Zahlen, bitte!
„Achtung, Reisende nach Goa: Auf den nächsten Kilometern folgt Tunnel auf Tunnel entlang der Westküste Indiens.“
Wie lang ist die Konkan Railway?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Konkan Railway ist nach der deutschen Wikipedia 760 Kilometer lang, die englische nennt 756 Kilometer. Sie führt von Roha in Maharashtra über Goa bis Thokur in Karnataka.
An der Westküste Indiens fallen die Berge der Westghats steil zum Meer ab.
Die britische Kolonialverwaltung baute hier nie eine Bahn, die Region war per Schiff gut zu erreichen.
Erst 1998 schloss die Konkan Railway diese Lücke, und ihre Zahlen zeigen, wie schwer das war.

Die wichtigsten Zahlen
760 km
Streckenlänge
englische Wikipedia 756 km
92
Tunnel
der längste rund 6,5 Kilometer
1998
durchgehender Betrieb
Baubeginn 1990
Die Spurweite beträgt 1676 Millimeter, die indische Breitspur.
Rund 760 Kilometer an der Küste
Die Konkan Railway ist nach der deutschen Wikipedia 760 Kilometer lang.
Die englische Wikipedia nennt 756,25 Kilometer bis Mangaluru.
Die Strecke führt von Roha in Maharashtra über Goa bis nach Thokur in Karnataka.
Damit ist sie Teil der Verbindung von Mumbai nach Mangaluru.
Betrieben wird sie von der Konkan Railway Corporation, kurz KRCL.
Die Spurweite beträgt 1676 Millimeter, die indische Breitspur.

Zwischen Bergen und Meer
Die Strecke verläuft entlang der Westhänge der Westghats.
Dieses Gebirge ist meist 1000 Meter hoch oder mehr und fällt innerhalb von 100 Kilometern zum Meer ab.
Trotzdem liegt der größte Teil der Bahnstrecke nur etwa 25 Meter über dem Meeresspiegel.
Möglich wird das, weil die Trasse Täler nutzt und diese mit zahlreichen Tunneln verbindet.
Nur bei Ratnagiri führen hohe Viadukte über tiefe Schluchten.
Dazu kommen Einschnitte mit einer Länge von zusammen mehr als 200 Kilometern.
Gut zu wissen
Die Konkan Railway ist nach der deutschen Wikipedia 760 Kilometer lang, die englische nennt 756 Kilometer. Sie hat 92 Tunnel und laut englischer Wikipedia mehr als 2116 Brücken.
Der durchgehende Verkehr begann 1998, seit März 2022 ist die Strecke vollständig elektrifiziert. Beim Bau starben 74 Menschen.
92 Tunnel
Insgesamt hat die Konkan Railway 92 Tunnel.
Der längste ist der Karbude-Tunnel nördlich von Ratnagiri.
Die deutsche Wikipedia gibt seine Länge mit 6506 Metern an, die englische mit 6561 Metern.
Bei seiner Eröffnung war er der längste Eisenbahntunnel Indiens.
Erst im Jahr 2013 wurde er vom Pir-Panjal-Tunnel übertroffen.
Neun der Tunnel mussten durch weiches Gestein gebohrt werden, was besonders gefährlich war.
Der schwierigste Tunnel bei Pernem
Am schwierigsten war der Bau des Pernem-Tunnels kurz hinter der Grenze zu Goa.
Er ist nur 1561 Meter lang.
Doch fester Fels auf der einen und weiches Erdreich auf der anderen Seite führten vor allem im Monsun zu Wassereinbrüchen.
Mehrfach stürzte der Tunnel ein, zuletzt drei Monate vor der geplanten Eröffnung.
Die Bauzeit für diesen Tunnel dehnte sich so auf sechs Jahre aus.
Am 6. August 2020 stürzten erneut Teile der Wand ein, nach 40 Tagen war der Tunnel wieder frei.
Mehr als 2000 Brücken
Neben den Tunneln braucht die Strecke sehr viele Brücken.
Die englische Wikipedia spricht von mehr als 2116 Brücken.
