Ortstermin
„Von hier sind es nur anderthalb Kilometer bis Polen, und die Züge fahren einfach weiter.“
Der Bahnhof Forst, Grenzbahnhof in der Rosenstadt an der Neiße
→ Ein Ortstermin in der Niederlausitz.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Forst wurde am 30. Juni 1872 eröffnet und steht als gesamte Anlage unter Denkmalschutz. Er ist ein Grenzbahnhof, die Züge fahren weiter nach Polen.
Rund 20 Kilometer östlich von Cottbus liegt Forst an der Lausitzer Neiße.
Die Stadt war einst eine der bedeutendsten Textilstädte Deutschlands.
Ihr Bahnhof ist heute ein Tor nach Polen, nur wenige Schritte von der Grenze entfernt.

Eröffnet im Jahr 1872
Der Bahnhof Forst ging am 30. Juni 1872 in Betrieb.
Er liegt an der Strecke von Cottbus in Richtung Żary, dem früheren Sorau.
Die gesamte Bahnhofsanlage steht heute unter Denkmalschutz.
Sie liegt etwa einen Kilometer südlich des Stadtzentrums.

Ein Grenzbahnhof
Bis zur polnischen Grenze sind es vom Bahnhof nur etwa anderthalb Kilometer.
In Richtung Osten ist die nächste Station Zasieki, schon auf polnischer Seite.
Von dort führt die Strecke weiter nach Żary und bis nach Łódź.
Nach Westen ist der nächste Bahnhof Klinge, rund acht Kilometer entfernt.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Forst (Lausitz) wurde am 30. Juni 1872 eröffnet und steht als gesamte Anlage unter Denkmalschutz. Er ist Grenzbahnhof, bis Dezember 2014 hielt hier der EuroCity Wawel.
Forst war seit dem 19. Jahrhundert eine der bedeutendsten Textilstädte Deutschlands und wurde deutsches Manchester genannt. Heute führt die Stadt den Beinamen Kreis- und Rosenstadt.
Der EuroCity Wawel
Bis Dezember 2014 hielt in Forst ein internationaler Zug, der EuroCity Wawel.
Er verband Berlin mit Krakau.
Heute halten hier nur noch Regionalbahnen.
Eine davon fährt über die Neiße bis nach Żagań in Polen.

Drei Strecken bis 1995
Bis 1995 trafen sich in Forst drei Bahnstrecken.
Die Bahn nach Guben war von 1904 bis 1981 in Betrieb.
Die Strecke nach Weißwasser fuhr von 1896 bis 1996.
Beide sind inzwischen größtenteils stillgelegt und teilweise abgebaut.

Das deutsche Manchester
Seit 1418 war das Tuchmacherhandwerk in Forst privilegiert.
Ab 1840 wurde hier Buckskin hergestellt, ein fester Wollstoff.
Mit der Dampfmaschine ab 1844 wurde Forst zu einer der bedeutendsten Textilstädte.
Man nannte die Stadt deshalb das deutsche Manchester.

Tuchfabriken als Denkmäler
Mehrere alte Tuchfabriken stehen heute unter Denkmalschutz.
Sie erinnern an die Zeit, als in Forst Tausende Menschen an Webstühlen arbeiteten.
Die Bahn brachte die Wolle und nahm die fertigen Stoffe mit.
Ohne die Eisenbahn wäre dieser Aufstieg kaum möglich gewesen.

Der Wasserturm
Das Wahrzeichen von Forst ist der Wasserturm.
Er ragt weit über die Dächer der Stadt.
Er steht ebenfalls unter Denkmalschutz.
Von vielen Stellen der Stadt aus ist er gut zu sehen.

Die Rosenstadt
Forst führt offiziell den Beinamen Kreis- und Rosenstadt.
Den Namen verdankt die Stadt ihrem großen Rosengarten.
Im Sommer blühen dort unzählige Rosen in vielen Farben.
Viele Besucher kommen extra dafür in die Lausitz.

Ankommen in Forst
Wer in Forst aussteigt, erreicht über die Berliner Straße die Innenstadt.
Die Stadtkirche St. Nikolai geht auf das 12. Jahrhundert zurück.
Ihre Fenster zeigen Motive aus der Tuchmacherei.
Und an der Neiße wartet die Grenze, die heute offen ist.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Häufige Fragen
Seit wann hat Forst einen Bahnhof?
Wie weit ist es bis Polen?
Fahren Züge nach Polen?
Warum hieß Forst deutsches Manchester?
Was ist das Wahrzeichen der Stadt?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Cottbus Hauptbahnhof – die große Stadt der Lausitz im Westen
