Bahn-Slam · Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, unter Ihnen liegen pro Meter 60 Kilogramm Stahl. Mal zwei, mal die Länge der Strecke.“
Wie viel wiegt eine Schiene?
→ Ein Meter Schiene wiegt so viel wie ein erwachsener Mensch – und davon liegen Zehntausende Kilometer im Land.
Lesezeit: 6 Minuten · Technik & Gleis
Kurz gesagt
Die Standardschiene der Deutschen Bahn wiegt 60 Kilogramm pro Meter – daher ihr Name UIC 60. Ein einziger Meter wiegt also so viel wie ein erwachsener Mensch. Rechnet man ein ganzes Gleis samt Schwellen, Kleineisen und Schotter zusammen, kommt man auf rund 132 Tonnen Stahl pro Kilometer. Die Schiene selbst hat eine kluge Form: einen breiten Fuß, einen schmalen Steg und einen abgerundeten Kopf, über den die Räder laufen. Diese Bauform trägt tonnenschwere Züge – und hält jahrzehntelang.
Man tritt jeden Tag darüber und denkt nie darüber nach, wie schwer das eigentlich ist.
Eine Schiene sieht schlank aus, fast zierlich neben dem gewaltigen Zug, den sie trägt.
Doch dieser schmale Stahlstrang ist überraschend schwer – und muss es sein.
Denn er trägt Hunderte Tonnen, tausendfach am Tag, jahrzehntelang.

Die große Zahl
Die Standardschiene der Bahn wiegt 60 Kilogramm pro Meter.
Daher ihr Name: UIC 60 – die Zahl steht für das Gewicht je Meter.
Ein einziger Meter Schiene wiegt also etwa so viel wie ein erwachsener Mensch.
Und ein Gleis hat zwei Schienen – macht 120 Kilogramm pro Meter, nur für den Stahl, über den die Räder rollen.
Das Gewicht des Gleises
60 kg
pro Meter Schiene
Standardprofil UIC 60
120 kg
pro Meter Gleis
zwei Schienen nebeneinander
132 t
Stahl pro Kilometer
Gleis samt Kleineisen
1970
seitdem Standard
auf Haupt- und Schnellfahrstrecken
Vignol
die Bauform
Fuß, Steg und Kopf
Quellen: Wikipedia „Schiene (Schienenverkehr)“, ArcelorMittal (Profil 60E1/UIC 60). Zahlen gerundet.
Warum die Form so klug ist
Eine Schiene ist kein simpler Balken, sondern sorgfältig geformt.
Unten ein breiter, flacher Fuß, mit dem sie auf der Schwelle steht und befestigt wird.
Darüber ein schmaler Steg, und ganz oben der abgerundete Kopf – die Laufbahn für die Räder.
Diese Form nennt man Vignolschiene. Sie bringt das Gewicht dorthin, wo es gebraucht wird, und spart Stahl, wo er nichts trägt.
Was noch zum Gleis gehört
Die Schienen allein reichen nicht. Sie liegen auf Schwellen, die sie im richtigen Abstand halten – der Spurweite von 1.435 Millimetern.
Darunter liegt das Schotterbett, das die Last verteilt und das Gleis in Lage hält. Zusammen ergibt das rund 132 Tonnen Stahl und viele Hundert Tonnen Schotter pro Kilometer.
Auf Hochgeschwindigkeitsstrecken nutzt man teils die „feste Fahrbahn“ aus Beton – haltbarer, aber teurer.
Warum so schwer sein muss
Je schwerer die Schiene, desto mehr hält sie aus.
Ein Güterzug drückt mit über 20 Tonnen pro Achse auf den Stahl – und das Tausende Male am Tag.
Eine zu leichte Schiene würde sich verbiegen und verschleißen; die schwere UIC 60 hält Jahrzehnte.
Deshalb liegt auf den wichtigen Strecken überall dasselbe kräftige Profil – 60 Kilogramm pro Meter, Meter um Meter.
Zum Vergleich
Ein Kilometer Gleis wiegt allein an Stahl so viel wie rund hundert Kleinwagen.
Und davon liegen im deutschen Netz Zehntausende Kilometer.
Die Bahn ist damit nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern eines der größten Stahlbauwerke des Landes – flach ausgerollt über die ganze Republik.
Häufige Fragen zur Schiene
Wie viel wiegt eine Bahnschiene?
Was bedeutet UIC 60?
Wie viel Stahl steckt in einem Kilometer Gleis?
Wie ist eine Schiene aufgebaut?
Warum muss die Schiene so schwer sein?
Liegen überall dieselben Schienen?
Quellen
Wikipedia „Schiene (Schienenverkehr)“ und ArcelorMittal (Profil 60E1/UIC 60): 60 Kilogramm pro Meter, rund 132 Tonnen Stahl je Kilometer Gleis, Vignol-Bauform, Standard seit 1970.
Alle Zahlen gerundet. Stand: September 2026.
Weiterfahrt
→ Wie schwer ist ein Zug? – die Last, die auf der Schiene liegt
→ Wie viele Weichen hat das Netz? – wo die Schienen sich teilen
→ Verbiegt Hitze die Gleise? – wenn der Stahl sich ausdehnt
