Stimmt es, dass es die Brücke am Kwai wirklich gibt?

Stimmt es, dass …?

„Zug nach Nam Tok über die Brücke am Kwai, bitte langsam fahren und der Menschen gedenken, die diese Strecke bauen mussten.“

Stimmt es, dass es die Brücke am Kwai wirklich gibt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Das stimmt. Die Brücke aus dem Film von 1957 ist historisch, sie überquert bei Kanchanaburi in Thailand den Fluss Khwae Yai und gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bauen mussten, gedreht wurde der Film aber in Ceylon.

Ein gepfiffener Marsch, ein Gefangenenlager im Dschungel und eine Holzbrücke, die am Ende in die Luft fliegt.

Der Film Die Brücke am Kwai gehört zu den bekanntesten Kriegsfilmen der Kinogeschichte.

Ob es die Brücke wirklich gibt und wie viel Wahrheit im Film steckt, zeigt dieser Mythos-Check.

New bridge over the River Kwai
Foto: Lindz Graham, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

415 km

Thailand-Burma-Eisenbahn

von Khok Mo in Thailand nach Thanbyuzayat in Myanmar

1957

Kinofilm

Die Brücke am Kwai von David Lean

131 km

heute

der Strecke betreibt die Thailändische Staatsbahn noch

Bei der Oscarverleihung 1958 gewann der Film unter anderem die Preise für den besten Film und die beste Regie.

Ein Film über eine Brücke

Die Brücke am Kwai ist ein Kriegsfilm von David Lean aus dem Jahr 1957.

Er beruht auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle, weicht aber in Teilen davon ab.

Der Film erzählt von britischen Kriegsgefangenen, die Anfang 1943 in einem japanischen Lager eine hölzerne Eisenbahnbrücke bauen müssen.

Ihr Oberst will den Japanern beweisen, dass seine Männer eine bessere Brücke in kürzerer Zeit bauen können.

Am Ende wird die Brücke gesprengt, als der erste japanische Zug sie überquert, anders als im Buch.

THAI RAILWAYS KRUPPS HAULED TRAIN CROSSES THE RIVER KWAI BRIDGE AT KANCH
Foto: calflier001, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Brücke ist echt

Die titelgebende Brücke gibt es wirklich.

Sie überquert in der Nähe der thailändischen Stadt Kanchanaburi den Fluss Khwae Yai, der im Film Kwai heißt.

Kanchanaburi liegt 111 Kilometer westnordwestlich von Bangkok.

Dort mussten Kriegsgefangene während des Zweiten Weltkriegs sogar zwei Brücken bauen.

Zuerst entstand eine Holzbrücke und fünf Monate später zusätzlich eine Brücke aus Stahl.

Gut zu wissen

Die japanische Armee zählte die Kilometer der Strecke ab Nong Pladuk an der thailändischen Südbahn. Für das Material bauten die Japaner allein in British Malaya 320 Kilometer einer anderen Bahnstrecke ab.

Bei der Oscarverleihung 1958 gewann der Film sieben Preise, darunter für den besten Film, die beste Regie und die Musik. Alec Guinness erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Die Eisenbahn des Todes

Die Brücke gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die auch Eisenbahn des Todes genannt wird.

Die japanische Armee ließ die Strecke im Zweiten Weltkrieg von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern bauen.

Deren unmenschliche Behandlung gilt als Kriegsverbrechen.

Die Strecke war 415 Kilometer lang, davon lagen 305 Kilometer in Thailand und 110 Kilometer im heutigen Myanmar.

Von 1943 bis 1945 verband sie für 17 Monate die Eisenbahnnetze von Thailand und Burma.

Gebaut unter Zwang

Ab Februar 1942 wurde die Trasse vermessen, im Juni 1942 ordnete das japanische Militär den Bau an.

Am 5. Juli 1942 wurde in Nong Pladuk der Null-Kilometerstein gesetzt.

Beim Kampf um die Malaiische Halbinsel und Singapur waren den Japanern etwa 85.000 Kriegsgefangene in die Hände gefallen.

Sie sollten zusammen mit Zwangsarbeitern die Strecke bauen.

Gleise, Schwellen und Fahrzeuge stammten zum Teil von Bahnen in den eroberten Gebieten, die dafür abgebaut wurden.

Zerstört und wieder aufgebaut

Beide Brücken bei Kanchanaburi wurden von den Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst.

Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut.

Im Jahr 1971 wurde sie instand gesetzt, und bis heute fahren Züge über sie.

Von der ganzen Strecke betreibt die Thailändische Staatsbahn heute noch 131 Kilometer.

Der Rest wurde aufgegeben, die Gleise dort sind größtenteils abgebaut.

Gedreht in Ceylon

An der echten Brücke wurde der Film nicht gedreht.

Die Dreharbeiten fanden in Sri Lanka statt, das damals Ceylon hieß, sowie in Großbritannien.

Für den Film baute man die Holzbrücke bei Kitulgala über den Fluss Kelani nach.

Im Film liegt das Lager in Burma, die echten Brücken stehen dagegen in Thailand.

Die Filmbrücke ist also ein Nachbau an einem ganz anderen Ort.

Film und Wirklichkeit

Die Handlung um den britischen Oberst Nicholson stammt aus dem Roman von Pierre Boulle.

Im Film beruft sich Nicholson auf die Genfer Konvention, Japan unterschrieb diese Konvention aber erst 1953.

Kritiker wiesen darauf hin, dass die größte Last der Gefangenen im Film kaum vorkommt.

Dazu gehörten die mangelnde Hygiene und die Krankheiten, die daraus entstanden.

Die Strecke war außerdem Thema weiterer Filme, darunter Gefangen in der Hölle und Die Liebe seines Lebens.

Ein Marsch geht um die Welt

Berühmt wurde auch die Musik des Films.

Die britischen Soldaten pfeifen beim Einmarsch ins Lager den Colonel Bogey March, der zum Welthit wurde.

Gepfiffen wurde er, weil die meisten Strophen des Textes nicht an der Filmzensur vorbeigekommen wären.

Den Marsch komponierte Kenneth J. Alford bereits im Jahr 1914, oft wird er fälschlich River-Kwai-Marsch genannt.

Der eigentliche River-Kwai-Marsch stammt von Malcolm Arnold, der ihn als Gegenmelodie für den Film schrieb.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Die Brücke am Kwai gibt es wirklich, sie überquert bei Kanchanaburi in Thailand den Khwae Yai und wird bis heute von Zügen befahren.

Sie gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg unter unmenschlichen Bedingungen bauen mussten.

Die heutige Stahlbrücke wurde nach dem Krieg wiederaufgebaut.

Die Filmhandlung ist dagegen erfunden, und gedreht wurde an einem Nachbau in Ceylon.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Häufige Fragen

Gibt es die Brücke am Kwai wirklich?
Ja, bei Kanchanaburi in Thailand überquert eine Eisenbahnbrücke den Khwae Yai, sie ist bis heute in Betrieb.
Wurde der Film an der echten Brücke gedreht?
Nein, gedreht wurde in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, wo die Holzbrücke bei Kitulgala nachgebaut wurde.
Wer baute die echte Brücke?
Kriegsgefangene, die von der japanischen Armee zum Bau der Thailand-Burma-Eisenbahn gezwungen wurden.
Ist die heutige Brücke noch das Original?
Die Stahlbrücke wurde im Krieg zerstört, 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut und 1971 instand gesetzt.
Welcher Marsch ist im Film zu hören?
Die Soldaten pfeifen den Colonel Bogey March von 1914, dazu kommt der River-Kwai-Marsch von Malcolm Arnold.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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