Wie lang ist ein Eurostar-Zug?

Zahlen, bitte!

„Der Eurostar nach London fährt ab, bitte beachten, der Zug ist fast 400 Meter lang.“

Wie lang ist ein Eurostar-Zug?

→ Ein Zug in Zahlen.

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Kurz gesagt

Ein langer Eurostar-Zug der ersten Generation ist 394 Meter lang, der neuere Eurostar e320 knapp 400 Meter. Kürzer als 375 Meter darf ein Zug für den Eurotunnel gar nicht sein.

Die Eurostar-Züge verbinden London durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal mit Paris, Brüssel, Rotterdam und Amsterdam.

Die Züge sind auffallend lang, und das hat einen besonderen Grund, der tief unter dem Meer liegt.

Wie lang ein Eurostar ist und warum, zeigen die Zahlen.

British Rail Class 373 3206 Saint Denis
Foto: Rsa, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

394 m

Eurostar der ersten Generation

18 Wagen und 2 Triebköpfe

375 m

Mindestlänge

Vorgabe für den Eurotunnel

knapp 400 m

Eurostar e320

16 Wagen, rund 900 Plätze

Im Eurotunnel führen alle 375 Meter Notausgänge in den Servicetunnel.

394 Meter für drei Hauptstädte

Die langen Züge der ersten Eurostar-Generation sind 394 Meter lang.

Sie wiegen insgesamt 815 Tonnen und bieten 794 Sitzplätze.

Weil sie London, Paris und Brüssel verbinden, heißen sie auch Three Capitals, also drei Hauptstädte.

Gebaut wurden sie vom Hersteller Alstom auf der Grundlage des französischen TGV Atlantique.

Eurostar Class 374 on HS1
Foto: Kabelleger / David Gubler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mindestens 375 Meter für den Tunnel

Dass die Züge so lang sind, hat mit dem Eurotunnel zu tun.

Die Regeln des Tunnelbetreibers verlangen, dass Züge mindestens 375 Meter lang und durchgehend begehbar sind.

Im Tunnel führen nämlich alle 375 Meter Notausgänge in den Servicetunnel.

So können bei einem Nothalt alle Fahrgäste im Zug zu einer Tür gehen, die an einem Notausgang liegt.

Gut zu wissen

Eurostar begann als gemeinsames Projekt der Bahnen Frankreichs, Belgiens und Großbritanniens. Seit dem 1. September 2010 fährt der Betreiber als ein gemeinsames Unternehmen mit dem Namen Eurostar International.

Für Schlafwagenzüge unter dem Namen Nightstar wurden in den 1990er Jahren eigens Wagen gebaut. Sie fuhren aber nie durch den Tunnel und wurden 2001 an eine kanadische Bahn verkauft.

Zwei Triebköpfe und 18 Wagen

Ein langer Eurostar der ersten Generation besteht aus zwei Triebköpfen und 18 Mittelwagen.

Die Wagen bilden zwei Hälften mit je neun Wagen, die auf gemeinsamen Drehgestellen ruhen.

In der Zugmitte und an den Triebköpfen sind sie mit automatischen Kupplungen verbunden, damit man den Zug schnell teilen kann.

Fällt ein Triebkopf im Tunnel aus, kann der Triebkopf am anderen Ende den Zug herausziehen.

Schmaler als ein normaler TGV

Weil die Strecken in Großbritannien ein kleineres Lichtraumprofil haben, mussten die Züge niedriger und schmaler werden.

Ein Eurostar der ersten Generation ist deshalb nur 2,81 Meter breit.

Außerdem brauchten die Züge besondere Brandschutzeinrichtungen, etwa Brandschutztüren zwischen den Wagen.

Anfangs konnten sie sowohl Strom aus Stromschienen als auch aus Oberleitungen nutzen.

Die kürzere Version mit 319 Metern

Neben den langen Zügen gab es eine kürzere Bauart mit 319 Metern Länge.

Sie wiegt 665 Tonnen und bietet 578 Sitzplätze.

