Wie lang ist das Wiener U-Bahn-Netz?

Zahlen, bitte!

„Zurückbleiben bitte, die U4 fährt ab, vorbei an Stationen, die schon die alte Stadtbahn kannte.“

Wie lang ist das Wiener U-Bahn-Netz?

→ Ein Netz in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Das Wiener U-Bahn-Netz ist 83 Kilometer lang, gut die Hälfte davon liegt unter der Erde. Fünf Linien bedienen 99 Stationen und beförderten 2023 rund 352 Millionen Fahrgäste.

In Wien gehört die U-Bahn zum Alltag wie das Kaffeehaus.

Ihre Wurzeln reichen bis zur Dampfstadtbahn von 1898 zurück.

Wie groß das Netz heute ist, zeigen die Zahlen.

Bahnsteige U6 Michelbeuern (Wien) 2007 02 17 9
Foto: Der gelehrte hermes, Public domain, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

83 km

Streckennetz

50,3 % unterirdisch

99

Stationen

offiziell 110, je Linie gezählt

352 Mio.

Fahrgäste

im Jahr 2023

Der Fahrgastbetrieb begann am 8. Mai 1976 auf der heutigen Linie U4.

83 Kilometer, fünf Linien

Das Wiener U-Bahn-Netz ist 83 Kilometer lang.

41,8 Kilometer davon, also 50,3 Prozent, verlaufen unterirdisch.

Es besteht aus den fünf Linien U1, U2, U3, U4 und U6, die jeweils auf ihrer eigenen Strecke fahren.

Betrieben wird die U-Bahn von den Wiener Linien, die der Stadt Wien gehören.

U6 Wien Gumpendorferstraße DSC07046
Foto: Der gelehrte hermes, Public domain, via Wikimedia Commons

352 Millionen Fahrgäste

Im Jahr 2023 beförderte die Wiener U-Bahn rund 352 Millionen Fahrgäste.

Tagsüber fahren die Züge im Abstand von zwei bis fünf Minuten.

Am Abend und am frühen Wochenendmorgen kommt etwa alle sieben bis acht Minuten ein Zug.

Der Betrieb läuft normalerweise von etwa 5 Uhr bis etwa 0.30 Uhr.

Gut zu wissen

Das Wiener U-Bahn-Netz ist 83 Kilometer lang und hat fünf Linien mit 99 Stationen. Im Jahr 2023 beförderte es rund 352 Millionen Fahrgäste.

Der Fahrgastbetrieb begann 1976, offiziell eröffnet wurde die U-Bahn 1978. Als nächste Linie soll die fahrerlose U5 hinzukommen.

99 Stationen

Die Wiener U-Bahn hat 99 Stationen.

Zählt man die Umsteigestationen für jede Linie einzeln, kommt man auf die offiziell genannten 110 Stationen.

An zehn Umsteigestationen halten zwei oder drei Linien.

Jeder Bahnsteig gehört dabei nur einer Linie, einzige Ausnahme ist die Station Längenfeldgasse, wo sich U4 und U6 die Bahnsteige teilen.

Würfel und Farben

An der Oberfläche sind alle Eingänge mit einem sogenannten U-Bahn-Würfel gekennzeichnet.

Jede Linie hat ihre eigene Kennfarbe.

Die U4 ist die einzige Linie, die ihre Farbe gewechselt hat.

Bei ihrer Eröffnung 1976 war sie violett markiert, erst 1977 bekam sie ihr heutiges Grün.

Die Stadtbahn als Grundstein

Am 6. Februar 1892 wurde ein Gesetz zum Bau einer Wiener Stadtbahn mit mehr als 40 Kilometern Netzlänge beschlossen.

Sie ging zwischen 1898 und 1901 abschnittsweise in Betrieb, zunächst mit Dampflokomotiven.

Der Architekt Otto Wagner gestaltete Stationen, Brücken und Strecken nach einem einheitlichen Prinzip.

An der U4 stehen mit Schönbrunn und Stadtpark bis heute zwei seiner Stationen aus der Stadtbahnzeit.

Der Beschluss von 1968

Im Jänner 1968 beschloss der Wiener Gemeinderat den Bau eines U-Bahn-Netzes.

Nach der Prüfung von 25 Projektvarianten galt ein 30 Kilometer langes Grundnetz als am dringendsten.

