Wie viel Energie gewinnt ein Zug beim Bremsen zurück?

Zahlen, bitte!

„Wenn dieser Zug bremst, hilft er gleichzeitig einem anderen Zug beim Anfahren.“

Wie viel Energie gewinnt ein Zug beim Bremsen zurück?

→ Eine Technik in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Moderne elektrische Züge können beim Bremsen bis zu 40 Prozent der Energie zurückgewinnen, die sie zum Beschleunigen gebraucht haben. Frühe Lokomotiven schafften nur etwa 5 Prozent.

Ein Auto wandelt beim Bremsen fast seine ganze Bewegungsenergie in Wärme um.

Ein moderner Elektrozug macht es anders.

Er verwandelt einen großen Teil davon zurück in Strom, und die Zahlen dazu sind erstaunlich.

Siemens Vectron 193 970 InnoTrans 2014
Foto: Hoff1980, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

bis 40 %

moderne Systeme

der Beschleunigungsenergie

25–30 %

Drehstromloks

der Antriebsenergie

5 %

frühe Nutzbremsen

zum Beispiel beim Krokodil

Die zurückgewonnene Energie fließt in die Oberleitung oder in einen Speicher.

Die Nutzbremse

Die Technik heißt Nutzbremse oder Rekuperationsbremse.

Dabei arbeiten die Fahrmotoren beim Bremsen wie Generatoren.

Sie wandeln Bewegungsenergie in elektrische Energie um.

Der Zug wird dadurch langsamer, ohne dass die Energie verloren geht.

2017 Lokomotywa Siemens Vectron 193
Foto: Jacek Halicki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zurück in die Oberleitung

Die gewonnene Energie muss irgendwohin.

Bei der Eisenbahn wird sie meist in die Oberleitung zurückgespeist.

Dort kann sie ein anderer Zug nutzen, der gerade anfährt.

Alternativ kann sie in Speichern wie Kondensatoren oder Akkus landen.

Gut zu wissen

Mit der Nutzbremse wandeln elektrische Züge beim Bremsen Bewegungsenergie in Strom um und speisen ihn meist in die Oberleitung zurück. Frühe Lokomotiven wie das Krokodil gewannen nur etwa 5 Prozent zurück.

Moderne Drehstromloks schaffen etwa 25 bis 30 Prozent der Antriebsenergie, die neuesten Systeme bis zu 40 Prozent der Beschleunigungsenergie.

Anders als die Widerstandsbremse

Bei einer reinen Widerstandsbremse wird der Strom in großen Widerständen in Wärme umgewandelt.

Die Energie ist dann verloren und heizt nur die Umgebung.

Die Nutzbremse vermeidet diesen Verlust.

Deshalb ist sie heute bei modernen Elektrozügen Standard.

5 Prozent beim Krokodil

Schon in der Anfangszeit der elektrischen Bahnen hatten manche Lokomotiven eine Nutzbremse.

Ein Beispiel ist die berühmte Schweizer Lokomotive Ce 6/8, das Krokodil.

Damals konnten nur etwa fünf Prozent der verbrauchten Energie zurückgewonnen werden.

Die Bremskraft war zudem schwach und ungleichmäßig.

25 bis 30 Prozent mit Drehstrom

Moderne Lokomotiven arbeiten mit Drehstrommotoren und Stromrichtern.

Beim Bremsen speisen die Motoren Drehstrom in die Stromrichter.

Diese wandeln ihn um, und ein Transformator speist ihn in die Fahrleitung.

So lassen sich etwa 25 bis 30 Prozent der Antriebsenergie zurückgewinnen.

Bis zu 40 Prozent

Die modernsten Systeme gehen noch weiter.

Sie können bis zu 40 Prozent der Energie zurückholen, die für die Beschleunigung nötig war.

Besonders viel bringt das bei Zügen, die oft halten.

S-Bahnen und Regionalzüge profitieren deshalb besonders.

Im ganzen Geschwindigkeitsbereich

Die heutige Technik funktioniert im gesamten Geschwindigkeitsbereich.

Sie kann bis zur vollen Leistung der Fahrmotoren bremsen.

Die mechanischen Bremsen werden dadurch geschont.

Das spart Verschleiß an Bremsscheiben und Bremsklötzen.

Bergab wird Strom erzeugt

Besonders spannend ist die Nutzbremse auf Gefällstrecken.

Ein schwerer Zug, der bergab fährt, muss ständig gebremst werden.

Mit der Nutzbremse erzeugt er dabei Strom.

So hilft er indirekt den Zügen, die gerade bergauf fahren.

Auch in anderen Bereichen

Nutzbremsen gibt es nicht nur bei der Eisenbahn.

Auch Oberleitungsbusse, Seilbahnen und Förderbänder im Bergbau nutzen sie.

Bei Elektroautos und Hybridfahrzeugen gehört sie ebenfalls dazu.

Die Bahn war aber einer der Vorreiter dieser Technik.

Warum das so wichtig ist

Die Bahn gehört zu den größten Stromverbrauchern in Deutschland.

Jedes Prozent zurückgewonnener Energie spart deshalb viel Geld und Strom.

Außerdem sinkt der Bedarf an Kraftwerksleistung.

Die Nutzbremse ist damit ein stiller Beitrag zum Klimaschutz.

Was Fahrgäste davon merken

Im Zug merkt man von der Nutzbremse kaum etwas.

Manchmal hört man beim Bremsen ein leises Summen der Motoren.

Das ist das Geräusch der Energie, die zurück ins Netz fließt.

Erst kurz vor dem Stillstand übernehmen die mechanischen Bremsen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Wie viel Energie gewinnt ein Zug zurück?
Moderne Systeme bis zu 40 Prozent der Beschleunigungsenergie.
Wie viel war es früher?
Bei frühen Lokomotiven nur etwa 5 Prozent.
Wohin geht der Strom?
Meist zurück in die Oberleitung, wo andere Züge ihn nutzen können.
Was ist der Unterschied zur Widerstandsbremse?
Bei der Widerstandsbremse wird der Strom in Wärme umgewandelt und geht verloren.
Welche Züge profitieren am meisten?
Züge, die oft anhalten, wie S-Bahnen und Regionalzüge.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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