Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Schottentor, von hier fuhr 1865 die erste Pferdetramway der Stadt los.“
Wie lang ist das Wiener Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Linien der Wiener Straßenbahn waren 2023 zusammen 232,9 Kilometer lang, die Gleise sogar 422,1 Kilometer. Auf 29 Linien fuhren 273,4 Millionen Fahrgäste.
In Wien heißt die Straßenbahn liebevoll Bim.
Sie fährt seit 1865 und bildet zusammen mit der U-Bahn das Rückgrat des Nahverkehrs.
Wie groß ihr Netz ist und wie es sich verändert hat, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
232,9 km
Linienlänge
Stand 2023
29
Linien
422,1 km Gleis
273,4 Mio.
Fahrgäste
im Jahr 2023
Das größte Straßenbahnnetz der Welt hat Melbourne mit 245 Streckenkilometern.
232,9 Kilometer Linien
Im Jahr 2023 betrug die Linienlänge der Wiener Straßenbahn 232,9 Kilometer.
Die Gleislänge lag mit 422,1 Kilometern fast doppelt so hoch.
Derzeit fahren 29 Linien, betrieben von den städtischen Wiener Linien.
Wien hat damit eines der größeren Straßenbahnnetze der Welt, das größte liegt mit 245 Streckenkilometern in Melbourne.

273 Millionen Fahrgäste
Im Jahr 2023 beförderte die Wiener Straßenbahn 273,4 Millionen Fahrgäste.
Ihre Höchstleistung erreichte sie aber im Jahr 1943 mit fast 732 Millionen Fahrgästen.
Damals war das Streckennetz noch deutlich umfangreicher als heute.
18.000 Menschen arbeiteten zu dieser Zeit bei der Wiener Straßenbahn.
Gut zu wissen
Die Wiener Straßenbahn hatte 2023 eine Linienlänge von 232,9 Kilometern und eine Gleislänge von 422,1 Kilometern. Auf 29 Linien fuhren 273,4 Millionen Fahrgäste.
Die erste Pferdetramway fuhr ab dem 5. Oktober 1865. Die größte Netzlänge erreichte die Straßenbahn 1930 mit 318 Kilometern Strecke.
Bim oder Tramway
Umgangssprachlich heißt die Straßenbahn in Wien Bim oder Tramway.
Das Wort Bim tauchte etwa ab 1975 in der Jugendsprache auf.
Es geht vermutlich auf das bimmelnde Geräusch der Warnglocke zurück.
Seit Mitte der 1980er Jahre verwenden es auch die Wiener Linien in ihrer Werbung.
Die erste Pferdetramway 1865
Ein Vorläufer war die Brigittenauer Eisenbahn, eine Pferdebahn, die von 1840 bis 1842 fuhr.
Am 4. Oktober 1865 fand die Eröffnungsfahrt der ersten Pferdetramway statt, am Tag darauf begann der Regelbetrieb.
Sie fuhr vom Schottentor an der neuen Ringstraße nach Dornbach, wo heute die Linie 43 unterwegs ist.
Wien besaß damit die erste Straßenbahn im Kaisertum Österreich.
Konkurrenz und Dampf
Kurz nach dem Start wurde die Wiener Tramwaygesellschaft gegründet.
Ab 1872 trat ihr die Neue Wiener Tramwaygesellschaft als Konkurrentin entgegen.
1883 fuhr in Wien die erste Dampftramway.
Pferde, Dampf und später Strom teilten sich eine Zeit lang die Straßen der Stadt.
Elektrisch und städtisch
1892 wurden viele Vororte nach Wien eingemeindet, und die Stadt wuchs stark.
Ab 1897 ließ Bürgermeister Karl Lueger die Straßenbahn wie Strom und Gas in städtische Hand bringen.
1899 erhielt die Stadt für 90 Jahre die Konzession für ein Netz elektrischer Bahnen in Normalspur.
In der Zwischenkriegszeit erreichte der Ausbau des Netzes seinen Höhepunkt.
318 Kilometer im Jahr 1930
1929 erreichte der Wagenpark der Wiener Straßenbahn seinen Höchststand.
1930 hatte das Netz mit 318 Kilometern Streckenlänge seine größte Ausdehnung.
Das ist deutlich mehr, als heute an Strecken vorhanden ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Stadt der Ruf nach mehr Platz für Autos lauter, und einige Strecken verschwanden.
Von links nach rechts
In der Nacht vom 18. auf den 19. September 1938 wurde der Verkehr in Wien von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt.
Die Spurweite der Wiener Straßenbahn betrug ursprünglich 1440 Millimeter.
Ab September 1942 erhielten die Wagen als Übergangslösung ein Profil für 1438 Millimeter.
Im April 1945 musste der Betrieb wegen der Kämpfe um Wien eingestellt werden, als letzte Linie fuhr am 7. April der O-Wagen.
Straßenbahn im Untergrund
In den 1960er Jahren wurden zwei Abschnitte als Unterpflasterstraßenbahn in den Untergrund verlegt.
Der 1966 tiefergelegte Abschnitt an der Zweierlinie wurde 1980 zur U-Bahn umgebaut und gehört seither zur U2.
Der 1969 tiefergelegte Abschnitt am Südgürtel wird bis heute von Straßenbahnen befahren.
Dort fahren die Linien 1, 6, 18 und 62 sowie die Lokalbahn Wien–Baden unter der Erde.
Der ULF mit dem tiefen Boden
Ab 1995 fuhr in Wien je ein Prototyp des neuen Niederflurwagens ULF, kurz für Ultra Low Floor.
Seit 1997 sind Serienwagen im Einsatz, als kurze Version mit fünf Gliedern und als lange mit sieben.
Seit dem 26. November 2007 fahren Wagen der weiterentwickelten Reihe A1, die als erste Wiener Straßenbahnen eine Klimaanlage haben.
An vielen Haltestellen gibt es dazu Haltestellenkaps, von denen man praktisch ebenerdig einsteigen kann.
Flexity aus dem Wiener Werk
2014 gewann der Hersteller Bombardier mit dem für Wien entwickelten Flexity Wien eine Ausschreibung über 119 neue Straßenbahnen.
Dazu kam eine Option auf 37 weitere Wagen, von denen 2024 27 bestellt wurden.
Die 34 Meter langen Wagen fassen 211 Personen und haben eine Einstiegshöhe von nur 215 Millimetern.
Gebaut werden sie in Wien, ausgeliefert seit Ende 2017.
Neue Gleise für die Stadt
Im Oktober 2013 ging für die Linie 26 eine rund 4,7 Kilometer lange Neubaustrecke in Betrieb.
Sie verbindet die U1-Station Kagraner Platz mit der U2-Station Hausfeldstraße.
Auf manchen Abschnitten liegen die Gleise inzwischen auf Rasen statt auf Beton.
Ein Großteil der Haltestellen zeigt elektronisch an, wann die nächste Bahn kommt und ob sie rollstuhltauglich ist.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