Diese Züge tragen den Namen North of London, auf Deutsch nördlich von London.

Weil die Fahrgastzahlen niedriger ausfielen als erwartet, suchte man für einige Züge später andere Aufgaben.

300 km/h und ein britischer Rekord

Unter Oberleitung fahren die Züge der ersten Generation bis zu 300 km/h schnell.

Bei einer Versuchsfahrt im Juli 2003 erreichte ein Eurostar auf der Strecke High Speed 1 sogar 334,7 km/h, einen Rekord für Großbritannien.

Im April 2008 schaffte ein Eurostar die 90,19 Kilometer von Ashford nach London in 27 Minuten und 15 Sekunden.

Das entspricht einer Reisegeschwindigkeit von 198,6 km/h.

Der neue e320 mit knapp 400 Metern

Seit November 2015 fährt zusätzlich der Eurostar e320, eine Variante des Siemens Velaro.

Diese Züge sind knapp 400 Meter lang und bestehen aus zwei Endwagen und 14 Mittelwagen.

Sie bieten rund 900 Sitzplätze und fahren bis zu 320 km/h schnell.

Seit März 2018 sind alle 17 bestellten Züge im Einsatz.

Vier Stromabnehmer für drei Systeme

Jeder e320 trägt vier Stromabnehmer für Gleichstrom mit 1500 und 3000 Volt sowie für Wechselstrom mit 25.000 Volt.

Eine Ausrüstung für die deutschen 15.000 Volt ist als Option vorgesehen.

Der Antrieb ist über den Zug verteilt, und jede Zughälfte bleibt bei einer Störung der anderen Hälfte betriebsfähig.

Wegen des Tunnels müssen die Züge bei einem Brand noch 30 Minuten fahrfähig bleiben.

Von London bis Amsterdam

Die Eurostar-Züge fahren von London durch den 1994 fertiggestellten Eurotunnel über Lille nach Paris und Brüssel.

Seit April 2018 fährt der e320 auch zwischen London und Amsterdam.

Seit 2007 sind die Züge fast nur noch auf Hochgeschwindigkeitsstrecken unterwegs.

In London starten sie im Bahnhof St Pancras International.

Über zehn Millionen Fahrgäste

Im Jahr 1996 erwartete man für 2004 insgesamt 21,4 Millionen Reisende im Jahr.

Tatsächlich waren es 2004 nur rund 7,3 Millionen, also etwa ein Drittel.

Seit 2013 befördert Eurostar aber regelmäßig mehr als zehn Millionen Reisende im Jahr.

Im Jahr 2008 nutzten 81 Prozent aller Reisenden, die mit Bahn oder Flugzeug zwischen Paris und London unterwegs waren, den Eurostar.

Doppelstock ab 2031

Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass Eurostar bei Alstom 30 doppelstöckige Züge vom Typ Avelia Horizon bestellt hat.

Jeder dieser Züge soll 540 Sitzplätze bieten, dazu gibt es eine Option auf 20 weitere Züge.

Die Auslieferung soll im Januar 2031 beginnen, ab Mai 2031 sollen die Züge unter dem Namen Celestia fahren.

Geplant sind Einsätze in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Häufige Fragen

Wie lang ist ein Eurostar-Zug?
Die langen Züge der ersten Generation sind 394 Meter lang, der neuere Eurostar e320 knapp 400 Meter.
Warum sind Eurostar-Züge so lang?
Für den Eurotunnel müssen Züge mindestens 375 Meter lang und durchgehend begehbar sein, weil die Notausgänge alle 375 Meter liegen.
Wie viele Sitzplätze hat ein Eurostar?
Die langen Züge der ersten Generation haben 794 Plätze, der e320 rund 900.
Wie schnell fährt ein Eurostar?
Die erste Generation fährt bis zu 300 km/h, der e320 bis zu 320 km/h.
Welche Städte verbindet der Eurostar?
London mit Lille, Paris, Brüssel, Rotterdam und Amsterdam.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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