Wie lang ist der Bahnhof Canfranc?

Zahlen, bitte!

„Endstation Canfranc, bitte aussteigen, der Anschlusszug nach Frankreich fährt hier seit 1970 nicht mehr.“

Wie lang ist der Bahnhof Canfranc?

→ Ein Bahnhof in Zahlen.

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Kurz gesagt

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Canfranc ist 241 Meter lang. Es war eines der größten Bahnhofsgebäude in Spanien und Europa und hat auf jeder Seite 75 Türen.

Hoch in den spanischen Pyrenäen, kurz vor der Grenze zu Frankreich, steht einer der eindrucksvollsten Bahnhöfe Europas.

Er wurde für einen großen internationalen Verkehr gebaut, der nie so richtig kam.

Wie lang der Bahnhof Canfranc ist und was er erlebt hat, zeigen die Zahlen.

Tren abandonado en la Estacion Internacional de Canfranc (2)
Foto: Jule_Berlin, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

241 m

Länge des Empfangsgebäudes

75 Türen auf jeder Seite

1194 m

Höhe über dem Meer

in den Pyrenäen

27 km

Gleise

Gesamtlänge der Gleisanlagen

Eröffnet wurde die Strecke über Canfranc am 18. Juli 1928.

241 Meter Bahnhof

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Canfranc ist 241 Meter lang.

Damit war es eines der größten Bahnhofsgebäude in Spanien und in ganz Europa.

Auf jeder Seite hat das Gebäude 75 Türen, und Kuppeln betonen die Mitte sowie die Pavillons an beiden Enden.

Die Anlage war so groß, dass sie dem Bahnhof einer Stadt mit 100.000 Einwohnern entsprach.

Tren abandonado en la Estacion Internacional de Canfranc (3)
Foto: Jule_Berlin, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Auf 1194 Metern Höhe

Der Bahnhof liegt auf 1194 Metern Höhe südlich des Pyrenäenhauptkamms.

Auf der französischen Nordseite des Grenztunnels reichte der Platz für einen großen Grenzbahnhof nicht aus.

Deshalb baute man ihn auf einem eigens angelegten Plateau einige Kilometer nördlich des Dorfes Canfranc.

Rund um den Bahnhof entstand ein neuer Ort, der zur Unterscheidung Canfranc Estación heißt.

Gut zu wissen

Güterzüge fahren in Canfranc bis heute: Mais aus Südfrankreich wird hier aus Lastwagen in Ganzzüge nach Spanien umgeladen. Von 2020 bis Mitte 2025 ruhte dieser Verkehr wegen Bauarbeiten an den spanischen Strecken.

Das Hotel im Bahnhof war 2025 das Zentrum der Weltmeisterschaften im Berg- und Traillauf. Im früheren französischen Gleisfeld erinnert seit Januar 2023 ein Park mit alten Eisenbahnteilen an die Geschichte des Ortes.

Zwei Spurweiten unter einem Dach

In Canfranc trafen zwei verschiedene Spurweiten aufeinander, die Normalspur aus Frankreich und die breitere iberische Spur aus Spanien.

Deshalb mussten alle Reisenden hier umsteigen und alle Güter umgeladen werden.

Das Empfangsgebäude lag genau zwischen den beiden Gleisanlagen.

Reisende sollten auf einer Seite aussteigen, drinnen die Grenzkontrollen erledigen und auf der anderen Seite sofort in den Anschlusszug steigen.

Acht Kilometer unter der Grenze

Die Bahnstrecken zwischen Pau in Frankreich und Saragossa in Spanien wurden zwischen 1902 und 1927 gebaut.

Herzstück ist der acht Kilometer lange Tunnel unter dem Somport-Pass, der 1918 nach zehn Jahren Bauzeit fertig war.

Die französische Strecke wurde von Anfang an bis Canfranc mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifiziert.

Auf der französischen Seite hat die Strecke Steigungen von bis zu 43 Promille.

Eröffnet von König und Präsident

Am 18. Juli 1928 wurde die Strecke feierlich eröffnet.

Dabei waren der spanische König Alfons XIII. und der französische Staatspräsident Gaston Doumergue anwesend.

Von diesem Tag an gab es durchgehenden Verkehr zwischen Pau und Saragossa.

