Zahlen, bitte!
„Bitte nicht einsteigen: Über die Elbbrücke bei Dömitz fährt seit April 1945 kein Zug mehr.“
Wie lang war die Elbbrücke Dömitz?
→ Eine Brücke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Elbbrücke Dömitz war 986 Meter lang und gehörte zu den längsten Strombrücken Deutschlands. Seit einem Luftangriff am 20. April 1945 fährt kein Zug mehr über sie, erhalten sind nur noch 16 Vorlandbrücken am Westufer.
An der Elbe bei Dömitz stehen stählerne Brückenbögen, die mitten in der Landschaft enden.
Sie sind der Rest einer Eisenbahnbrücke, die einst Wittenberge mit Lüneburg verband und später genau an der deutsch-deutschen Grenze lag.
Hier sind die wichtigsten Zahlen zu Bau, Zerstörung und neuem Leben der Brücke.

Die wichtigsten Zahlen
986 m
Länge
über Elbe und Vorland
1870–1873
Bauzeit
zweigleisig mit Fußweg
16
erhaltene Vorlandbrücken
am westlichen Elbufer
Seit August 2023 führt ein 130 Meter langer Skywalk über vier der alten Brückenbögen.
986 Meter über Fluss und Vorland
Die Eisenbahnbrücke bei Dömitz war 986 Meter lang und gehörte zu den längsten Strombrücken Deutschlands.
Sie war Teil der Bahnstrecke von Wittenberge nach Lüneburg, die als zusätzliche Verbindung zwischen Berlin, Hamburg und Bremen gedacht war.
Geplant und gebaut wurde die Strecke von der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft.
Heute ist die Brücke teilzerstört, doch ihr westlicher Teil steht noch und ist ein Denkmal.

Vier Stromfelder und eine Drehbrücke
Am westlichen Elbufer bestand die Brücke aus 16 Vorlandbrücken mit Stützweiten von je 33,9 Metern.
Das Flussbett überspannten vier Brückenfelder von je 67,8 Metern und eine Drehbrücke mit zweimal 18,2 Metern.
Am Ostufer folgten noch einmal vier Vorlandbrücken mit je 33,9 Metern.
Zusammengerechnet ergibt das ziemlich genau die 986 Meter Gesamtlänge.
Gut zu wissen
Die Elbbrücke Dömitz war 986 Meter lang und wurde von 1870 bis 1873 gebaut. Sie trug die Strecke von Wittenberge nach Lüneburg über die Elbe und gehörte zu den längsten Strombrücken Deutschlands.
Nach einem Luftangriff am 20. April 1945 wurde sie nie wieder befahren, 1978 und 1988 wurden große Teile abgerissen. Die 16 westlichen Vorlandbrücken stehen unter Denkmalschutz, seit August 2023 mit einem 130 Meter langen Skywalk.
Schmiedeeisen nach Schwedler
Die Überbauten waren Balkenbrücken mit schmiedeeisernen Fachwerkträgern, bei denen die Fahrbahn unten lag.
Die Längsträger wurden als sogenannte Schwedlerträger gebaut und waren bis zu 10 Meter hoch.
Ihre Höhe folgte ungefähr den Kräften, die in den Trägern wirken.
Geplant hatte die Brücke der Berliner Ingenieur Ernst Häseler, gebaut wurde sie von der Harkort’schen Fabrik aus Duisburg.
Eine Brücke mit Verteidigungshäusern
Weil die Festung Dömitz ganz in der Nähe lag, bekam die Bahngesellschaft strenge militärische Bauauflagen.
Die Brücke sollte im Kriegsfall gegen einen feindlichen Übergang über die Elbe verteidigt werden können.
Deshalb stand an jedem Brückenende ein wehrhaft ausgebautes Brückenhaus.
Das Brückenhaus am linken Elbufer ist bis heute erhalten.
Gebaut von 1870 bis 1873
Die Brücke entstand in den Jahren 1870 bis 1873 als zweigleisiges Bauwerk mit einem Fußweg auf der stromaufwärts gelegenen Seite.
Der erste Abschnitt der Strecke von Wittenberge bis Dömitz ging am 15. Dezember 1873 in Betrieb.
Nach Fertigstellung der Elbbrücke fuhren die Züge ab dem 26. November 1874 über den Fluss bis Göhrde weiter.
Die Strecke war für zwei Gleise geplant, wurde aber nur eingleisig gebaut.
Das zweite Gleis verschwand schon 1877
Die Strecke erreichte nie die erhoffte überregionale Bedeutung.
Für den Verkehr reichte deshalb ein einziges Gleis, obwohl die Brücke zwei Gleise trug.
Bereits 1877 wurde das ungenutzte zweite Gleis auf der Brücke entfernt.
In den Jahren 1925 und 1932/33 wurde die Brücke unter laufendem Zugbetrieb umfassend ertüchtigt.
Der 20. April 1945
Bei einem Luftangriff am 20. April 1945 stürzte der östliche Überbau vor der Drehbrücke in die Elbe.
Damit war die durchgehende Verbindung zwischen Wittenberge und Lüneburg unterbrochen.
Das Teilstück von Wittenberge nach Dömitz in der Sowjetischen Besatzungszone wurde 1947 als Reparationsleistung abgebaut.
Seither fährt kein Zug mehr über die Elbe bei Dömitz.
Eine Brücke an der Grenze
Weil das Bauwerk die deutsch-deutsche Grenze querte, wurde es nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.
Im Jahr 1978 wurden die drei verbliebenen Strombrücken und ihre Pfeiler wegen Einsturzgefahr abgerissen.
Im Jahr 1988 folgten die Reste auf dem Gebiet der DDR, darunter die Drehbrücke und die östlichen Vorlandbrücken.
Übrig blieben die 16 westlichen Vorlandbrücken mit dem Brückenkopf, die heute unter Denkmalschutz stehen.
Versteigert für 305.000 Euro
Im Jahr 2009 bot die Deutsche Bahn die Brückenreste zum Verkauf an.
Bei der Versteigerung am 10. April 2010 in Berlin lag das Mindestgebot bei 19.800 Euro, dazu gehörten mehr als 70.000 Quadratmeter Grundstück.
Den Zuschlag erhielt ein niederländisches Immobilienunternehmen für 305.000 Euro.
Inzwischen gehört die Brücke der Samtgemeinde Elbtalaue.
Ein Skywalk über vier Bögen
In den Jahren 2017 und 2018 wurde der westliche Brückenkopf restauriert.
Im August 2023 wurde ein 130 Meter langer Skywalk eröffnet, der über die ersten vier Brückenbögen im Vorland führt.
Vorher wurden die 16 Brückenpfeiler aus Naturstein instand gesetzt, auch an Lagern, Nieten und Profilen der Stahlkonstruktion waren Arbeiten nötig.
Das Projekt kostete insgesamt knapp acht Millionen Euro.
Zwölf Bögen warten noch
Die übrigen zwölf Brückenbögen sollen nach den Plänen ebenfalls zu Aussichtsplattformen werden.
Bei der Finanzierung gab es allerdings bürokratische Hürden, die Ende 2024 bis vor das Verwaltungsgericht Lüneburg führten.
Stand Juni 2026 war erst der erste Bauabschnitt mit dem Skywalk umgesetzt.
Wer heute auf den alten Bögen steht, blickt auf eine Elbe, über die hier seit 1945 kein Zug mehr gefahren ist.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
