Wie schwer ist ein Zug? Lok, ICE, Regionalzug und Güterzug in Tonnen

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie sitzen gerade auf 670 Tonnen. Bitte lassen Sie sich davon nicht drücken.“

Wie schwer ist ein Zug?

→ Ein Zug wiegt so viel wie ein kleines Dorf – und steht dabei auf Kontaktflächen, die zusammen kaum größer sind als ein Bierdeckel.

Lesezeit: 7 Minuten · Technik & Gewicht

Kurz gesagt

Kommt darauf an. Eine einzelne Lokomotive wiegt 80 bis 120 Tonnen, ein zwölfteiliger ICE 4 rund 670 Tonnen leer. Ein Regionaltriebzug bringt gut 130 Tonnen auf die Waage. Ein normaler Güterzug wiegt beladen schnell 1.500 bis 2.000 Tonnen, schwere Ganzzüge noch mehr. Begrenzt wird das Ganze durch die Achslast: In Deutschland darf eine Achse höchstens 22,5 Tonnen auf die Schiene bringen. Und der schwerste Zug der Welt? Der wog fast 100.000 Tonnen.

Ein Zug fühlt sich schwer an, wenn er vorbeifährt.

Der Boden zittert, die Schranke klappert, und man ahnt: Das da ist nichts, dem man sich in den Weg stellt.

Aber wie schwer ist „schwer“ eigentlich?

Die kurze Antwort: so viel wie ein kleines Dorf.

Die längere Antwort steht in Tonnen – und in einer erstaunlich kleinen Zahl, wenn es um die Fläche geht, mit der dieses Gewicht die Schiene berührt.

Güterzug mit Elektrolok der Baureihe 151
Eine sechsachsige Güterzuglok wie diese wiegt allein rund 118 Tonnen – und zieht das Vielfache hinter sich her. Foto: ChristianSchd, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vom Leichtgewicht zum Schwergewicht

Fangen wir klein an – wobei „klein“ bei der Bahn relativ ist.

Eine moderne Elektrolok wie die Baureihe 185 wiegt rund 84 Tonnen, eine schwere sechsachsige Güterzuglok der Baureihe 151 sogar etwa 118.

Ein Regionaltriebzug, wie er im Nahverkehr fährt, bringt gut 130 Tonnen auf die Schiene.

Ein zwölfteiliger ICE 4 wiegt leer rund 670 Tonnen – und ist damit trotzdem leichter als sein Vorgänger ICE 1, der mit zwei Triebköpfen fast 800 Tonnen wog.

Und ein Güterzug? Der hängt ganz davon ab, was drin ist.

Gewichte auf der Schiene

84–118 t

Lokomotive

BR 185 rund 84, sechsachsige BR 151 rund 118 Tonnen

≈ 670 t

ICE 4

zwölfteilig, leer

≈ 130 t

Regionaltriebzug

im Nahverkehr

1.500–2.000 t

Güterzug

beladen, bei 740 Metern Länge – schwere Ganzzüge mehr

22,5 t

maximale Achslast

so viel darf eine Achse in Deutschland auf die Schiene bringen

99.734 t

schwerster Zug der Welt

ein Erzzug in Australien, 2001

Quellen: Deutsche Bahn / Siemens (ICE 4, Baureihe 185, Vectron), Wikipedia (Baureihe 151), Guinness World Records (schwerster Zug). Güterzug-Gewicht gerundet und je nach Ladung sehr unterschiedlich.

Warum die Achse alles begrenzt

Nicht das Gesamtgewicht ist das Problem, sondern das Gewicht pro Achse.

Denn jede Achse drückt über zwei Räder auf die Schienen – und die dürfen nicht überlastet werden, sonst leiden Gleis, Brücken und Dämme.

In Deutschland liegt die Grenze im Regelfall bei 22,5 Tonnen pro Achse, auf besonders ausgebauten Strecken bei 25.

Ein vierachsiger Güterwagen darf also grob 90 Tonnen wiegen – leer bringt er rund 20 auf die Waage, der Rest ist Ladung.