Der Bahnhof war als Knotenpunkt der beiden Strecken und als Inselbahnhof zwischen ihnen angelegt.

Einer der ersten Bauten aus Stahlbeton

Das Empfangsgebäude entstand von 1921 bis 1925 nach Plänen des spanischen Architekten Fernando Ramírez de Dampierre.

Es war eines der ersten Gebäude überhaupt, das komplett aus Stahlbeton gebaut wurde.

Im Inneren gab es ein Hotel, Restaurants und Büros für die spanische und die französische Bahn, für Grenzpolizei und Zoll.

Der Stil gilt als später eklektizistischer Historismus, der Formen verschiedener Epochen verbindet.

1,2 Kilometer Bahnsteigdach

Für Umsteiger und Güter gab es lange, überdachte Bahnsteige mit einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern.

Die Dächer über den Bahnsteigen bedeckten zusammen 20.000 Quadratmeter.

Dazu kamen Lagerhallen, ein spanischer Ringlokschuppen und eine französische Halle für Elektrolokomotiven.

Alle Gleisanlagen zusammen hatten eine Länge von 27 Kilometern.

Die Reisenden blieben aus

Die erwartete große Zahl von Reisenden kam nie, denn die steile und kurvige Strecke war zu langsam für den internationalen Verkehr.

Von 1936 bis 1940 ruhte der Verkehr wegen des Spanischen Bürgerkriegs und von 1944 bis 1948 wegen der Spannungen zwischen Spanien und Frankreich.

Im Jahr 1970 stürzte auf französischer Seite nach einem Eisenbahnunfall die Brücke von l’Estanguet ein.

Sie wurde nicht wieder aufgebaut, und seitdem fahren keine Züge mehr über die Grenze.

Jahrzehnte des Verfalls

Nach dem Ende des Grenzverkehrs verfielen Bahnhof und Gleisanlagen zusehends, und viele Ausstattungsstücke wurden geplündert.

Alte Waggons, die für ein Museum gesammelt worden waren, verrotteten zum großen Teil auf den Gleisen.

Die wenigen verbliebenen Personenzüge endeten an einem kleinen neuen Bahnsteig zur Straße hin.

Das fast leere Empfangsgebäude blieb trotzdem eine Attraktion für Eisenbahnfans, Fotografen und Historiker.

Ein Hotel mit 104 Zimmern

Anfang 2013 kaufte die Region Aragonien das Hauptgebäude und ließ zunächst das Dach neu decken.

Seit dem Frühjahr 2021 halten die Züge in einem neuen Durchgangsbahnhof mit nur noch drei Gleisen in der früheren Güterhalle.

Ende Januar 2023 eröffnete im alten Empfangsgebäude ein Luxushotel mit 104 Zimmern und vier Suiten.

Die Bahnhofshalle unter der Kuppel ist weiterhin öffentlich zugänglich und dient zugleich als Empfang des Hotels.

Warten auf den Zug nach Frankreich

Heute enden in Canfranc täglich zwei Regionalzugpaare aus Saragossa, dazu kommen Busse aus Bedous mit Anschluss von Pau.

Seit 2025 fahren im Sommer zusätzlich touristische Züge aus Jaca.

Auf französischer Seite fahren seit Juni 2016 wieder Züge von Pau bis Bedous.

Eine durchgehende Verbindung in Normalspur von Pau über Canfranc bis Saragossa ist ab 2035 geplant (Stand Mitte 2026).

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Wie lang ist der Bahnhof Canfranc?
Das Empfangsgebäude ist 241 Meter lang und hat auf jeder Seite 75 Türen.
Wo liegt der Bahnhof Canfranc?
In den spanischen Pyrenäen auf 1194 Metern Höhe, kurz vor der Grenze zu Frankreich.
Warum fahren keine Züge mehr nach Frankreich?
Im Jahr 1970 stürzte auf französischer Seite die Brücke von l’Estanguet ein und wurde nicht wieder aufgebaut.
Was ist heute im Bahnhof?
Seit Januar 2023 ein Luxushotel mit 104 Zimmern und vier Suiten, die Halle bleibt öffentlich zugänglich.
Wann soll der Grenzverkehr wieder starten?
Eine durchgehende Verbindung von Pau nach Saragossa ist ab 2035 geplant (Stand Mitte 2026).

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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