Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Domsheide, hier treffen sich die Linien, und die Bahn wendet am Ende der Strecke in einer Schleife.“
Wie lang ist das Bremer Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Bremer Straßenbahnnetz hat eine Linienlänge von 110,5 Kilometern und eine Gleislänge von 186,9 Kilometern. Es reicht über Bremen hinaus bis nach Lilienthal in Niedersachsen.
In Bremen ist die Straßenbahn das wichtigste Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs.
Ihre Geschichte reicht bis zu einer Pferdebahn im Jahr 1876 zurück.
Wie groß das Netz heute ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
110,5 km
Linienlänge
in Bremen und Lilienthal
186,9 km
Gleislänge
normalspurig
8
Linien
plus 3 Schnell- und 3 Nachtlinien
Seit 2013 fahren im Liniendienst ausschließlich Niederflurwagen.
110,5 Kilometer Linien
Das Bremer Straßenbahnnetz hat eine Linienlänge von 110,5 Kilometern.
Die Gleislänge ist mit 186,9 Kilometern deutlich größer, weil die meisten Strecken zweigleisig gebaut sind.
Betrieben wird das normalspurige Netz von der Bremer Straßenbahn AG, kurz BSAG.
Die Gleise liegen in Bremen und in der niedersächsischen Nachbargemeinde Lilienthal.

Acht Linien und ein paar Extras
Das Netz besteht aus acht regulären Straßenbahnlinien.
Dazu kommen drei Schnelllinien mit einem nachgestellten S, die weniger Haltestellen anfahren und so schneller am Ziel sind.
Nachts ab etwa 23.30 Uhr übernehmen drei Nachtlinien mit einem vorangestellten N einige Strecken im Stundentakt.
Die Linie 4 hat die längste Strecke, die längste Fahrzeit und die meisten Stationen im ganzen Netz.
Gut zu wissen
Das Bremer Straßenbahnnetz hat eine Linienlänge von 110,5 Kilometern und eine Gleislänge von 186,9 Kilometern. Es reicht bis nach Lilienthal in Niedersachsen.
Die erste Pferdebahn fuhr 1876, elektrisch fährt die Bremer Straßenbahn seit 1892. Seit 2013 sind im Liniendienst nur noch Niederflurwagen unterwegs.
Alle zehn Minuten eine Bahn
Montags bis samstags fahren die Tageslinien im Grundtakt von zehn Minuten.
In der Schulzeit kommt morgens und nachmittags zeitweise sogar alle 7,5 Minuten eine Bahn.
Im Spätverkehr, samstagmorgens und sonntags gilt im ganzen Netz ein 20-Minuten-Takt.
Nur die Strecke von Borgfeld nach Lilienthal wird grundsätzlich alle 20 Minuten bedient.
Wo sich die Linien treffen
Zentrale Knotenpunkte sind der Hauptbahnhof, die Kreuzung Am Brill und die Domsheide.
Der meistbefahrene Abschnitt liegt zwischen Hauptbahnhof und Am Dobben, wo die Linien 1, 4 und 10 fahren.
An insgesamt zwölf Stationen halten mindestens drei Linien.
Außerhalb der Mitte ist Gröpelingen der wichtigste Umsteigeknoten, denn dort enden gleich vier Linien gemeinsam.
Wendeschleifen statt Rückwärtsgang
Die Bremer Straßenbahn fährt mit Einrichtungswagen, die nur an einem Ende einen Fahrerplatz haben.
An den Endhaltestellen braucht sie deshalb Wendeschleifen oder Wendedreiecke.
Als in den 1960er Jahren eine Strecke in Walle bis zum Waller Friedhof verlängert wurde, entstand dort eine solche Schleife.
Dadurch konnten auf dieser Strecke auch die damals modernen Einrichtungswagen fahren.
Angefangen mit Pferden
Am 4. Juni 1876 eröffnete die Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn ihre erste Strecke nach nur sechs Wochen Bauzeit.
Sie führte vom Herdentor am Rand der Altstadt bis zur Vahrster Brücke und wurde 1877 nach Horn verlängert.
1879 eröffnete ein Konkurrent die Linie von Hastedt nach Walle, die in ihren Grundzügen bis heute als Linie 2 besteht.
1880 überquerte die Pferdebahn auf der Strecke vom Markt zum Buntentor zum ersten Mal die Weser.
Ein Versuch aus dem Jahr 1890
Zu einer großen Gewerbe- und Industrieausstellung im Bürgerpark wurde 1890 eine Strecke versuchsweise elektrifiziert.
Dabei war zum ersten Mal in Deutschland der Stromabnehmer auf dem Wagen abgestützt, statt an der Oberleitung zu hängen.
Das System bewährte sich so gut, dass sich die Bremer Pferdebahn 1891 in Bremer Straßenbahn umbenannte.
Seit dem 1. Mai 1892 fuhr die Linie von der Börse nach Horn dauerhaft elektrisch.
Größte Ausdehnung und schwere Schäden
1908 bekamen die Linien die Nummern 1 bis 8, damit sich die Fahrgäste besser zurechtfanden.
Um 1940 hatte das Bremer Straßenbahnnetz seine größte Ausdehnung erreicht.
Im Zweiten Weltkrieg wurden Gleise, Fahrleitungen und Wagen schwer beschädigt.
Bei Kriegsende waren nur noch zehn Prozent der Fahrzeuge betriebsfähig und 80 Prozent der Oberleitung zerstört.
Seit 1998 wächst das Netz wieder
Zwischen 1963 und 1972 wurden mehrere Strecken eingestellt, danach stagnierte das Netz lange.
Am 23. Mai 1998 folgte der Neustart mit einer neuen Strecke zum Flughafen und der wiedereröffneten Linie 4 bis Horn-Lehe.
Im Oktober 1998 wurde die Linie 6 bis zur Universität verlängert.
Am 30. März 2019 kam die neue Linie 5 hinzu, die die Überseestadt direkt mit dem Hauptbahnhof verbindet.
Über die Landesgrenze nach Lilienthal
Im Dezember 2002 wurde die Linie 4 bis Borgfeld verlängert.
Im August 2014 folgte die Verlängerung durch Lilienthal bis nach Falkenberg.
Seitdem ist die Linie 4 die einzige Bremer Straßenbahnlinie, die über die Landesgrenze nach Niedersachsen fährt.
Weitere Verlängerungen der Linien 1 und 8 im Süden sind im Bau und sollen nach heutiger Planung 2027 eröffnet werden.
Früh auf Niederflur gesetzt
Bremen testete schon 1990 einen Niederflur-Prototyp mit dem Namen GT6N.
Von 1993 bis 1996 kamen 78 Niederflurwagen vom Typ GT8N des Herstellers AEG, die lange den Großteil der Flotte stellten.
Zwischen Ende 2005 und 2012 folgten 43 Wagen der Flexity-Familie von Bombardier, die mit 2,65 Metern deutlich breiter sind als die älteren Wagen mit 2,30 Metern.
Damit sie fahren konnten, musste der Abstand zwischen den Gleisen im gesamten Netz vergrößert werden.
84 neue Avenio-Bahnen
Zwischen 2020 und 2025 beschaffte die BSAG 84 neue Straßenbahnen vom Typ Avenio des Herstellers Siemens.
Die erste Fahrt mit Fahrgästen fand am 30. September 2020 auf der Linie 6 statt.
Gebaut wurden die Wagen in Wien und im serbischen Kragujevac.
35 von ihnen sind zusätzlich für Eisenbahnstrecken zugelassen, weil die neuen Linien 1 und 8 teils über Eisenbahngleise führen sollen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
