Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Tynda: Von hier sind es bis Komsomolsk am Amur noch 36 Stunden Fahrt.“
Wie lang ist die Baikal-Amur-Magistrale?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Baikal-Amur-Magistrale ist nach der deutschen Wikipedia etwa 4280 Kilometer lang, die englische nennt 4324 Kilometer. Sie zweigt in Taischet von der Transsib ab und endet am Pazifik.
Die Transsibirische Eisenbahn kennen viele Menschen.
Weiter nördlich verläuft eine zweite, viel jüngere Strecke durch Sibirien und den Fernen Osten Russlands.
Die Baikal-Amur-Magistrale, kurz BAM, war eines der größten Bauprojekte der Sowjetunion.

Die wichtigsten Zahlen
4280 km
Streckenlänge
englische Wikipedia 4324 km
15.343 m
Seweromuisker Tunnel
längster Tunnel Russlands
1984
Lückenschluss
am 27. Oktober bei Balbuchta
Elektrifiziert ist nur der westliche Abschnitt von Taischet bis Taksimo mit 1469 Kilometern.
Rund 4300 Kilometer durch Sibirien
Die Baikal-Amur-Magistrale ist nach der deutschen Wikipedia etwa 4280 Kilometer lang.
Die englische Wikipedia nennt 4324 Kilometer.
In den Streckendaten des deutschen Artikels stehen 3819 Kilometer, die Zählweise wird dort nicht erklärt.
Etwa 1800 Kilometer liegen in Ostsibirien, die übrigen 2480 Kilometer im Fernen Osten.
Zur BAM zählen auch ältere Anschlussstrecken, die schon vor 1974 entstanden.
Die Spurweite beträgt 1520 Millimeter, die russische Breitspur.

Von Taischet bis an den Pazifik
Die Strecke zweigt in der sibirischen Stadt Taischet von der Transsibirischen Eisenbahn ab.
Sie endet in Sowetskaja Gawan am Pazifischen Ozean.
Dabei verläuft sie nördlich der Transsib und etwa parallel zu ihr.
Die mittleren Abschnitte liegen etwa 400 bis 500 Kilometer weiter nördlich.
Auf 20 Kilometern führt die Strecke direkt am Ufer des Baikalsees entlang.
Unterwegs überquert sie große Flüsse wie die Angara, die Lena und den Amur.
Gut zu wissen
Die Baikal-Amur-Magistrale ist nach der deutschen Wikipedia etwa 4280 Kilometer lang, die englische nennt 4324 Kilometer. Sie führt von Taischet an der Transsib bis Sowetskaja Gawan am Pazifik.
Der Lückenschluss war am 27. Oktober 1984, durchgehend befahrbar ist sie seit 1989. Ihr längster Tunnel misst 15.343 Meter.
Der längste Tunnel Russlands
Die BAM führt durch mehrere Hochgebirge, etwa das Stanowoihochland und den Sichote-Alin.
Das Stanowoihochland durchquert sie im Seweromuisker Tunnel.
Mit 15.343 Metern ist er der längste Tunnel Russlands.
Eingeweiht wurde er erst Ende 2003 für den regulären Betrieb.
Bis dahin mussten die Züge den Berg auf einer 61 Kilometer langen Umgehungsstrecke umfahren.
Zu den großen Tunneln der Strecke gehört laut englischer Wikipedia auch der 6685 Meter lange Baikaltunnel.
Etwa 3000 Brücken
Die Strecke braucht sehr viele Brücken.
Die deutsche Wikipedia spricht von etwa 3000 Brücken an der Strecke.
Die längste ist die 1437 Meter lange Amurbrücke 16 Kilometer südlich von Komsomolsk.
Sie wurde am 26. September 1975 als erster Neubauteil zum ersten Mal befahren.
Viele Abschnitte liegen außerdem auf Dauerfrostboden.
Die englische Wikipedia berichtet, dass die Gleise deshalb besonders widerstandsfähig gebaut wurden.
Erste Pläne und Zwangsarbeit
Pläne zur Erschließung des Baikal-Amur-Raums gab es schon Anfang des 19. Jahrhunderts.
Im April 1932 fiel der offizielle Baubeschluss.