Wer mehr transportieren will, hängt nicht schwerere Wagen an, sondern mehr Wagen.

Warum ein Zug so wenig Fläche braucht

Ein Stahlrad berührt die Stahlschiene nur auf einer Fläche etwa so groß wie eine Ein-Euro-Münze.

Ein ganzer ICE steht damit auf Kontaktflächen, die zusammen kaum einen Bierdeckel ergeben.

Genau das macht die Bahn so sparsam: Stahl auf Stahl rollt fast ohne Widerstand. Der Preis dafür ist, dass dieselbe kleine Fläche im Herbst bei Laub und im Sommer bei Hitze schnell zickt.

Was das Gewicht im Alltag bedeutet

Schwer zu sein hat Folgen.

Ein 2.000-Tonnen-Güterzug braucht viel länger zum Anfahren und viel länger zum Bremsen als ein Auto – der Bremsweg misst oft mehr als einen Kilometer.

Deshalb kann ein Lokführer bei Gefahr nicht einfach anhalten; die Physik lässt es nicht zu.

Gleichzeitig ist genau dieses Gewicht der Grund, warum die Bahn so viel auf einmal bewegen kann: Ein einziger Güterzug ersetzt gut fünfzig Lastwagen.

Zum Vergleich

Ein ICE 4 wiegt so viel wie rund 500 Kleinwagen – fährt aber mit dem Luftwiderstand von wenigen.

Ein voll beladener Güterzug bringt das Gewicht eines kleinen Hochhauses auf die Schiene, verteilt auf Hunderte Räder.

Und der Rekordzug aus Australien wog mit fast 100.000 Tonnen so viel wie ein großes Kreuzfahrtschiff – nur eben auf Gleisen.

Häufige Fragen zum Gewicht von Zügen

Wie viel wiegt ein ICE?
Ein zwölfteiliger ICE 4 wiegt leer rund 670 Tonnen. Der ältere ICE 1 kam mit zwei Triebköpfen auf fast 800 Tonnen.
Wie viel wiegt eine Lokomotive?
Zwischen etwa 80 und 120 Tonnen. Eine vierachsige BR 185 rund 84 Tonnen, eine sechsachsige BR 151 rund 118.
Wie schwer ist ein Güterzug?
Beladen meist 1.500 bis 2.000 Tonnen bei 740 Metern Länge. Schwere Ganzzüge mit Erz oder Kohle wiegen deutlich mehr.
Was ist die Achslast?
Das Gewicht, das eine Achse auf die Schiene bringt. In Deutschland sind höchstens 22,5 Tonnen erlaubt, auf besonders ausgebauten Strecken 25.
Wie viel wiegt ein Güterwagen?
Leer rund 20 Tonnen, beladen bis etwa 90 – begrenzt durch die Achslast von 22,5 Tonnen bei vier Achsen.
Warum ist der Bremsweg so lang?
Weil ein schwerer Zug viel Bewegungsenergie hat und Stahl auf Stahl wenig bremst. Güterzüge brauchen oft über einen Kilometer zum Stehen.
Wie viele Lastwagen ersetzt ein Güterzug?
Ein einzelner Güterzug transportiert grob so viel wie 50 Lkw – das ist der Grund, warum sein Gewicht ein Vorteil ist.
Welcher Zug war der schwerste der Welt?
Ein Erzzug in Australien im Jahr 2001 mit fast 100.000 Tonnen. Mehr dazu im Beitrag über den längsten Güterzug.

Quellen

Deutsche Bahn und Siemens Mobility (technische Daten ICE 4, Baureihe 185, Vectron); Wikipedia (Baureihe 151, Achslast); Guinness World Records (schwerster Zug 2001).

Güterzug-Gewichte sind je nach Ladung sehr unterschiedlich und hier gerundet. Stand: September 2026.

Weiterfahrt

Der längste Güterzug der Welt – 7,3 Kilometer und 100.000 Tonnen

Was kostet ein ICE? – der Preis pro Zug

Wie schnell fährt der schnellste Zug? – 603 km/h, schwebend

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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