Zahlen, bitte!
„In diesem Tunnel klettert der ICE auf die Schwäbische Alb, ohne dass man es merkt.“
Wie lang ist der Boßlertunnel?
→ Ein Tunnel in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Der Boßlertunnel ist 8808 Meter lang. Er ist der längste Tunnel der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm und der fünftlängste Eisenbahntunnel Deutschlands.
Zwischen Stuttgart und Ulm liegt die Schwäbische Alb.
Lange war sie für die Bahn ein steiles Hindernis.
Heute bringt ein langer Tunnel die Züge hinauf.

Die wichtigsten Zahlen
8808 m
Länge
zwei eingleisige Röhren
25 ‰
Steigung
zum Südostportal
280 m
Gestein darüber
an der höchsten Stelle
Durchschlag der zweiten Röhre am 8. Juni 2018.
8808 Meter lang
Der Boßlertunnel ist 8808 Meter lang.
Er ist der längste Tunnel der Schnellfahrstrecke von Wendlingen nach Ulm.
In Deutschland ist er der fünftlängste Eisenbahntunnel.
Länger sind nur der Landrückentunnel, der Mündener Tunnel, der Fildertunnel und der Katzenbergtunnel.

Zwei Röhren
Der Tunnel besteht aus zwei Röhren mit je einem Gleis.
So hat jede Fahrtrichtung ihren eigenen Tunnel.
Verbindungsgänge zwischen den Röhren dienen als Fluchtwege.
Das ist bei langen neuen Tunneln heute Standard.
Gut zu wissen
Der Boßlertunnel ist 8808 Meter lang und besteht aus zwei eingleisigen Röhren. Er steigt mit rund 25 Promille an, über ihm liegen bis zu 280 Meter Gestein.
Im Tunnel sind 250 km/h erlaubt. Am Südostportal schließt direkt die rund 485 Meter lange Filstalbrücke an.
Unter dem Boßler hindurch
Der Tunnel unterquert zuerst den Roten Wasen.
Danach führt er unter dem Boßler hindurch, einem Berg am Rand der Schwäbischen Alb.
Nach ihm ist der Tunnel benannt.
Die Trasse verläuft weitgehend gerade nach Südosten.
Bergauf mit 25 Promille
Im Tunnel steigt die Strecke zum Südostportal mit rund 25 Promille an.
Das bedeutet 25 Meter Höhe auf einem Kilometer.
Für eine Schnellfahrstrecke ist das steil.
Moderne Züge schaffen das trotzdem mit hohem Tempo.
Bis zu 280 Meter Gestein
Über dem Tunnel liegen an der höchsten Stelle bis zu 280 Meter Gestein.
Auf rund sechs Kilometern führt er durch die Schichten des Braunjuras.
Diese Schichten sind teilweise wenig fest.
Deshalb war der Bau technisch anspruchsvoll.
250 km/h im Tunnel
Im Tunnel dürfen die Züge bis zu 250 km/h fahren.
Mit einer anderen Kurve am Westportal wären sogar 300 km/h möglich gewesen.
Dafür hätte ein Bogen von einem Kilometer vergrößert werden müssen.
Man entschied sich aber anders.
Direkt auf die Brücke
Am Südostportal endet der Tunnel direkt an einer Brücke.
Es ist die rund 485 Meter lange Filstalbrücke.
Die Züge fahren also aus dem Berg heraus und gleich über ein tiefes Tal.
Danach verschwinden sie im nächsten Tunnel.
Ein Rettungsplatz am Westportal
Vor dem Westportal liegt ein Rettungsplatz mit 1500 Quadratmetern.
Dort können Einsatzkräfte im Notfall schnell arbeiten.
Am Ostportal gibt es wegen der Brücke keinen solchen Platz.
Die Rettungskonzepte wurden deshalb genau geplant.
Durchschlag im Jahr 2018
Die Bauarbeiter bohrten sich viele Monate durch den Berg.
Am 8. Juni 2018 gelang der Durchschlag der zweiten Röhre.
Danach folgten der Innenausbau und die Technik.
Erst dann konnten Gleise verlegt werden.
Teil der neuen Strecke
Der Tunnel gehört zur Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm.
Sie verkürzt die Fahrt zwischen Stuttgart und Ulm deutlich.
Früher mussten die Züge die steile Geislinger Steige hinauf.
Heute nehmen schnelle Züge den neuen Weg.
Portale an zwei Orten
Das Nordwestportal liegt bei Aichelberg, nordöstlich von Weilheim an der Teck.
Das Südostportal entstand zwischen Mühlhausen im Täle und Wiesensteig.
Dazwischen liegt der ganze Anstieg auf die Alb.
Von außen sieht man davon nur die beiden Tunnelmünder.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