Die längste führt auf 2,06 Kilometern über den Fluss Sharavathi.
Die Panvalnadi-Brücke war bis 2010 das höchste Viadukt Indiens.
Beim Brückenbau wurde erstmals in Indien das Taktschiebeverfahren eingesetzt.
Damit ließ sich die Bauzeit deutlich verkürzen.
Land von 42.000 Besitzern
Die Grundsteinlegung fand am 15. September 1990 in Roha statt.
Für die Trasse mussten 4850 Hektar Land gekauft werden.
Es gehörte etwa 42.000 verschiedenen Besitzern.
Manche Familien besaßen ihre Grundstücke schon seit Generationen.
Einige Landwirte, die ihre Lebensgrundlage verloren, bekamen eine Stelle bei der Bahn.
In einem Fall musste sogar ein Friedhof verlegt werden.
74 Menschenleben
Der Bau war gefährlich und forderte viele Opfer.
Insgesamt kamen beim Bau der Konkan Railway 74 Menschen ums Leben.
Besonders gefährlich waren Tunneleinstürze und Wassereinbrüche.
Die Hinterbliebenen erhielten Entschädigungen.
Die Bauaufträge gingen vor allem an Larsen & Toubro, aber auch an Gammon India und Afcons.
Anders als die meisten Strecken Indiens entstand die Konkan Railway nicht in der Kolonialzeit, sondern unter indischer Leitung.
Eröffnung in Etappen bis 1998
Als Erstes ging im März 1993 der 46 Kilometer lange Abschnitt von Udupi nach Thokur in Betrieb.
Im Juni 1993 folgten im Norden die 47 Kilometer von Roha nach Veer.
Der längste Abschnitt von Khed nach Sawantwadi Road mit 286 Kilometern war im Dezember 1996 fertig.
Im August 1997 kamen 272 Kilometer bis Pernem hinzu.
Weil der Pernem-Tunnel erst im Januar 1998 fertig war, begann der durchgehende Verkehr erst 1998.
Am 1. März 1998 startete der Netravati Express als erste durchgehende tägliche Verbindung.
Zehn Stunden schneller
Der Netravati Express verkürzte die Reisezeit zwischen Mumbai und Mangaluru um mehr als zehn Stunden.
Vorher mussten die Züge einen weiten Umweg über Strecken im Landesinneren nehmen.
Seit dem 27. Juni 2023 fährt ein Vande Bharat Express von Mumbai nach Madgaon in Goa.
Er schafft die Strecke außerhalb des Monsuns in 7 Stunden und 45 Minuten.
In der Regenzeit braucht er 10 Stunden und 5 Minuten.
Der Zug fährt dabei höchstens 130 Kilometer pro Stunde.
Langsamer im Monsun
Der Monsunregen ist für die Strecke eine ständige Gefahr.
An den steilen Einschnitten kommt es immer wieder zu Erdrutschen.
Am 22. Juni 2003 fuhr ein Zug in einen abgerutschten Hang, 53 Menschen starben.
Erst ein Warnsystem gegen Zusammenstöße und massive Hangsicherungen dämmten die Gefahr ein.
Seit 2008 dürfen die Züge während des Monsuns nur noch 75 statt 120 Kilometer pro Stunde fahren.
Monsun-Patrouillen sollen die kritischen Abschnitte vor jedem Zug kontrollieren.
Lastwagen auf der Schiene, Strom seit 2022
Seit 1999 fahren auf der Strecke auch Lastwagen huckepack mit dem Zug.
Dieser Roll-on-roll-off-Dienst erspart ihnen die kurvige und steile Fernstraße an der Küste.
Bis 2009 wurden auf diese Weise mehr als 1,6 Millionen Fahrzeuge befördert.
Seit dem 30. August 2021 ist der Abschnitt von Roha nach Veer auf 47 Kilometern zweigleisig.
Am 29. März 2022 begann der elektrische Betrieb auf der gesamten Strecke.
Die Oberleitung führt 25 Kilovolt Wechselspannung mit 50 Hertz.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
