Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Königsplatz, hier startete 1877 die erste Dampfstraßenbahn nach Wilhelmshöhe.“
Wie lang ist das Kasseler Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Kasseler Straßenbahnnetz ist mit seinen Umlandstrecken rund 78 Kilometer lang. Dazu kommt die RegioTram, die vom Eisenbahnnetz direkt in die Innenstadt fährt.
In Kassel ist die Straßenbahn das Rückgrat des Nahverkehrs.
Sie begann 1877 mit einer Dampflok und wird bis heute Stück für Stück ins Umland verlängert.
Wie lang das Netz geworden ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
ca. 78 km
Gesamtlänge
mit Umlandstrecken
1877
erste Dampfstraßenbahn
am 9. Juli
bis zu 40
neue Škoda-Bahnen
22 fest bestellt
Die Gleise haben Normalspur mit 1435 Millimetern Spurweite.
Rund 78 Kilometer Netz
Das Kasseler Straßenbahnnetz hat eine Gesamtlänge von ungefähr 78 Kilometern.
Es wächst, weil die Strecken nach und nach ins Umland verlängert werden.
Die Gleise sind in Normalspur verlegt, also mit 1435 Millimetern Spurweite.
Betrieben wird die Straßenbahn von der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, kurz KVG.

Aus eigener Kraft seit 1877
Am 9. Juli 1877 eröffnete die englische Firma Jay & Comp. aus London eine Dampfstraßenbahn vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe.
Zum Start standen zwei Dampflokomotiven und vier Personenwagen bereit.
Später kamen auch Lokomotiven der Kasseler Henschel-Werke hinzu.
Die Kasseler Dampfbahn gilt als erste Straßenbahn Deutschlands, die aus eigener Kraft fuhr und nicht von Pferden gezogen wurde.
Gut zu wissen
Das Kasseler Straßenbahnnetz ist mit seinen Umlandstrecken rund 78 Kilometer lang und normalspurig. Es reicht unter anderem bis Vellmar, Baunatal und Hessisch Lichtenau.
Die erste Dampfstraßenbahn fuhr am 9. Juli 1877, elektrisch fährt die Straßenbahn seit dem 14. Dezember 1898. Seit 2007 verbindet die RegioTram das Eisenbahnnetz mit der Innenstadt.
Erst Omnibus, dann Pferdebahn
Schon im Sommer 1870 fuhr ein Pferdeomnibus von der Stadt zum Bergpark Wilhelmshöhe.
Er verkehrte nur während einer Industrie-Ausstellung vom 1. Juni bis zum 5. Oktober 1870.
Ab 1884 betrieb die Casseler-Stadteisenbahn zusätzlich drei Pferdebahnlinien.
Dampfbahn und Pferdebahn bestanden eine Zeit lang nebeneinander.
Elektrisch ab 1898
Am 24. September 1897 wurden die beiden Betriebe zur Großen Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft verschmolzen.
Danach begann die Elektrifizierung des Netzes.
Am 14. Dezember 1898 fuhren die ersten elektrischen Triebwagen durch Kassel.
Dafür entstanden Betriebshöfe in Wilhelmshöhe und Bettenhausen sowie ein eigenes Elektrizitätswerk am Königstor.
Die Herkulesbahn
Zum Kasseler Netz gehörte lange auch eine ganz andere Bahn.
Die meterspurige Herkulesbahn fuhr von 1902 bis April 1966 durch den Habichtswald und beförderte Güter und Personen.
Seit 1927 war sie ein Teil der Großen Kasseler Straßenbahn.
Außerdem gab es einen Oberleitungsbus zwischen Harleshausen, Kirchditmold und Wilhelmshöhe.
Die RegioTram nach Karlsruher Vorbild
Nach der Jahrtausendwende entstand in Kassel ein Tram-Train-System nach dem sogenannten Karlsruher Modell.
Im August 2007 wurde das Straßenbahnnetz am Hauptbahnhof mit dem Eisenbahnnetz verbunden.
Seitdem fahren die Züge der RegioTram-Linien von den Eisenbahnstrecken weiter bis in die Innenstadt.
Die Fahrzeuge vom Typ RegioCitadis stammen von Alstom aus Salzgitter und sind 2,65 Meter breit.
Tunnel unter dem Hauptbahnhof
1968 ging in Kassel ein kurzer Tunnelabschnitt mit einem U-Bahnhof am Hauptbahnhof in Betrieb.
2005 wurde diese Anlage weitgehend stillgelegt.
Heute fährt die RegioTram über eine Rampe an der Kurfürstenstraße in einen Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz und dem Bahnhofsgebäude.
So kommen Eisenbahn und Straßenbahn am Hauptbahnhof unterirdisch zusammen.
Durch das Lossetal
1998 wurde der erste Abschnitt der Lossetalbahn bis Kaufungen-Papierfabrik eröffnet.
2001 fuhr die Bahn bis nach Helsa.
2006 folgte der letzte Abschnitt bis nach Hessisch Lichtenau, befahren von der Linie 4.
Schnellere Fahrten, die einige Haltestellen auslassen, heißen dort Linie 4S.
Nach Vellmar und Baunatal
Im August 2008 begann der Bau einer neuen Strecke nach Vellmar.
Im Oktober 2011 wurde sie als Verlängerung der Linie 1 bis Vellmar-Nord eröffnet, entlang der früheren Buslinie 45.
Im Süden fährt die Linie 5 bis nach Baunatal-Großenritte.
Ein Streckenast zum Volkswagenwerk in Baunatal ist dagegen seit Ostern 2017 gesperrt.
Ein neues Liniennetz 2018
Im Juni 2015 kündigte die KVG an, das Liniennetz grundlegend zu erneuern.
Nach einer umfangreichen Bürgerbeteiligung wurde das neue Netz im Juni 2017 beschlossen.
Am 25. März 2018 ging es in Betrieb, mit neuen Wegen für die Linien 3, 4, 6 und 7.
In der Hauptverkehrszeit an Schultagen fahren alle Linien im 15-Minuten-Takt.
Beiwagen aus Rostock
In den Jahren 2014 und 2015 kaufte die KVG 15 gebrauchte Niederflurbeiwagen von der Rostocker Straßenbahn.
Sie stammen aus den Baujahren 2001 und 2002.
13 von ihnen wurden saniert, an die Kasseler Verhältnisse angepasst und hinter Kasseler Triebwagen eingesetzt.
Zwischen 2016 und 2019 gingen sie in Betrieb.
Neue Bahnen ab 2026
Am 24. Juli 2023 wurde bekannt, dass Škoda bis zu 40 neue Straßenbahnen vom Typ ForCity Smart an die KVG liefert.
22 dreiteilige Zweirichtungswagen mit 30 Metern Länge sind fest bestellt, für 18 weitere gibt es eine Option.
Die Wagen können gekuppelt fahren und auch Beiwagen ziehen.
Die ersten sollen 2026 kommen, der Fahrgastbetrieb soll nach der Zulassung 2027 beginnen.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
