Zahlen, bitte!
„Die Linie 18 nach Bonn fährt ein, im Kölner Stadtgebiet den ganzen Tag im Fünf-Minuten-Takt.“
Wie lang ist das Kölner Stadtbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der Kölner Stadtbahn ist 199 Kilometer lang. Etwa 28 Kilometer davon liegen im Tunnel und weitere fünf Kilometer auf einer Hochbahn.
Die Stadtbahn ist das Rückgrat des Nahverkehrs in Köln.
Aus einer Pferdebahn des 19. Jahrhunderts ist ein Netz geworden, das unter, auf und über der Straße fährt.
Wie lang es ist und wie es entstand, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
199 km
Streckennetz
Linienlänge 246 km
236
Haltestellen
davon 39 unterirdisch
28 km
im Tunnel
dazu rund 5 km Hochbahn
Im Jahr 2024 zählten die Kölner Verkehrs-Betriebe mit Stadtbahn und Bussen zusammen 236,2 Millionen Fahrgäste.
199 Kilometer Strecke
Das Streckennetz der Kölner Stadtbahn ist 199 Kilometer lang.
Auf ihm fahren zwölf Linien, deren Wege zusammen 246 Kilometer ergeben.
Betrieben wird die Stadtbahn von den Kölner Verkehrs-Betrieben, kurz KVB.
Auf dem gesamten Netz gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg.

Unter, auf und über der Straße
Etwa 28 Kilometer des Netzes verlaufen in Tunneln.
Weitere fünf Kilometer führen als Hochbahn über die Straßen hinweg.
Der Rest liegt an der Oberfläche, oft auf einem eigenen Bahnkörper.
Von den 236 Haltestellen liegen 39 unter der Erde.
Gut zu wissen
Die Stadtbahn Köln fährt mit 800 Volt Gleichspannung aus der Oberleitung und auf Normalspur. Zwei ihrer Haltestellen sind zugleich Bahnhöfe des Fernverkehrs.
Das Ost-West-Linienbündel mit den Linien 1, 7 und 9 entstand 1994, als die ersten Niederflur-Stadtbahnwagen geliefert wurden. Ende 2001 wurde beschlossen, das Niederflursystem auch auf die Ringstrecke auszuweiten.
Bis nach Bonn
Die Stadtbahn fährt nicht nur in Köln, sondern auch nach Bonn, Brühl, Hürth, Wesseling, Frechen, Bornheim, Alfter und Bergisch Gladbach.
Über Eisenbahnstrecken der Häfen und Güterverkehr Köln ist sie mit der Bonner Stadtbahn verbunden.
Auf den Linien 16 und 18 fahren deshalb auch Fahrzeuge der Bonner Stadtwerke.
Die Linie 16 wurde schon 1978 zu einer Überlandlinie, als sie auf die Rheinuferbahn nach Bonn wechselte.
Zwei Netze in einem
Die Linien 1, 7, 9, 12 und 15 bilden das Niederflurnetz mit niedrigen Bahnsteigen.
Die Linien 3, 4, 5, 13, 16, 17 und 18 gehören zum Hochflurnetz.
Dort liegt der Wagenboden etwa einen Meter über dem Gleis, weshalb für einen stufenlosen Einstieg hohe Bahnsteige nötig sind.
Halten diese Wagen an niedrigen Bahnsteigen, klappen sie zweistufige Tritte aus.
Alle zehn Minuten
Werktags fahren tagsüber alle Linien außer der Linie 17 mindestens alle 10 Minuten.
Die Linie 18 fährt im Kölner Stadtgebiet sogar den ganzen Tag im 5-Minuten-Takt.
Auf einigen Strecken in der Innenstadt fahren drei, auf einem Abschnitt sogar vier Linien.
In den Nächten auf Samstag, Sonntag und Feiertage gilt auf den meisten Linien ein 30-Minuten-Takt.
Züge bis 110 Meter
Die Züge fahren regulär in Doppeltraktion, also aus zwei gekuppelten Wagen.
Das Land Nordrhein-Westfalen machte seine Zuschüsse einst davon abhängig, dass drei oder sogar vier gekuppelte Wagen vom Typ B halten können.
Deshalb sind die Bahnsteige im Tunnel bis zu 110 Meter lang.
Die kürzeren Bahnsteige an der Oberfläche erlauben derzeit höchstens Züge aus zwei Wagen mit zusammen 58 Metern Länge.
Mit Pferden ab 1877
Im Jahr 1877 nahmen die ersten Kölner Pferdebahnen den Betrieb auf.
Sie gehörte einem privaten Unternehmen, das vor allem den Verkehr zwischen Köln und den damals noch selbstständigen Vororten übernahm.
Die erste rein innerstädtische Linie, die sogenannte Rundbahn, baute eine zweite Gesellschaft im Jahr 1879.
Zum 1. Januar 1900 übernahm die Stadt die Pferdebahn und leitete die Elektrifizierung ein.
Zwischen 1904 und 1912 entstanden zusätzlich Vorortbahnen, die bis in die 1960er Jahre Buchstaben statt Nummern trugen.
Breiter als anderswo
In Köln waren die meisten Straßenbahnstrecken schon seit den 1950er Jahren für Wagen mit 2,5 Metern Breite ausgebaut.
Straßenbahnwagen in anderen Städten waren damals höchstens 2,3 Meter breit.
Diese zusätzlichen Zentimeter erlaubten später den Einsatz der 2,65 Meter breiten Stadtbahnwagen vom Typ B.
Mischbetrieb zwischen Straßenbahn und Eisenbahn gab es in Köln schon früh, etwa nachdem 1898 die Vorgebirgsbahn in die Stadt gekommen war.
Der Tunnel ab 1968
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren im Frühjahr 1947 bereits wieder 75 Prozent des Vorkriegsnetzes befahrbar.
Im Jahr 1963 begann der Bau des Innenstadttunnels zwischen Magnusstraße und Dom/Hauptbahnhof.
Am 11. Oktober 1968 ging dieser erste Abschnitt in Betrieb.
Bis 1970 war der Kern des Tunnelnetzes in der Innenstadt fertiggestellt.
Ein Gleisdreieck unter der Erde
Der Innenstadttunnel ging zwischen 1968 und 1970 in mehreren Etappen in Betrieb.
Zuerst fuhren die Bahnen vom Dom/Hauptbahnhof über den Appellhofplatz bis zu einer provisorischen Rampe vor dem Friesenplatz.
An der Station Appellhofplatz entstand dabei ein unterirdisches Gleisdreieck.
Dort unterquert das Gleis vom Friesenplatz zum Hauptbahnhof die anderen Gleise.
Im Oktober 1970 kamen die Abschnitte zur Severinsbrücke und zum Breslauer Platz hinzu.
Zwei Großprojekte
Derzeit wird die Nord-Süd-Stadtbahn gebaut, deren Fertigstellung sich allerdings verzögert.
Sie soll den Innenstadttunnel entlasten und die Linie 16 deutlich schneller machen.
Außerdem hat der Stadtrat eine Ost-West-Stadtbahn beschlossen.
Über einen Tunnel für die Ost-West-Linien in der Innenstadt wird in Köln schon seit den 1970er Jahren diskutiert.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