Zur Finanzierung führte die Stadt eine neue Abgabe für Arbeitgeber ein.

Sie wird bis heute erhoben und umgangssprachlich U-Bahn-Steuer genannt.

Start am 8. Mai 1976

Am 8. Mai 1976 fuhren die ersten Fahrgäste auf der U4 zwischen Heiligenstadt und Friedensbrücke, damals noch als erweiterter Probebetrieb.

Am 25. Februar 1978 folgte mit der U1 zwischen Reumannplatz und Karlsplatz die erste echte Neubaustrecke mit fünf Stationen.

Am 30. August 1980 kam die U2 vom Karlsplatz zum Schottenring hinzu.

Am Ende der ersten Ausbaustufe war das Netz 31,7 Kilometer lang.

U6 und U3 kommen dazu

In der zweiten Ausbaustufe bis zum Jahr 2000 entstand die U6.

Sie übernahm die alte Stadtbahnlinie am Gürtel und die Hochtrasse einer früheren Straßenbahnlinie, weite Teile stehen heute unter Denkmalschutz.

Die U3 wurde dagegen ganz neu gebaut, 1998 erreichte sie Ottakring und 2000 Simmering.

Nach dieser Ausbaustufe war das Netz 61 Kilometer lang.

Die U5 fährt ohne Fahrer

Beim Projekt Linienkreuz U2/U5 übernimmt eine neue Linie U5 den Abschnitt der U2 zwischen Karlsplatz und Universitätsstraße.

Die U5 soll vollautomatisch fahren, so wie die U-Bahn in Nürnberg und die Metro in Kopenhagen.

Von 2020 bis 2024 wurden dafür in vier Stationen Bahnsteigtüren eingebaut.

Nach dem Stand der Planung soll die U5 im Jahr 2026 und die neue Strecke der U2 zum Matzleinsdorfer Platz im Jahr 2030 eröffnen.

Der neue X-Wagen

Am 8. März 2018 wurde bekannt, dass Siemens von Mitte 2020 bis 2030 insgesamt 34 neue Züge liefert, mit einer Option auf elf weitere.

Ein Zug dieses X-Wagens ist 111 Meter lang und 2,85 Meter breit.

Er bietet Platz für 928 Fahrgäste, etwa fünf Prozent mehr als der Vorgängertyp mit 882 Plätzen.

Zunächst fahren die Züge mit Personal auf den Linien U1 bis U4, später vollautomatisch auf der U5.

Die Nacht-U-Bahn

Seit dem 4. September 2010 fährt die U-Bahn auch in bestimmten Nächten durch.

In den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie vor Feiertagen kommt alle 15 Minuten ein Zug.

Eingeführt wurde die Nacht-U-Bahn, nachdem sich die Wahlberechtigten in einer Volksbefragung dafür ausgesprochen hatten.

In der Silvesternacht gab es schon vorher einen durchgehenden Betrieb.

Bis in die Seestadt

Im Oktober 2013 wurde die U2 um ein 4,2 Kilometer langes Teilstück bis zur Seestadt verlängert.

Das U-Bahn-Paket von 2007 hatte für diese Verlängerung von der Aspernstraße zur Seestadt Aspern das Jahr 2013 vorgesehen, und dieser Zeitplan wurde eingehalten.

Eine früher geplante Verlängerung der U2 im Süden zur Gudrunstraße wurde dagegen auf Eis gelegt.

Das Geld dafür fließt nun in das Linienkreuz von U2 und U5.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Häufige Fragen

Wie lang ist das Wiener U-Bahn-Netz?
83 Kilometer, davon 41,8 Kilometer unter der Erde.
Wie viele U-Bahn-Linien hat Wien?
Fünf: U1, U2, U3, U4 und U6. Die fahrerlose U5 ist im Bau.
Wie viele Stationen hat die Wiener U-Bahn?
99 Stationen. Werden Umsteigestationen je Linie gezählt, sind es offiziell 110.
Wann wurde die Wiener U-Bahn eröffnet?
Der Probebetrieb mit Fahrgästen begann am 8. Mai 1976, offiziell eröffnet wurde sie 1978.
Fährt die Wiener U-Bahn auch nachts?
Ja, seit dem 4. September 2010 in den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie vor Feiertagen alle 15 Minuten.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →