Zahlen, bitte!
„Willkommen in Grand Central, dem Bahnhof mit 67 Gleisen auf zwei Etagen.“
Wie viele Gleise hat Grand Central Terminal?
→ Ein Bahnhof in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Grand Central Terminal in New York hat 67 Gleise an 44 Bahnsteigen. Kein anderer Bahnhof der Welt kommt auf so viele Gleise und Bahnsteige.
Grand Central Terminal in Manhattan ist einer der berühmtesten Bahnhöfe der Welt.
Er wurde 1913 eingeweiht und hält seitdem einen Rekord, den bis heute kein anderer Bahnhof gebrochen hat.
Wie viele Gleise er hat und was hinter seinen Mauern steckt, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
67
Gleise
Weltrekord seit 1913
44
Bahnsteige
so viele wie nirgends sonst
über 500.000
Menschen pro Tag
meistbesuchtes Gebäude New Yorks
Eingeweiht wurde der Bahnhof am 2. Februar 1913 nach zehn Jahren Bauzeit.
67 Gleise an 44 Bahnsteigen
Grand Central Terminal in New York hat 67 Gleise, die an 44 Bahnsteigen enden.
Damit ist er seit seiner Einweihung im Jahr 1913 der Bahnhof mit den meisten Gleisen der Welt.
Auch mit seinen 44 Bahnsteigen hält er den Weltrekord.
Gebaut ist er als Kopfbahnhof, die Züge enden hier also und fahren von hier wieder hinaus.

Ein Bahnhof mit zwei Etagen
Die Gleise verteilen sich auf zwei Ebenen, die übereinander liegen.
Auf der oberen Ebene liegen gut 40 Gleise, auf der unteren gut 25.
Zehn Gleise der oberen Ebene dienen nur zum Abstellen von Zügen.
Oben führt ein Gleis als Kehrschleife um 40 Bahnsteige herum, unten umschließen gleich mehrere solcher Schleifen die Gleise.
Gut zu wissen
Offiziell heißt der Bahnhof Grand Central Terminal, im Alltag sagen viele aber Grand Central Station. Diesen Namen trug ab 1900 der Vorgängerbau.
Seit Dezember 1976 ist der Bahnhof ein National Historic Landmark. Zum 100. Geburtstag im Februar 2013 wurde er außerdem als historisches Ingenieurbauwerk ausgezeichnet.
Mitten in Manhattan
Der Bahnhof liegt in Manhattan an der Ecke von 42nd Street und Park Avenue.
Hier enden die Pendlerzüge der Metro-North aus den Countys Westchester, Putnam und Dutchess sowie aus Fairfield und New Haven.
Der Name bedeutet übrigens nicht, dass Grand Central der Hauptbahnhof der Stadt ist.
Er geht auf die Bahngesellschaft New York Central Railroad zurück, die den Bahnhof baute und ihm lange gehörte.
Die Vorgänger von 1871 und 1900
An derselben Stelle standen schon vorher Bahnhofsgebäude mit der gleichen Aufgabe.
Das Grand Central Depot wurde 1871 fertig und führte die Züge von drei Bahngesellschaften an einem gemeinsamen Bahnhof zusammen.
Neu für den amerikanischen Kontinent waren damals Bahnsteige auf Einstiegshöhe und ein Dachgewölbe über allen Gleisen.
Zwischen 1899 und 1900 wurde das Gebäude von drei auf sechs Geschosse aufgestockt und hieß danach Grand Central Station.
Zehn Jahre Bauzeit
Zwischen 1903 und 1913 wurde der alte Bau in Abschnitten abgerissen und durch das heutige Grand Central Terminal ersetzt.
Die Architekturbüros Warren & Wetmore und Reed & Stem entwarfen den Neubau im Stil der Beaux-Arts.
Gleichzeitig wurden die drei dort endenden Eisenbahnlinien elektrifiziert.
Am 2. Februar 1913 wurde der neue Bahnhof schließlich eingeweiht.
Mehr als 500.000 Menschen am Tag
Heute nutzen täglich mehr als 500.000 Menschen den Bahnhof.
Damit ist Grand Central das meistbesuchte Gebäude von New York.
Die riesige Eisenbahn-Kathedrale wurde schon bald nach der Eröffnung zu einem der bekanntesten Bauwerke der Stadt.
Direkt angeschlossen ist die U-Bahn-Station Grand Central–42 Street, an der unter anderem der Shuttle zum Times Square hält.
Der Sternenhimmel in der Haupthalle
Berühmt ist die Decke der Haupthalle, die in dunklem Blaugrün als Sternenhimmel bemalt ist.
Den Entwurf mit den Tierkreiszeichen schuf der Maler Paul César Helleu, beraten vom Astronomieprofessor Harold Jacoby.
Als Vorlage diente die Sternkarte Uranometria von Johann Bayer, die Helleu allerdings recht frei umsetzte.
Nach der Eröffnung machte ein Hobby-Astronom die Fehler bekannt, was in der New York Times für eine Kontroverse sorgte.
Gerettet vor dem Abriss
Im Jahr 1968 wurden Pläne bekannt, den Bahnhof für neue Hochhäuser abzureißen.
Die Denkmalbehörde der Stadt hatte ihn jedoch schon 1967 unter Schutz gestellt und verbot den Abriss.
Der folgende Rechtsstreit ging bis vor den Obersten Gerichtshof der USA, der 1978 der Denkmalbehörde recht gab.
Für den Erhalt des Bahnhofs hatte sich unter anderem Jacqueline Kennedy Onassis eingesetzt.
Heute nur noch Pendlerzüge
Nach der Gründung der Bahngesellschaft Amtrak im Jahr 1971 wurden die ersten Fernzüge aus dem Bahnhof abgezogen.
Seit 1991 fahren hier gar keine Fernzüge mehr, weil eine neue Zufahrt zur Penn Station gebaut worden war.
Für drei Linien der Metro-North Railroad ist Grand Central heute der südliche Endpunkt.
Seit dem 25. Januar 2023 ist außerdem der unterirdische Bahnhof Grand Central Madison mit acht Gleisen für die Long Island Rail Road angeschlossen.
Ein eigener Bahnsteig für ein Hotel
Das Hotel Waldorf Astoria hat im Bahnhof einen eigenen Bahnsteig mit der Nummer 61.
Zu ihm führen ein eigener Aufzug und ein unterirdischer Gang, den sogar Autos benutzen können.
Genutzt haben ihn unter anderem General Pershing im Jahr 1938 und Präsident Franklin D. Roosevelt.
Mitten in der Haupthalle steht außerdem ein zentraler Kiosk mit vier Uhren.
Restauriert, gekauft, gefilmt
In den späten 1990er Jahren wurde der Bahnhof umfassend restauriert.
Dabei reinigten Fachleute das Deckengemälde sechs Monate lang von Hand und ließen einen kleinen Fleck mit dem alten Ruß als Studienobjekt stehen.
Im November 2018 stimmte die Verkehrsbehörde MTA dem Kauf von Bahnhof und Zulaufstrecken für 35 Millionen Dollar zu.
Für den Flashmob Frozen Grand Central erstarrten im Winter 2007/08 in der Halle 207 Menschen für fünf Minuten.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