Beim Bau mussten in großem Umfang Häftlinge Zwangsarbeit leisten.
Dafür wurde eine eigene Abteilung des Gulag eingerichtet, das BAMLag.
Der erste Abschnitt wurde 1937 zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution eröffnet.
Im Zweiten Weltkrieg wurden sogar Gleise wieder abgebaut, weil sie für eine Nachschubstrecke nach Stalingrad gebraucht wurden.
Das Bauprojekt des Jahrhunderts
Nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 kamen die Arbeiten völlig zum Erliegen.
Anfang der 1970er Jahre wurde der Bau mit großem Propagandaaufwand wieder aufgenommen.
Im Jahr 1974 begann der eigentliche Bau der neuen Magistrale.
Der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew nannte die BAM laut englischer Wikipedia das Bauprojekt des Jahrhunderts.
Im selben Jahr bestellte die Sowjetunion rund 9500 schwere Lastwagen bei Magirus-Deutz in der Bundesrepublik.
Ihre luftgekühlten Motoren eigneten sich besonders gut für Sibirien.
Das goldene Gleisjoch von 1984
Gebaut wurde gleichzeitig von Westen und von Osten her.
Am 27. Oktober 1984 wurde bei Balbuchta das letzte Gleisstück zwischen beiden Enden verlegt.
Es hieß das Goldene Gleisjoch und lag bei Streckenkilometer 1602.
Dieser Tag gilt als Geburtstag der BAM.
Durchgehend befahrbar war die Strecke seit 1989.
Die Baukosten gibt die englische Wikipedia mit 14 Milliarden US-Dollar an.
Meist nur ein Gleis
Die BAM wurde überwiegend eingleisig gebaut.
Nachträglich zweigleisig ausgebaut wurde vor allem der Abschnitt von Taischet bis zur Lenabrücke bei Ust-Kut mit 787 Kilometern.
Dazu kommen einige kürzere zweigleisige Stücke.
Der Unterbau der gesamten Strecke ist für ein zweites Gleis vorbereitet.
Elektrifiziert ist nur der westliche Abschnitt von Taischet bis Taksimo mit 1469 Kilometern.
Wegen des schwierigen Geländes fahren Güterzüge oft mit mehreren Lokomotiven.
Krise nach der Sowjetunion
Seit Mitte der 1980er Jahre wurde das Projekt zunehmend kritisch gesehen.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben viele geplante Bergwerke und Fabriken an der Strecke aus.
Bis Ende der 1990er Jahre war die BAM deshalb nur schwach befahren und machte Verluste.
Im Jahr 1996 wurde ihre eigene Bahnverwaltung aufgelöst.
Der Westen kam zur Ostsibirischen Eisenbahn, der Osten zur Fernöstlichen Eisenbahn.
Zeitweise wurde sogar eine Stilllegung erwogen.
Neuer Schwung durch Rohstoffe
Mit dem Rohstoffboom in Russland wuchs der Verkehr auf der BAM wieder.
Neue Stichbahnen sollen Lagerstätten von Erz und Kohle erschließen.
Dazu gehört die Kohlelagerstätte Elga in Jakutien mit Vorräten von 2,1 Milliarden Tonnen.
Die Stichstrecke dorthin vom Bahnhof Ulak ist 320 Kilometer lang.
Im Jahr 2007 kaufte das Bergbauunternehmen Mechel Lagerstätte und Bahnbaustelle für 2,3 Milliarden US-Dollar.
Für diese Strecke muss ein etwa 2000 Meter hohes Gebirge gequert werden, 194 Brücken sind dafür vorgesehen.
Kaum Reisende, lange Fahrten
Im Personenverkehr spielt die BAM nur eine kleine Rolle.
Das Gebiet entlang der Strecke ist sehr dünn besiedelt.
Zwischen Tynda und Komsomolsk am Amur fährt nur ein Fernzug am Tag.
Nach der englischen Wikipedia dauert diese Fahrt 36 Stunden.
Von Komsomolsk bis Sowetskaja Gawan am Pazifik sind es weitere 13 Stunden.
Künftig soll die BAM als Alternative zur Transsib auch Container zwischen Ostasien und Europa befördern.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
