst rund 430 Kilometer lang.
Rund 850 Kilometer
Das Streckennetz der S-Bahn Mitteldeutschland ist nach aktuellen Angaben rund 850 Kilometer lang.
Gemessen an dieser Länge ist es das größte S-Bahn-Netz in Deutschland.
Auf ihm fahren zwölf Linien, die zusammen 170 Stationen bedienen.
Sieben dieser Stationen sind zugleich Halte des Fernverkehrs, darunter die Hauptbahnhöfe von Leipzig und Halle.

Ein Netz, das wächst und schrumpft
Als die S-Bahn Mitteldeutschland im Dezember 2013 startete, war ihr Netz rund 430 Kilometer lang.
Bis 2018 wuchs es auf 802 Kilometer, im Jahr 2023 wurden 780 Kilometer gezählt.
Die Länge ändert sich also immer wieder, weil Linien verlängert, verkürzt oder neu geordnet werden.
Im Vergleich zum Start hat sich das Netz trotzdem ungefähr verdoppelt.
Gut zu wissen
Auf den Linien S1 bis S5 und S8 fahren die Züge im Grundtakt alle 30 Minuten, auf den übrigen Linien meist stündlich. Zwischen Halle-Trotha und Böhlen verdichten sich S5 und S5X zu einem Halbstundentakt.
Die Linie S7 in Halle wurde am 14. Januar 2021 eingestellt. Grund waren umfangreiche Bauarbeiten an der Strecke zwischen Halle Hauptbahnhof und Angersdorf.
Zwei Zentren statt einem
Die Linien sind auf zwei Mittelpunkte ausgerichtet, auf den Tunnel unter der Leipziger Innenstadt und auf den Hauptbahnhof von Halle.
Fachleute sprechen deshalb von einem biradialen Netz.
Von beiden Zentren aus laufen die Linien sternförmig ins Umland.
Zwischen Leipzig und Halle fahren gleich mehrere Linien und verbinden die beiden Großstädte miteinander.
Vier Bundesländer, ein Netz
Die S-Bahn fährt in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.
Bestellt wird der Verkehr deshalb von mehreren Stellen, darunter der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig und die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt.
Überwiegend gilt der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds.
Betrieben wird das Netz von DB Regio Südost.
Von Zwickau bis Wittenberg
Die Linien S5 und S5X fahren von Halle-Trotha quer durch Leipzig bis nach Zwickau.
Die S2 und die S8 führen nach Dessau und nach Lutherstadt Wittenberg.
Die S4 verbindet Wurzen mit Leipzig und Falkenberg an der Elster, die S6 fährt stündlich bis Naumburg.
Die S11 verbindet seit dem 15. Dezember 2024 die Stadt Querfurt direkt mit dem Hauptbahnhof von Halle.
3,9 Kilometer unter Leipzig
Die wichtigste Baumaßnahme für das Netz war der City-Tunnel Leipzig.
Er unterquert das Stadtzentrum auf einer Länge von 3,9 Kilometern in bis zu 25 Metern Tiefe.
Der Bau kostete etwa 960 Millionen Euro.
Durch den Tunnel fahren die Linien S1 bis S6 gebündelt quer durch die Innenstadt.
Stationen unter der Innenstadt
Im Tunnel liegen die vier Stationen Hauptbahnhof tief, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayerischer Bahnhof.
Dazu kommt die Station MDR an der Semmelweisstraße im südlichen Trogbereich des Tunnels.
Insgesamt zählt das Netz fünf unterirdische Stationen, eine davon in Halle-Neustadt.
Der Tunnel ging am 15. Dezember 2013 zusammen mit der ersten Betriebsstufe der S-Bahn Mitteldeutschland in Betrieb.
Von 55.000 auf 90.000 Fahrgäste
Im ersten Betriebsjahr nutzten etwa 55.000 Fahrgäste pro Tag die S-Bahn, 18.000 davon allein zwischen Leipzig und Halle.
In den ersten beiden Jahren wurden jeweils rund 20 Millionen Fahrgäste gezählt.
Damit war das Niveau, mit dem die Planer des City-Tunnels gerechnet hatten, bereits erreicht.
Bis 2018 stieg die Zahl auf 70.000 und bis 2023 auf etwa 90.000 Fahrgäste pro Werktag.
Zwei S-Bahnen seit 1969
Leipzig und Halle bekamen beide im Jahr 1969 eine eigene S-Bahn, die damals noch Stadtschnellbahn hieß.
In Leipzig nahm sie am 12. Juli 1969 den Betrieb auf einem Ring um die Stadt auf, der wegen seiner Form Herz genannt wurde.
In Halle führte die einzige Strecke in einem großen Bogen von Trotha über den Hauptbahnhof in die neue Wohnstadt Halle-Neustadt.
Dort sollten nach den damaligen Plänen einmal 100.000 Menschen leben.
Die Verbindung von 2004
Zwischen Leipzig und Halle gab es schon ab 1928 einen dichten Vorortverkehr mit elektrischen Triebwagen.
Einen eigenen Tarif gab es dort aber erst ab 2001 mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund.
Am 19. März 2002 begann der Bau einer neuen S-Bahn-Strecke zwischen beiden Städten.
Im Dezember 2004 ging das 234 Millionen Euro teure Projekt mit der neuen Linie S10 in Betrieb.
Züge in Silber und Grün
Für den Start im Jahr 2013 wurden 51 elektrische Triebzüge vom Typ Talent 2 bestellt, 36 dreiteilige und 15 vierteilige.
Sie fahren bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnell und tragen statt des üblichen Rots einen Anstrich in Silber und Grün.
Die Investition in die neuen Züge betrug mehr als 200 Millionen Euro.
Je nach Zuglänge bieten sie zwischen 150 und 400 Sitzplätze.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
