Zahlen, bitte
„Ohren zu: Gleich rauscht ein Güterzug vorbei, und der hat es in sich.“
Wie laut ist ein Zug?
→ 80 bis 90 Dezibel – und warum ausgerechnet Güterzüge am lautesten sind.
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Kurz gesagt
Wer neben den Gleisen wohnt, kennt es: Ein vorbeifahrender Zug ist laut. Aber wie laut genau? Und warum machen manche Züge mehr Krach als andere? Wir schauen auf die Zahlen.
Ein vorbeifahrender Zug ist ein kräftiges Geräusch.
Für Anwohner an vielbefahrenen Strecken ist der Lärm ein echtes Problem, besonders nachts.
Doch wie laut ist so ein Zug eigentlich?

80 bis 90 Dezibel
Ein vorbeifahrender Zug erreicht am Gleis rund 80 bis 90 Dezibel.
Zum Vergleich: Ein normales Gespräch liegt bei etwa 60 Dezibel, ein lauter Rasenmäher bei rund 90. Ein Zug ist also ordentlich laut.
Wichtig ist: Die Dezibel-Skala ist nicht linear.
Eine Erhöhung um zehn Dezibel bedeutet eine Verdoppelung der empfundenen Lautstärke.
Der Sprung von 80 auf 90 Dezibel ist also gewaltig.
Lautstärke im Vergleich
80–90 dB
vorbeifahrender Zug
am Gleis gemessen
~60 dB
Gespräch
zum Vergleich
Güterzug
am lautesten
wegen alter Bremsen
Warum Güterzüge am lautesten sind
Am meisten Krach machen die Güterzüge.
Der Grund liegt in den Bremsen.
Viele alte Güterwagen bremsen mit Klötzen aus Grauguss, die direkt auf die Räder drücken.
Das raut die Radoberfläche auf.
Diese aufgeraute Oberfläche erzeugt beim Rollen ein lautes Dröhnen.
Ein moderner Personenzug mit anderen Bremsen ist dagegen deutlich leiser, obwohl er schneller fährt.
Die Flüsterbremse
Zum Glück gibt es eine Lösung: die sogenannte Flüsterbremse.
Sie nutzt Bremsklötze aus einem anderen Material, das die Räder glatt hält.
Damit werden Güterwagen um bis zu die Hälfte leiser.
Inzwischen sind laute Güterwagen auf dem deutschen Netz stark eingeschränkt.
Nach und nach wurden die alten Bremsen ausgetauscht.
Für die Anwohner an den Strecken ist das eine große Erleichterung.
Weitere Wege gegen den Lärm
Neben leiseren Bremsen helfen weitere Maßnahmen.
Lärmschutzwände entlang der Strecke halten den Schall ab.
Auch das Schleifen der Schienen, damit sie glatt bleiben, senkt den Lärm spürbar.
So wird der Zugverkehr Stück für Stück leiser.
Ganz lautlos wird eine Bahn nie sein – doch der Unterschied zu früher ist für viele Anwohner deutlich hörbar.
Was Lärm mit uns macht
Lärm ist mehr als eine lästige Störung.
Dauerhafte Beschallung erhöht den Stress, stört den Schlaf und kann auf lange Sicht sogar dem Herzen schaden.
Deshalb nimmt man Bahnlärm heute sehr ernst.
Besonders die Nacht ist heikel.
Wer ständig von vorbeidonnernden Güterzügen geweckt wird, kommt nicht zur Ruhe.
Guter Lärmschutz ist deshalb auch eine Frage der Gesundheit.
Wo der Lärm entsteht
Der meiste Lärm entsteht dort, wo Rad und Schiene sich berühren.
Je schneller der Zug und je rauer die Oberflächen, desto lauter das Rollen.
Bei hohem Tempo kommt der Luftwiderstand als Geräusch hinzu.
Deshalb setzt man den Lärmschutz am besten an der Quelle an: glatte Räder, glatte Schienen, leise Bremsen.
Was gar nicht erst laut wird, muss man später nicht mühsam abschirmen.

Messen statt schätzen
Wie laut eine Strecke wirklich ist, wird genau gemessen.
Fachleute erfassen den Lärm über Tag und Nacht und erstellen Karten, auf denen man die Belastung sieht.
Sie zeigen, wo Schutz am nötigsten ist.
Auf dieser Grundlage entscheidet man, wo Lärmschutzwände gebaut oder leisere Züge eingesetzt werden.
So fließt das Geld dorthin, wo die Menschen am stärksten leiden.
Der Fortschritt ist hörbar
Wer genau hinhört, merkt den Wandel.
Moderne Personenzüge gleiten fast flüsternd vorbei, während alte Güterzüge früher ohrenbetäubend dröhnten.
Der Austausch der Bremsen hat viel bewirkt.
Für die Anwohner an den Strecken ist das ein Gewinn an Lebensqualität.
Ganz still wird die Bahn nie, doch der Unterschied zu früheren Jahrzehnten ist deutlich zu hören.
Was Fahrgäste hören
Interessant ist, dass Fahrgäste im Zug oft weniger Lärm wahrnehmen als Anwohner draußen.
Moderne Wagen sind gut gedämmt, sodass das Rollen und Rauschen im Inneren gedämpft ankommt.
Draußen dagegen trifft der Schall ungebremst auf die Häuser.
Deshalb sind es vor allem die Anwohner, die unter dem Lärm leiden, während die Reisenden im Zug es ruhig haben.
Leiser wird zur Pflicht
Inzwischen dürfen besonders laute Güterwagen auf dem deutschen Netz kaum noch fahren.
Wer alte, laute Technik einsetzt, muss mit Einschränkungen rechnen.
So zwingt die Regel die Betreiber zu leiseren Wagen.
Das ist ein wichtiger Hebel.
Denn der Lärm lässt sich am wirksamsten dort senken, wo er entsteht.
Eine Pflicht zu leisen Bremsen bringt mehr als jede noch so hohe Wand.
Kurz gesagt: 80 bis 90 Dezibel sind eine Ansage.
Doch dank leiserer Bremsen und Lärmschutz ist der Zug von heute deutlich rücksichtsvoller unterwegs als der von früher – zum Wohle aller, die an den Gleisen wohnen.
Kurz erklärt
Ein vorbeifahrender Zug erreicht am Gleis rund 80 bis 90 Dezibel.
Güterzüge sind am lautesten, weil alte Bremsklötze die Räder aufrauen.
Die Flüsterbremse macht Güterwagen um bis zu die Hälfte leiser.
Lärmschutzwände und glatte Schienen senken den Lärm zusätzlich.
Häufige Fragen
Wie laut ist ein Zug?
Warum sind Güterzüge so laut?
Was ist eine Flüsterbremse?
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