Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Luxemburg: Hier fährt die zweite Klasse seit 2020 ganz ohne Fahrschein.“
Wie lang ist das Schienennetz Luxemburgs?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Schienennetz Luxemburgs war nach dem Stand von Ende 2003 275 Kilometer lang. Es ist sternförmig auf die Hauptstadt ausgerichtet und fast vollständig elektrifiziert.
Luxemburg ist klein, doch seine Eisenbahn hat jeden Tag viel zu tun.
Aus Frankreich, Belgien und Deutschland kommen täglich Züge voller Menschen ins Großherzogtum.
Wie lang ist das Netz, auf dem all diese Züge fahren, und was macht es so besonders?

Die wichtigsten Zahlen
275 km
Streckenlänge
Stand Ende 2003
95 %
elektrifiziert
alle Personenstrecken unter Strom
70
Bahnhöfe und Haltestellen
sternförmig um die Hauptstadt
Von den 275 Kilometern waren Ende 2003 genau 140 Kilometer zweigleisig und 135 Kilometer eingleisig.
275 Kilometer Strecke
Ende 2003 hatte das nationale Schienennetz Luxemburgs eine Länge von 275 Kilometern.
Davon waren 140 Kilometer zweigleisig und 135 Kilometer eingleisig.
Zählt man jedes einzelne Gleis, kam das Netz damals auf 618 Schienenkilometer.
Auf Hauptstrecken und Bahnhöfe entfielen davon 436 Kilometer, auf Nebenstrecken 182 Kilometer.
Im Wikipedia-Artikel über die Staatsbahn CFL ist dagegen von einem 630 Kilometer langen Netz die Rede.
Solche Unterschiede entstehen häufig, wenn einmal die Strecken und einmal die Gleise gezählt werden.

Ein Stern mit der Hauptstadt in der Mitte
Das luxemburgische Netz ist sternförmig angelegt.
In seiner Mitte liegt der Bahnhof Luxemburg in der Hauptstadt.
Von dort führen Linien nach Norden bis Troisvierges, nach Osten über Wasserbillig bis Trier und nach Westen über Kleinbettingen bis Arlon.
Nach Süden fahren die Züge über Bettemburg weiter nach Thionville, Metz und Nancy.
Weitere Linien verbinden die Hauptstadt mit Esch an der Alzette und Rodingen im Südwesten.
Der Bahnhof Luxemburg wurde im Jahr 1859 eröffnet, und sein Wahrzeichen ist ein imposanter Uhrturm.
Gut zu wissen
Das Schienennetz Luxemburgs war Ende 2003 genau 275 Kilometer lang, davon 140 Kilometer zweigleisig. Mit allen Gleisen kam es auf 618 Kilometer, der Artikel über die CFL nennt 630 Kilometer.
Das Netz ist zu 95 Prozent elektrifiziert und hat 70 Bahnhöfe und Haltestellen. Seit dem 29. Februar 2020 ist die zweite Klasse kostenlos.
Knapp 77 Kilometer nach Norden
Die längste durchgehende Bahnstrecke des Großherzogtums ist die Nordstrecke.
Vom Bahnhof Luxemburg bis zur belgischen Grenze misst sie 76,78 Kilometer.
An anderer Stelle der Wikipedia wird ihre Länge mit rund 70 Kilometern angegeben.
Sie führt über Ettelbrück und durch enge Flusstäler bis nach Troisvierges, auf Deutsch Ulflingen.
Ihre heutige Führung wurde erst 1860 festgelegt, gebaut wurde dieser Abschnitt in den Jahren 1862 bis 1866.
Heute fahren auf ihr Züge in Zusammenarbeit mit der belgischen Bahn weiter bis Lüttich.
Fast alles unter Strom
Das luxemburgische Schienennetz ist zu 95 Prozent elektrifiziert.
Alle Strecken, auf denen Personenzüge fahren, haben eine Oberleitung.
Dieselgetriebene Personenzüge gibt es deshalb in Luxemburg nicht mehr.
Nur einige kurze Industriegleise sind noch ohne Fahrdraht, weshalb die CFL im Güterverkehr weiter Dieselloks einsetzt.
Früher fuhren die Züge nach Belgien mit 3 Kilovolt Gleichspannung und die Züge nach Frankreich mit 25 Kilovolt Wechselspannung.
Etwa um das Jahr 2020 wurde das gesamte Fahrleitungsnetz auf 25 Kilovolt umgestellt.
Technik von den Nachbarn
Luxemburg war zu klein, um eigene Bahnstandards gegen die großen Nachbarn durchzusetzen.
