Wie viel wiegt eine Lokomotive? Die Zahlen

Zahlen, bitte

„Achtung am Gleis: Was da so ruhig steht, wiegt so viel wie ein ganzes Mehrfamilienhaus.“

Wie viel wiegt eine Lokomotive?

→ Rund 80 bis 90 Tonnen – und dieses Gewicht ist kein Zufall.

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Kurz gesagt

Eine Lokomotive wirkt wuchtig – und das ist sie auch. Doch ihr hohes Gewicht ist kein Nachteil, sondern die Voraussetzung dafür, dass sie überhaupt schwere Züge ziehen kann.

Eine Lokomotive muss zwei Dinge können: viel Kraft auf die Schiene bringen und dabei nicht durchdrehen.

Beides hängt eng mit ihrem Gewicht zusammen.

Eine zu leichte Lok würde beim Anfahren einfach durchrutschen.

Baureihe 185 im Bahnhof München Ost
Foto: Foobian, CC0, via Wikimedia Commons

80 bis 90 Tonnen

Eine moderne elektrische Streckenlok wiegt typischerweise zwischen 80 und 90 Tonnen.

Ein weit verbreiteter Typ wie die Vectron liegt bei rund 84 Tonnen.

Verteilt auf vier Achsen ergibt das eine Achslast von gut 20 Tonnen.

Zum Vergleich: Ein Auto wiegt etwa anderthalb Tonnen.

Eine Lok bringt also das Gewicht von rund 55 Autos auf die Schiene – und das auf einer Länge von nur etwa 19 Metern.

Gewichte im Überblick

80–90 t

moderne E-Lok

z. B. Vectron ~84 t

~20–22 t

pro Achse

begrenzt durch die Strecke

über 100 t

alte Dampflok mit Tender

oft noch schwerer

Warum das Gewicht erwünscht ist

Der Grund liegt in der Physik.

Eine Lok überträgt ihre Kraft nur über die Reibung zwischen Rad und Schiene.

Je mehr Gewicht auf den angetriebenen Achsen lastet, desto größer ist diese Reibung – und desto mehr kann die Lok ziehen, ohne durchzudrehen.

Deshalb sind Güterzugloks oft besonders schwer.

Sie müssen tausende Tonnen in Bewegung setzen und brauchen dafür genügend Andruck auf der Schiene.

Leichtbau wäre hier fehl am Platz.

Die Grenze setzt die Strecke

Beliebig schwer darf eine Lok aber nicht sein.

Jede Strecke ist nur für eine bestimmte Achslast zugelassen – meist gut 22 Tonnen.

Wird sie überschritten, leiden Gleise und Brücken.

Die Konstrukteure müssen also einen Kompromiss finden: schwer genug für die Zugkraft, aber leicht genug für die Strecke.

Deshalb pendeln sich moderne Loks recht einheitlich um die 84 Tonnen ein.

Diesel, Dampf und die Ausnahmen

Diesellokomotiven wiegen ähnlich viel wie E-Loks, weil sie den schweren Motor und Kraftstoff mitführen.

Rangierloks sind oft bewusst kompakt, aber dennoch schwer, damit sie kräftig genug schieben können.

Die schwersten Brocken waren die alten Dampflokomotiven.

Mit ihrem Tender voller Kohle und Wasser brachten viele von ihnen deutlich über hundert Tonnen auf die Schiene – ein Grund, warum sie so mächtig wirkten.

Manchmal wird sogar Gewicht ergänzt

So wichtig ist das Gewicht, dass man es bei manchen Loks bewusst erhöht.

In den Fahrzeugboden werden dann schwere Platten eingebaut, damit genügend Andruck auf den Achsen liegt.

Was beim Auto undenkbar wäre – zusätzlichen Ballast einzubauen – ist bei der Lok sinnvoll.

Denn hier zählt nicht das schnelle Beschleunigen eines leichten Fahrzeugs, sondern die Kraft, viele hundert Tonnen zu ziehen.

Warum Triebzüge anders sind

Ein ICE oder eine S-Bahn hat oft gar keine schwere Lok mehr.

Bei diesen Triebzügen ist der Antrieb über viele Achsen des ganzen Zuges verteilt.

So verteilt sich auch das nötige Gewicht.

Das hat Vorteile: Der Zug beschleunigt gleichmäßiger und braucht keine einzelne schwere Maschine an der Spitze.

Für schwere Güterzüge aber bleibt die klassische, kräftige Lok bis heute unverzichtbar.

Baureihe 110 im Hannoveraner Hauptbahnhof
Foto: Michael Day, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Blick in die Geschichte

Die alten Dampflokomotiven waren wahre Schwergewichte.

Kessel, Wasser und Kohle brachten enormes Gewicht auf die Schiene.

Manche Baureihen wogen mit ihrem Tender weit über hundert Tonnen und prägten so das Bild der mächtigen Dampfmaschine.

Ein Gewicht, das man hört und spürt

Wer neben einer anfahrenden Lok steht, spürt ihr Gewicht förmlich.

Der Boden vibriert, die Schienen ächzen, und mit einem tiefen Brummen setzt sich die Maschine in Bewegung.

Diese Wucht ist kein Zufall, sondern Absicht.

Erst die Masse macht aus dem Motor echte Zugkraft.

Eine leichte Lok mit gleicher Leistung würde nur die Räder durchdrehen lassen.

Warum das für die Sicherheit wichtig ist

Das hohe Gewicht wirkt auch auf den Bremsweg.

Eine schwere Lok mit langem Zug braucht viel Strecke, um zum Stehen zu kommen.

Das erklärt, warum Züge so früh und vorausschauend bremsen müssen.

Auch deshalb gilt an Bahnübergängen und überall an der Strecke: Der Zug kann nicht einfach anhalten.

Sein Gewicht ist eine seiner größten Stärken – und zugleich der Grund für seinen langen Bremsweg.

So bleibt am Ende ein einfacher Merksatz: Eine Lok muss schwer sein, um stark zu sein.

Ihr Gewicht ist kein Makel, sondern die Grundlage ihrer Kraft – und ein guter Teil dessen, was eine Eisenbahn überhaupt möglich macht.

Kurz erklärt

Eine moderne E-Lok wiegt rund 80 bis 90 Tonnen.

Das Gewicht ist erwünscht: Es sorgt für Reibung und damit für Zugkraft.

Pro Achse sind meist gut 22 Tonnen erlaubt – die Grenze setzt die Strecke.

Alte Dampfloks mit Tender wogen oft über hundert Tonnen.

Häufige Fragen

Warum ist eine Lok so schwer?
Weil sie ihre Kraft nur über die Reibung von Rad und Schiene überträgt. Mehr Gewicht auf den angetriebenen Achsen bedeutet mehr Zugkraft, ohne dass die Räder durchdrehen.
Wie viel wiegt eine Lok pro Achse?
Meist gut 20 bis 22 Tonnen. Diese Achslast ist wichtig, weil die Strecken nur für einen bestimmten Wert zugelassen sind.
Sind Dampfloks schwerer als E-Loks?
Oft ja. Viele alte Dampflokomotiven brachten mit ihrem Tender über hundert Tonnen auf die Schiene und waren damit schwerer als heutige E-Loks.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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