Bahn-Slam · Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, es wird gleich laut. Ein Güterzug ist etwa so laut wie eine Hauptstraße – nur schneller vorbei.“
Wie laut ist ein Zug?
→ Ein vorbeifahrender Zug erreicht die Lautstärke einer Hauptverkehrsstraße – und der Güterzug ist der lauteste von allen.
Lesezeit: 6 Minuten · Umwelt & Lärm
Kurz gesagt
Aus der Nähe erreicht ein vorbeifahrender Zug oft 80 bis 90 Dezibel – etwa so laut wie eine stark befahrene Straße, lauter als ein Staubsauger. Güterzüge sind dabei lauter als Personenzüge, vor allem nachts ein Problem. Lärm gilt als das größte Umweltproblem der ansonsten sauberen Bahn. Die gute Nachricht: Es wird leiser. Zwischen 2019 und 2023 sank der gemittelte Pegel an den Messstellen von 73 auf knapp 70 Dezibel – dank leiserer Bremsen und Lärmschutzwänden, die bis zu 20 Dezibel schlucken.
Wer neben den Gleisen wohnt, kennt das: Ein Zug rauscht vorbei, und für ein paar Sekunden versteht man sein eigenes Wort nicht.
Besonders nachts, wenn die langen Güterzüge rollen, wird Bahnlärm zur Belastung.
So sauber die Bahn beim Klima ist – beim Lärm hat sie ihr größtes Umweltproblem.
Aber wie laut ist ein Zug eigentlich genau?

Die große Zahl
Aus der Nähe erreicht ein vorbeifahrender Zug oft 80 bis 90 Dezibel.
Zum Vergleich: 40 Dezibel sind ein leises Flüstern, 85 eine stark befahrene Hauptstraße, 110 ein Rockkonzert.
Ein Zug liegt also im Bereich der lauten Straße – nur dass er schneller wieder weg ist.
Wichtig dabei: Die Dezibel-Skala ist tückisch. Schon 10 Dezibel mehr empfinden wir als doppelt so laut.
Lautstärke im Vergleich
80–90 dB
Zug aus der Nähe
beim Vorbeifahren
85 dB
Hauptverkehrsstraße
zum Vergleich
40 dB
leises Flüstern
ruhige Wohnstraße nachts
Güterzug
am lautesten
lauter als Personenzüge
73 → 70 dB
Mittelungspegel
2019 bis 2023 gesunken
−20 dB
Lärmschutzwand
so viel kann sie schlucken
Quellen: Umweltbundesamt, Eisenbahn-Bundesamt (Lärmmonitoring), Allianz pro Schiene. Werte für die Nähe der Strecke, gerundet.
Warum der Güterzug so laut ist
Den meisten Lärm macht nicht der Motor, sondern das Rollen: Stahlrad auf Stahlschiene.
Bei alten Güterwagen mit Klotzbremsen wird die Radoberfläche rau – und eine raue Rolle ist eine laute Rolle.
Deshalb sind gerade lange Güterzüge so laut, und deshalb fahren sie oft nachts, wenn Lärm am meisten stört.
Die Bahn hat inzwischen auf leisere Bremsen umgerüstet, die die Räder glatt halten – das allein macht einen hörbaren Unterschied.
Was gegen den Lärm hilft
Leise Bremsen an den Güterwagen glätten die Räder und senken den Lärm direkt an der Quelle.
Lärmschutzwände entlang der Strecke können bis zu 20 Dezibel schlucken – eine spürbare Halbierung der empfundenen Lautstärke.
Dazu kommen Schallschutzfenster für Anwohner. Zusammen wirken diese Maßnahmen: Der gemessene Pegel sinkt seit Jahren.
Zum Weiterdenken
Lärm ist nicht nur lästig, er macht krank: Er stört den Schlaf und belastet Herz und Kreislauf.
Deshalb ist der Bahnlärm zum Hemmschuh geworden – wo Anwohner sich wehren, wird der Ausbau schwerer.
Eine leisere Bahn ist also nicht nur netter, sondern die Voraussetzung, dass überhaupt mehr Züge fahren dürfen.
Häufige Fragen zum Bahnlärm
Wie laut ist ein vorbeifahrender Zug?
Welcher Zug ist am lautesten?
Warum macht der Güterzug so viel Lärm?
Wird die Bahn leiser?
Was bringt eine Lärmschutzwand?
Warum fahren Güterzüge nachts?
Quellen
Umweltbundesamt und Eisenbahn-Bundesamt (Lärmmonitoring), Allianz pro Schiene: Dezibel-Vergleiche, Rückgang des Mittelungspegels 2019–2023, Wirkung von Lärmschutzwänden.
Die genaue Lautstärke hängt von Abstand, Tempo und Zugart ab. Stand: September 2026.
Weiterfahrt
→ Lärmschutzwände zur Pflicht machen? – der Standpunkt dazu
→ Güterzüge nachts verbieten? – der Streit um die Nacht
→ Der längste Güterzug der Welt – der lauteste in Zahlen
