Wie viele Bögen hat der Bietigheimer Eisenbahnviadukt?

Zahlen, bitte!

„In Kürze überqueren wir die Enz, die 21 Bögen unter uns stehen hier seit 1853.“

Wie viele Bögen hat der Bietigheimer Eisenbahnviadukt?

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Kurz gesagt

Der Bietigheimer Eisenbahnviadukt hat 21 Bögen in zwei Bogenreihen. Er ist etwa 287 Meter lang, etwa 33 Meter hoch und trägt seit 1853 die Westbahn über das Enztal.

Wer in Bietigheim-Bissingen an der Enz steht, blickt auf eines der bekanntesten Bauwerke der württembergischen Eisenbahn.

Der steinerne Viadukt gehört seit mehr als 170 Jahren zum Stadtbild und ist ein Wahrzeichen der Stadt.

Hier sind die wichtigsten Zahlen zu Bögen, Höhe, Zerstörung und Wiederaufbau.

Bietigheim Bissingen Viadukt 01
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

21

Bögen

in zwei Bogenreihen

ca. 287 m

Länge

über das Enztal

ca. 33 m

Höhe

eröffnet 1853

Bis zu 370 Züge fuhren zeitweise täglich über den Viadukt.

21 Bögen über der Enz

Der Bietigheimer Eisenbahnviadukt hat 21 Bögen, die sich über das Tal der Enz spannen.

Die Bögen sind in zwei Bogenreihen angeordnet, eine über der anderen.

Die lichte Weite der Gewölbe beträgt 11,46 Meter, ihre Breite oben 7,45 Meter.

Das ganze Bauwerk ist etwa 287 Meter lang und etwa 33 Meter hoch.

Bietigheim Bissingen Viadukt 02
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gebaut von 1851 bis 1853

Der Viadukt entstand von 1851 bis 1853 als Teil der württembergischen Westbahn von Bietigheim nach Bruchsal.

Die Leitung hatte Baurat Karl Etzel, die Ausführung lag bei Bauinspektor August Beckh.

Am 20. September 1853 ging der Viadukt gemeinsam mit der Westbahn in Betrieb.

Er war das aufwändigste Einzelbauwerk der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen.

Gut zu wissen

Der Bietigheimer Eisenbahnviadukt hat 21 Bögen, ist etwa 287 Meter lang und etwa 33 Meter hoch. Er wurde von 1851 bis 1853 unter Leitung von Karl Etzel gebaut und am 20. September 1853 eröffnet.

Im April 1945 wurden fünf Pfeiler gesprengt, der Wiederaufbau war am 28. August 1949 abgeschlossen. Seit 1952 ist der Viadukt elektrifiziert, jedes Jahr leuchten seine Bögen zum Abschluss des Pferdemarkts.

Erst Holz geplant, dann ganz aus Stein

Karl Etzel wollte die Brücke zunächst als Holzbrücke auf steinernen Pfeilern bauen.

Am Ende entschied er sich aber für eine vollständig gemauerte Konstruktion.

Bietigheim wählte er als Ausgangspunkt der Westbahn, weil das Gelände dort günstiger war und die Enz gut überquert werden konnte.

Dafür nahm er einen gewagten Brückenbau in Kauf, der bis heute steht.

Die erste Bahn zwischen Württemberg und Baden

Die Westbahn war die erste Eisenbahnverbindung zwischen den Staaten Württemberg und Baden.

Ihrem Bau gingen zahlreiche Planungsvarianten voraus, und politisch war sie lange umstritten.

Württemberg hätte eine Verbindung von Heilbronn nach Wiesloch bevorzugt, Baden eher einen Anschluss über Durlach und Pforzheim.

Der Kompromiss führte von Bietigheim über Bretten nach Bruchsal, wo die badische Hauptbahn erreicht wurde.

Ein rund 30 Meter tiefes Tal

Die Westbahn zweigt in Bietigheim in einer Linkskurve von der Frankenbahn nach Heilbronn und Würzburg ab.

Direkt danach überquert sie mit dem Viadukt das hier etwa 30 Meter tief eingeschnittene Tal der Enz.

