Wie viel kostet die Generalsanierung der Bahn? 41 Korridore, über 4.000 km, Riedbahn 1,3 Milliarden

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, diese Strecke wird generalsaniert. Fünf Monate Vollsperrung, 1,3 Milliarden Euro – danach Ruhe für Jahre.“

Wie viel kostet die Generalsanierung der Bahn?

→ Statt ewiger Nachtbaustellen sperrt die Bahn ganze Strecken für Monate und erneuert alles auf einmal – für Milliarden.

Lesezeit: 7 Minuten · Netz & Bau

Kurz gesagt

Die Deutsche Bahn erneuert ihr überlastetes Netz in einem riesigen Programm: Bis Mitte der 2030er Jahre sollen 41 besonders wichtige Strecken-Korridore generalsaniert werden, zusammen über 4.000 Kilometer. Das Prinzip: Statt jahrelanger Nachtbaustellen wird eine Strecke für einige Monate komplett gesperrt und in einem Rutsch komplett erneuert. Den Anfang machte 2024 die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim – für rund 1,3 Milliarden Euro. Am Ende soll ein „Hochleistungsnetz“ von über 9.000 Kilometern stehen.

Jahrzehntelang hat die Bahn an ihrem Netz herumgeflickt – nachts, am Wochenende, immer nur ein Stück.

Das Ergebnis: ein Netz, das ständig kaputt ist und an dem ständig gebaut wird.

Jetzt versucht sie es anders, radikaler – und teurer.

Ganze Strecken werden für Monate komplett gesperrt und von Grund auf erneuert.

Gleisbau mit neuen Betonschwellen
Alles neu auf einmal: Gleis, Weichen, Oberleitung – in einer einzigen langen Sperrung. Foto: August Geyler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die große Zahl

41 besonders wichtige Korridore will die Bahn bis Mitte der 2030er Jahre generalsanieren.

Zusammen sind das über 4.000 Kilometer – die meistbefahrenen Strecken des Landes.

Am Ende soll daraus ein „Hochleistungsnetz“ von mehr als 9.000 Kilometern werden: saniert, digital, belastbar.

Die Gesamtkosten gehen in die zweistelligen Milliarden – allein die erste Strecke kostete rund 1,3 Milliarden Euro.

Die Generalsanierung in Zahlen

41

Korridore

bis Mitte der 2030er Jahre

> 4.000 km

werden saniert

die wichtigsten Strecken

1,3 Mrd €

allein die Riedbahn

der erste, sanierte Korridor

> 9.000 km

Hochleistungsnetz

das Ziel am Ende

5 Monate

Vollsperrung

statt jahrelanger Nachtbaustellen

Quelle: DB InfraGO / Generalsanierung Hochleistungsnetz. Zahlen gerundet.

Das Prinzip: alles auf einmal

Früher baute die Bahn nachts und ließ tagsüber Züge fahren – das zog sich über Jahre und störte ständig.

Jetzt sperrt sie eine Strecke komplett, oft für rund fünf Monate, und erneuert in dieser Zeit alles: Gleise, Weichen, Oberleitung, Stellwerke, Bahnhöfe.

Das ist für die Monate der Sperrung hart – aber danach ist für viele Jahre Ruhe.

Den Anfang machte 2024 die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim: 117 Kilometer Gleis, 152 Weichen, 140 Kilometer Oberleitung – in einem einzigen Rutsch.

Was in der Sperrung passiert

In den Monaten der Vollsperrung wird die Strecke praktisch neu gebaut: alte Gleise raus, neue rein, Weichen getauscht, Oberleitung erneuert, Bahnhöfe modernisiert, Lärmschutz ergänzt.

Für die Fahrgäste richtet die Bahn Ersatzverkehr ein – bei der Riedbahn fuhren 150 zusätzliche Busse.

Fern- und Güterzüge werden großräumig umgeleitet, was auch andere Strecken stärker belastet.

Warum das überhaupt nötig ist

Das deutsche Netz ist überlastet und vielerorts veraltet: alte Stellwerke, marode Brücken, Weichen am Ende ihrer Lebensdauer.

Jede kleine Störung pflanzt sich durchs ganze Land fort und verspätet Züge.

Die Generalsanierung soll diesen Teufelskreis durchbrechen – mit einem kurzen, harten Schnitt statt endloser Flickschusterei.

Ob das aufgeht, entscheidet sich in den nächsten zehn Jahren, Korridor für Korridor.

Zum Weiterdenken

Zweistellige Milliarden klingen nach enorm viel Geld – verteilt auf über 4.000 Kilometer und viele Jahre relativiert es sich.

Die eigentliche Frage ist nicht der Preis, sondern ob die vielen gleichzeitigen Sperrungen das Netz nicht zeitweise zum Erliegen bringen.

Am Ende soll ein Netz stehen, an dem man jahrelang nicht mehr bauen muss. Das wäre die eigentliche Ersparnis.

Häufige Fragen zur Generalsanierung

Was ist die Generalsanierung der Bahn?
Ein Programm, bei dem besonders wichtige Strecken für einige Monate komplett gesperrt und in einem Rutsch vollständig erneuert werden – statt jahrelanger Nachtbaustellen.
Wie viele Strecken werden saniert?
41 Korridore mit zusammen über 4.000 Kilometern, bis Mitte der 2030er Jahre.
Was kostet das?
Insgesamt zweistellige Milliarden. Allein die erste Strecke, die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, kostete rund 1,3 Milliarden Euro.
Warum wird komplett gesperrt statt nachts gebaut?
Weil man so alles auf einmal erneuern kann. Das ist für die Monate der Sperrung hart, danach aber ist für viele Jahre Ruhe.
Was war die Riedbahn?
Der Pilot-Korridor: 2024 für rund fünf Monate gesperrt, 117 Kilometer Gleis, 152 Weichen und 140 Kilometer Oberleitung erneuert.
Was ist das Hochleistungsnetz?
Das Ziel: ein saniertes, digitales und belastbares Kernnetz von über 9.000 Kilometern, auf dem Störungen seltener werden.

Quellen

DB InfraGO / Generalsanierung Hochleistungsnetz: 41 Korridore und über 4.000 Kilometer, Riedbahn als Pilot (rund 1,3 Milliarden Euro, fünf Monate Vollsperrung 2024), Ziel-Hochleistungsnetz über 9.000 Kilometer.

Alle Zahlen gerundet. Stand: September 2026.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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