Zahlen, bitte!
„Gleich geht es über die Forth Bridge, 2523 Meter Stahl, gehalten von 6,5 Millionen Nieten.“
Wie lang ist die Forth Bridge?
→ Eine Brücke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Forth Bridge bei Edinburgh ist insgesamt 2523 Meter lang. Ihre beiden Hauptöffnungen spannen sich jeweils 520 Meter weit über das Wasser.
Die Forth Bridge überquert in Schottland den Firth of Forth, die breite Mündung des Flusses Forth.
Die Brücke aus dem Jahr 1890 ist eine der größten Auslegerbrücken, die je gebaut wurden, und seit 2015 Weltkulturerbe der UNESCO.
Wie lang sie ist und wie viel Stahl in ihr steckt, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
2523 m
Gesamtlänge
mit den Viadukten an beiden Ufern
2 × 520 m
Hauptöffnungen
1890 Weltrekord
54.000 t
Stahl
mit 6,5 Millionen Nieten
Eröffnet wurde die Brücke am 4. März 1890.
2523 Meter von Ufer zu Ufer
Die Forth Bridge ist mit ihren Viadukten an beiden Ufern insgesamt 2523 Meter lang.
Das Herzstück ist eine Auslegerbrücke mit drei mächtigen Pfeilern und zwei Hauptöffnungen von je 520 Metern.
Dazu kommen zwei Seitenöffnungen über dem Ufer und dem flachen Wasser von je 207 Metern.
Die Gleise liegen auf der ganzen Brücke waagerecht, die lichte Höhe über dem Wasser beträgt 46 Meter.

Weltrekord bis 1919
Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1890 hatte die Forth Bridge die größte Spannweite aller Brücken der Welt.
Diesen Rekord gab sie erst 1919 an die Québec-Brücke in Kanada ab.
Außerdem gilt sie als erste Brücke, die vollständig aus Stahl statt aus Schmiedeeisen gebaut wurde.
Verwendet wurde dafür Siemens-Martin-Stahl.
Gut zu wissen
Die Brücke steht etwa 13 Kilometer westlich von Edinburgh zwischen South Queensferry und North Queensferry. Etwa 900 Meter weiter landeinwärts führt seit 1964 die Forth Road Bridge den Straßenverkehr über den Fluss.
Der Tidenhub von mehr als sechs Metern und die starke Strömung machten den Bau besonders schwierig. Die Pfeilersockel wurden mit Senkkästen gegründet und ragen bis zu 5,5 Meter über das Hochwasser.
Drei Pfeiler mit 100 Metern Höhe
Jeder der drei Hauptpfeiler besteht im Wesentlichen aus vier riesigen Stahlrohren, die durch Diagonalrohre und Fachwerk versteift sind.
Von ihren Granitsockeln aus gemessen sind die Pfeiler 100 Meter hoch.
Die Rohre haben einen Durchmesser von bis zu 3,6 Metern und sind bis zu 106 Meter lang.
Der mittlere Pfeiler steht auf der kleinen Felsinsel Inchgarvie in der Mitte der Flussmündung.
Sechs Ausleger und zwei Einhängeträger
Von den Pfeilern ragen sechs rautenförmige Ausleger mit je 207 Metern Länge zur Seite.
Zwischen ihnen hängen zwei 107 Meter lange Einhängeträger, die wie gewöhnliche Fachwerkbrücken aussehen.
Die äußeren Ausleger sind mit Ausgleichsgewichten beschwert, damit sie nicht abheben, wenn sich zwei Züge auf der Brücke begegnen.
Die Gleise verlaufen im Inneren der Konstruktion auf eigenen Fachwerkträgern, gleichsam einer Brücke in der Brücke.
54.000 Tonnen Stahl und 6,5 Millionen Nieten
Das gesamte Bauwerk besteht aus etwa 54.000 Tonnen Stahl.
Zusammengehalten wird es von rund 6,5 Millionen Nieten.
Die steinernen Pfeiler und Unterbauten bestehen aus Granit aus einem Steinbruch in Aberdeen.
Zur Eröffnung setzte der britische Thronfolger einen eigens angefertigten, vergoldeten letzten Niet.
Die Lehre aus dem Tay-Unglück
Ursprünglich sollte eine Kettenbrücke nach Plänen von Thomas Bouch über den Forth führen.
Am 28. Dezember 1879 stürzte jedoch die ebenfalls von Bouch geplante Brücke über den Firth of Tay bei Dundee ein, und alle Arbeiten am Forth wurden gestoppt.
Die Ingenieure John Fowler und Benjamin Baker planten danach eine völlig neue, besonders stabile Brücke.
Schon ihr Aussehen sollte den Fahrgästen das Vertrauen in die Konstruktion zurückgeben.
Sieben Jahre Bauzeit
Am 21. Dezember 1882 erhielt die Firma Tancred, Arrol and Co. den Auftrag für den Bau.
Die Arbeiten dauerten sieben Jahre und waren im Dezember 1889 abgeschlossen.
In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 5000 Menschen auf der Baustelle, je nach Zählweise kamen 57 bis 73 von ihnen bei Unfällen ums Leben.
Die Ausleger und sogar die Einhängeträger entstanden im Freivorbau, also Stück für Stück frei von den Pfeilern aus.
Eröffnet am 4. März 1890
Im Januar 1890 bestand die Brücke ihre Belastungstests.
Am 24. Februar 1890 fuhr ein Zug mit den Direktoren der beteiligten Bahngesellschaften mehrmals hinüber.
Am 4. März 1890 eröffnete der Prince of Wales, der spätere König Eduard VII., die Brücke feierlich.
Schon während der Bauzeit hatten Könige und Kaiser aus mehreren Ländern die Baustelle besucht.
Menschen als Brückenmodell
Weil so große Auslegerbrücken damals noch neu waren, warben die Erbauer mit einer anschaulichen Vorführung um Vertrauen.
Auf einem berühmten Foto sitzen John Fowler und Benjamin Baker auf Stühlen und halten mit ausgestreckten Armen Stäbe fest.
Die Arme stehen für die auf Zug belasteten Obergurte, die Stäbe für die auf Druck belasteten Untergurte.
In der Mitte sitzt der japanische Ingenieur Kaichi Watanabe auf einem Brett, das den Einhängeträger darstellt.
Rund 200 Züge am Tag
Heute überqueren täglich etwa 200 Züge die Forth Bridge.
Sie liegt auf der Strecke von Edinburgh über Fife nach Dundee und weiter an der Ostküste bis Aberdeen.
Vor dem Bau gab es an dieser Stelle nur eine Fähre, und bei schlechtem Wetter blieb als Alternative ein Umweg über das 37 Kilometer entfernte Stirling.
Von 2002 bis 2012 wurde die Brücke grundlegend saniert.
Welterbe seit 2015
Im Sommer 2015 wurde die Forth Bridge in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Schon 1985 hatte die amerikanische Ingenieursgesellschaft ASCE sie als historisches Ingenieurbauwerk ausgezeichnet.
Eine öffentliche Aussichtsplattform in rund 100 Metern Höhe war geplant, wurde aber nie gebaut.
Weil für eine Oberleitung zu wenig Platz ist, sollen über die Brücke künftig Züge mit Batterien fahren.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