Anschließend verläuft die Strecke am Hang oberhalb der Metter weiter nach Westen.

So steht der Viadukt genau dort, wo sich zwei wichtige Strecken trennen.

Pferdemarkt unter den Bögen

Im Jahr 1925 fand unterhalb des Viadukts eine Gewerbe- und Industrieausstellung statt.

Aus diesem Anlass ließ die Stadt Bietigheim den alten Pferdemarkt wieder aufleben.

Er wird seitdem jedes Jahr Anfang September auf dem Festplatz unter dem Viadukt gefeiert.

Zum Abschluss des Pferdemarkts leuchten die Bögen jedes Jahr in bengalischem Licht.

Verstärkt für schwerere Züge

Wegen des wachsenden Verkehrs und höherer Achslasten wurde der Viadukt 1928 und 1929 verstärkt.

Die Deutsche Reichsbahn verbreiterte dabei auch die Fahrbahn.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Pläne für einen zweiten Viadukt, der Metterzimmern und Tamm unter Umgehung des Bahnhofs verbinden sollte.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg begannen erste Bauarbeiten dafür, die bei Kriegsbeginn jedoch zum Erliegen kamen.

Sprengkammern in den Pfeilern

Beim Ausbau der Neckar-Enz-Stellung wurden 1935 Sprengkammern in mehrere Pfeiler des Viadukts eingebaut.

Im Februar und März 1945 wurde der Viadukt mehrfach bombardiert, die Schäden konnten aber ausgebessert werden.

Am 8. April 1945 sprengten deutsche Truppen beim Abzug sämtliche Enzbrücken der Stadt.

Der Viadukt wurde dabei durch die Sprengung der fünf westlichen Pfeiler unbrauchbar.

Eine Notbrücke mit 317 Metern

US-Pioniere überbrückten die Lücke zunächst mit einer Stahlkonstruktion, die schon am 16. Juni 1945 in Betrieb ging.

Weil diese Hilfslösung nicht ausreichte, entstand direkt nördlich eine 317 Meter lange, eingleisige Notbrücke aus Stahl.

Ab dem 16. November 1946 rollte der Verkehr über diese Behelfsbrücke.

Fundamente und Widerlager der Notbrücke sind bis heute erhalten.

Wieder eröffnet am 28. August 1949

Im April 1947 begann der Wiederaufbau des Viadukts.

Die beschädigten Pfeiler wurden mit Beton neu errichtet, und eine Bogenöffnung wurde zur Stabilisierung ganz mit Beton verschlossen.

Am 28. August 1949 wurde der Viadukt wieder eröffnet.

Ein Gedenkstein an einem der alten Fundamente erinnert heute an Zerstörung und Wiederaufbau.

Bis zu 370 Züge am Tag

Seit dem 18. Mai 1952 hängt über dem Viadukt ein Fahrdraht.

Ab 1958 konnten Züge von Stuttgart nach Karlsruhe und nach Mannheim durchgehend elektrisch über die Brücke fahren.

Als Teil einer großen Ost-West-Magistrale musste der Viadukt zeitweise bis zu 370 Züge am Tag tragen.

Entlastung brachte erst 1991 die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart, auf die der Fernverkehr und ein Teil der übrigen Züge auswichen.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Wie viele Bögen hat der Bietigheimer Eisenbahnviadukt?
Er hat 21 Bögen, die in zwei Bogenreihen über das Enztal gespannt sind.
Wie hoch ist der Viadukt?
Er ist etwa 33 Meter hoch und rund 287 Meter lang.
Wann wurde er gebaut?
Von 1851 bis 1853, eröffnet wurde er am 20. September 1853 zusammen mit der Westbahn.
Was geschah im Zweiten Weltkrieg?
Am 8. April 1945 wurden die fünf westlichen Pfeiler gesprengt, am 28. August 1949 war der Viadukt wieder in Betrieb.
Warum leuchten die Bögen im September?
Zum Abschluss des Bietigheimer Pferdemarkts werden sie jedes Jahr mit bengalischem Licht angestrahlt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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