Deshalb stammen viele technische Besonderheiten aus Deutschland, Frankreich und Belgien.
Der starke Ausbau der heutigen Hauptbahnen fiel in die Zeit der engen Bindung an das Deutsche Kaiserreich.
Aus dieser Zeit ist bis heute der Rechtsverkehr auf den Gleisen geblieben, so wie in der französischen Nachbarregion Grand Est.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmten wieder Frankreich und Belgien die Betriebsorganisation.
Auch die meisten Fahrzeuge orientieren sich an den Bauarten der Nachbarbahnen.
Als Erster ganz auf ETCS
Bei der Zugsicherung ging Luxemburg früh voran.
Im Jahr 1973 führte die CFL das System Crocodile ein, das auch in Belgien und Frankreich im Einsatz war.
Als erster Netzbetreiber entschied sich die CFL schon 1999 für die Einführung von ETCS im ganzen Netz.
Seit dem 1. Januar 2020 fährt der gesamte Schienenverkehr in Luxemburg mit ETCS Level 1.
Für den digitalen Zugfunk GSM-R wurden 271 Kilometer des Netzes ausgerüstet.
Abgenommen wurde dieser Zugfunk am 9. Dezember 2018.
Von 550 auf 275 Kilometer
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Netz noch doppelt so groß.
Damals umfassten die luxemburgischen Eisenbahnlinien 550 Kilometer, darunter ein ausgedehntes Netz von Schmalspurbahnen.
Innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten wurde das Schienennetz halbiert.
Am 15. Februar 1953 wurde die im Volksmund bekannte Schmalspurbahn „Jhangeli“ stillgelegt.
Erst im Jahr 2003 ging erstmals seit Jahrzehnten wieder eine neue Strecke in Betrieb.
Sie verbindet Dudelange mit Volmerange-les-Mines auf der französischen Seite.
Seit 1859 auf Schienen
Die Eisenbahngesellschaft Guillaume Luxembourg wurde am 2. März 1857 gegründet.
Zwei Jahre später fuhr die erste Linie von der Hauptstadt nach Bettemburg in Richtung Frankreich.
Am 5. Oktober 1859 wurde die Linie nach Kleinbettingen in Richtung Belgien eingeweiht.
Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Bahngesellschaften des Landes der Deutschen Reichsbahn zugeschlagen.
Nach dem Krieg entstand im Jahr 1946 die einheitliche Staatsbahn CFL.
Sie gehört heute zu 94 Prozent Luxemburg, zu 4 Prozent Belgien und zu 2 Prozent Frankreich.
Gratis in der zweiten Klasse
Eine Besonderheit in Luxemburg ist der Fahrpreis.
Seit dem 29. Februar 2020 gilt in der zweiten Klasse der Nulltarif.
Einen Fahrschein braucht man in den Zügen nur noch für die erste Klasse.
Auch die übrigen öffentlichen Verkehrsmittel der CFL im Land sind seitdem kostenlos.
Die Maßnahme soll die dichte Verkehrssituation im Land beruhigen.
In allen Zügen der CFL fährt außerdem rund um die Uhr ein Zugbegleiter mit.
Ein Netz für Pendler
Luxemburg zählte im Januar 2025 knapp 682.000 Einwohner.
Im Jahr 2024 kamen zusätzlich 235.900 Grenzgänger aus den Nachbarländern zur Arbeit ins Land.
Grenzüberschreitende Züge fahren nach Trier und Koblenz, nach Arlon, Namur und Brüssel sowie nach Thionville, Metz und Nancy.
Seit Dezember 2017 gibt es wieder täglich eine durchgehende Verbindung nach Köln und Düsseldorf.
Die CFL beschäftigte im Jahr 2025 insgesamt 5345 Menschen.
Sie betreibt außerdem die Standseilbahn zwischen Pfaffenthal und Kirchberg in der Hauptstadt.
Mehr Gleise für mehr Züge
Weil die Nachfrage wächst, baut Luxemburg sein kleines Netz weiter aus.
Zwischen 2012 und 2019 wurde der Abschnitt von Luxemburg nach Sandweiler zweigleisig ausgebaut.
Dadurch sollen auf der Strecke nach Deutschland 30 Prozent mehr Züge fahren können.
Entlang der Autobahn A 3 entsteht seit 2016 eine sieben Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Howald und Bettemburg.
Ihre Fertigstellung ist nach dem Stand der Wikipedia inzwischen für 2027 vorgesehen.
Im Dezember 2018 bestellte die CFL zudem 34 neue Triebwagen, die bis 2025 geliefert werden sollten.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
