Stimmt es, dass …?
„Zug nach Nam Tok über die Brücke am Kwai, bitte langsam fahren und der Menschen gedenken, die diese Strecke bauen mussten.“
Stimmt es, dass es die Brücke am Kwai wirklich gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Die Brücke aus dem Film von 1957 ist historisch, sie überquert bei Kanchanaburi in Thailand den Fluss Khwae Yai und gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bauen mussten, gedreht wurde der Film aber in Ceylon.
Ein gepfiffener Marsch, ein Gefangenenlager im Dschungel und eine Holzbrücke, die am Ende in die Luft fliegt.
Der Film Die Brücke am Kwai gehört zu den bekanntesten Kriegsfilmen der Kinogeschichte.
Ob es die Brücke wirklich gibt und wie viel Wahrheit im Film steckt, zeigt dieser Mythos-Check.

Die Fakten in Zahlen
415 km
Thailand-Burma-Eisenbahn
von Khok Mo in Thailand nach Thanbyuzayat in Myanmar
1957
Kinofilm
Die Brücke am Kwai von David Lean
131 km
heute
der Strecke betreibt die Thailändische Staatsbahn noch
Bei der Oscarverleihung 1958 gewann der Film unter anderem die Preise für den besten Film und die beste Regie.
Ein Film über eine Brücke
Die Brücke am Kwai ist ein Kriegsfilm von David Lean aus dem Jahr 1957.
Er beruht auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle, weicht aber in Teilen davon ab.
Der Film erzählt von britischen Kriegsgefangenen, die Anfang 1943 in einem japanischen Lager eine hölzerne Eisenbahnbrücke bauen müssen.
Ihr Oberst will den Japanern beweisen, dass seine Männer eine bessere Brücke in kürzerer Zeit bauen können.
Am Ende wird die Brücke gesprengt, als der erste japanische Zug sie überquert, anders als im Buch.

Die Brücke ist echt
Die titelgebende Brücke gibt es wirklich.
Sie überquert in der Nähe der thailändischen Stadt Kanchanaburi den Fluss Khwae Yai, der im Film Kwai heißt.
Kanchanaburi liegt 111 Kilometer westnordwestlich von Bangkok.
Dort mussten Kriegsgefangene während des Zweiten Weltkriegs sogar zwei Brücken bauen.
Zuerst entstand eine Holzbrücke und fünf Monate später zusätzlich eine Brücke aus Stahl.
Gut zu wissen
Die japanische Armee zählte die Kilometer der Strecke ab Nong Pladuk an der thailändischen Südbahn. Für das Material bauten die Japaner allein in British Malaya 320 Kilometer einer anderen Bahnstrecke ab.
Bei der Oscarverleihung 1958 gewann der Film sieben Preise, darunter für den besten Film, die beste Regie und die Musik. Alec Guinness erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller.
Die Eisenbahn des Todes
Die Brücke gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die auch Eisenbahn des Todes genannt wird.
Die japanische Armee ließ die Strecke im Zweiten Weltkrieg von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern bauen.
Deren unmenschliche Behandlung gilt als Kriegsverbrechen.
Die Strecke war 415 Kilometer lang, davon lagen 305 Kilometer in Thailand und 110 Kilometer im heutigen Myanmar.
Von 1943 bis 1945 verband sie für 17 Monate die Eisenbahnnetze von Thailand und Burma.
Gebaut unter Zwang
Ab Februar 1942 wurde die Trasse vermessen, im Juni 1942 ordnete das japanische Militär den Bau an.
Am 5. Juli 1942 wurde in Nong Pladuk der Null-Kilometerstein gesetzt.
Beim Kampf um die Malaiische Halbinsel und Singapur waren den Japanern etwa 85.000 Kriegsgefangene in die Hände gefallen.
Sie sollten zusammen mit Zwangsarbeitern die Strecke bauen.
Gleise, Schwellen und Fahrzeuge stammten zum Teil von Bahnen in den eroberten Gebieten, die dafür abgebaut wurden.
Zerstört und wieder aufgebaut
Beide Brücken bei Kanchanaburi wurden von den Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst.
Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut.
Im Jahr 1971 wurde sie instand gesetzt, und bis heute fahren Züge über sie.
Von der ganzen Strecke betreibt die Thailändische Staatsbahn heute noch 131 Kilometer.
Der Rest wurde aufgegeben, die Gleise dort sind größtenteils abgebaut.
Gedreht in Ceylon
An der echten Brücke wurde der Film nicht gedreht.
Die Dreharbeiten fanden in Sri Lanka statt, das damals Ceylon hieß, sowie in Großbritannien.
Für den Film baute man die Holzbrücke bei Kitulgala über den Fluss Kelani nach.
Im Film liegt das Lager in Burma, die echten Brücken stehen dagegen in Thailand.
Die Filmbrücke ist also ein Nachbau an einem ganz anderen Ort.
Film und Wirklichkeit
Die Handlung um den britischen Oberst Nicholson stammt aus dem Roman von Pierre Boulle.
Im Film beruft sich Nicholson auf die Genfer Konvention, Japan unterschrieb diese Konvention aber erst 1953.
Kritiker wiesen darauf hin, dass die größte Last der Gefangenen im Film kaum vorkommt.
Dazu gehörten die mangelnde Hygiene und die Krankheiten, die daraus entstanden.
Die Strecke war außerdem Thema weiterer Filme, darunter Gefangen in der Hölle und Die Liebe seines Lebens.
Ein Marsch geht um die Welt
Berühmt wurde auch die Musik des Films.
Die britischen Soldaten pfeifen beim Einmarsch ins Lager den Colonel Bogey March, der zum Welthit wurde.
Gepfiffen wurde er, weil die meisten Strophen des Textes nicht an der Filmzensur vorbeigekommen wären.
Den Marsch komponierte Kenneth J. Alford bereits im Jahr 1914, oft wird er fälschlich River-Kwai-Marsch genannt.
Der eigentliche River-Kwai-Marsch stammt von Malcolm Arnold, der ihn als Gegenmelodie für den Film schrieb.
Das Fazit
Der Mythos stimmt.
Die Brücke am Kwai gibt es wirklich, sie überquert bei Kanchanaburi in Thailand den Khwae Yai und wird bis heute von Zügen befahren.
Sie gehört zur Thailand-Burma-Eisenbahn, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg unter unmenschlichen Bedingungen bauen mussten.
Die heutige Stahlbrücke wurde nach dem Krieg wiederaufgebaut.
Die Filmhandlung ist dagegen erfunden, und gedreht wurde an einem Nachbau in Ceylon.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
