Zahlen, bitte!
„In keinem Land der EU fahren die Menschen pro Kopf so viele Kilometer mit der Bahn wie in Österreich, so der Stand von 2019.“
Wie lang ist das Schienennetz in Österreich?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das größte Schienennetz Österreichs betreibt die ÖBB-Infrastruktur AG, mit einer Betriebslänge von 4871 Kilometern. An anderer Stelle werden für die Strecken der Bundesbahnen 4965 Kilometer genannt.
Die Bahn hat in Österreich eine große Bedeutung.
Nach dem Stand von 2019 legen die Menschen dort pro Kopf mehr Bahnkilometer zurück als in jedem anderen Land der Europäischen Union.
Wie lang das Netz ist, auf dem sie unterwegs sind, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
4871 km
Betriebslänge
Netz der ÖBB-Infrastruktur
73,8 %
elektrifiziert
Stand Ende 2020
1000
Bahnhöfe und Haltestellen
ungefähr, allein bei den ÖBB
Rechnet man jedes Gleis einzeln, kommen die ÖBB-Strecken auf 9759 Gleiskilometer.
Knapp 5000 Kilometer
Das größte Eisenbahninfrastrukturunternehmen Österreichs ist die ÖBB-Infrastruktur AG.
Sie betreibt ein Streckennetz mit einer Betriebslänge von 4871 Kilometern.
An anderer Stelle wird die Länge der Strecken der Österreichischen Bundesbahnen mit 4965 Kilometern angegeben.
Dazu kommen Strecken anderer Unternehmen, etwa von Privatbahnen.
Nicht mitgezählt sind dabei die Straßenbahnen und die 83 Kilometer lange U-Bahn Wien, die einzige U-Bahn des Landes.

Fast 10.000 Kilometer Gleis
Viele Strecken haben zwei oder mehr Gleise.
Deshalb umfassen die ÖBB-Strecken insgesamt 9759 Gleiskilometer, die Länge der Weichen mitgerechnet.
Die ÖBB-Infrastruktur kümmert sich um Bau, Betrieb und Wartung dieses Netzes und vergibt die Fahrwege an die Bahnunternehmen.
Eine Besonderheit ist, dass sie diese Aufgabe auch im Fürstentum Liechtenstein übernimmt.
Gut zu wissen
Im Hitzesommer 2019 wurden in Österreich Schienen testweise mit weißer Farbe besprüht. Anlass waren Gleisverwerfungen, also Verformungen der Gleise bei großer Hitze.
In Österreich gibt es nur noch drei Zahnradbahnen, nämlich die Achenseebahn, die Schafbergbahn und die Schneebergbahn. Die schnellen Railjet-Züge werden meist von Lokomotiven der Baureihe Taurus angetrieben.
Drei Viertel unter Strom
Ende 2020 waren 73,8 Prozent der Bahnstrecken der ÖBB elektrifiziert.
Nach einer anderen Angabe sind 3650 der 4965 Streckenkilometer mit Oberleitung ausgestattet.
Bis 2030 soll der Anteil auf 85 Prozent steigen.
Bezogen auf die Betriebslänge von 4871 Kilometern wären das rund 4100 Kilometer Strecke mit Fahrdraht.
Schon 2020 wurden 90 Prozent aller Verkehrsleistungen der ÖBB elektrisch erbracht.
Rund 1000 Bahnhöfe
Die ÖBB-Infrastruktur betreibt ungefähr 1000 Bahnhöfe und Haltepunkte für Fahrgäste.
Weitere Stationen gehören anderen Infrastrukturunternehmen.
Der meistfrequentierte Bahnhof des Landes ist der Wiener Hauptbahnhof.
Er wurde bereits mehrfach als schönster Bahnhof Österreichs ausgezeichnet.
Spitze in der EU
Österreich ist das Land der Europäischen Union mit den meisten gefahrenen Bahnkilometern pro Einwohner, so der Stand von 2019.
Bei den Schienenbahnen des Landes arbeiten rund 40.000 Menschen.
Rechtlich unterscheidet das Eisenbahngesetz von 1957 zwischen öffentlichen und nicht öffentlichen Eisenbahnen.
Zu den öffentlichen zählen Hauptbahnen, Nebenbahnen und Straßenbahnen, zu den nicht öffentlichen etwa Anschlussbahnen.
In der Bahnindustrie des Landes arbeiten zudem knapp 10.000 Menschen, die jährlich über 3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.
192 Millionen Fahrgäste im Jahr 2020
Im Jahr 2020 beförderte die Bahn in Österreich rund 192 Millionen Personen.
Wegen der COVID-19-Pandemie waren das 39 Prozent weniger als im Jahr davor.
Rechnerisch dürften es im Jahr 2019 also rund 315 Millionen Fahrgäste gewesen sein.
Private Bahnunternehmen kommen nach Fahrgästen auf einen Marktanteil von ungefähr 15 Prozent.
Nach der Verkehrsleistung gemessen liegt ihr Anteil bei ungefähr 10 Prozent.
Viel Güterverkehr auf der Schiene
Der Güterverkehr auf der Schiene erbringt in Österreich jährlich rund 20 Milliarden Tonnenkilometer.
Sein Anteil am gesamten Güterverkehr liegt mit ungefähr 30 Prozent über dem Durchschnitt.
Das größte Unternehmen ist die Rail Cargo Austria, eine Tochter der ÖBB mit etwa 8500 Beschäftigten.
Daneben sind weitere Güterbahnen unterwegs, zum Beispiel Lokomotion und LTE.
Die Rail Cargo Group mit ihren Töchtern im Ausland beförderte im Jahr 2021 insgesamt 94,1 Millionen Tonnen.
Tausende Fahrzeuge
Im Jahr 2020 gab es in Österreich 907 Elektrolokomotiven und 356 Diesellokomotiven.
Dazu kamen 12 Dampflokomotiven und 719 Triebwagen.
Für Fahrgäste standen 2322 Personenwagen bereit.
Die größte Gruppe bildeten mit 17.511 Stück die Güterwagen.
Ab 2026 kommen 14 neue Railjet-Doppelstockzüge von Stadler hinzu, die etwa ein Fünftel mehr Platz bieten als die einstöckigen Wagen.
Vom Links- zum Rechtsverkehr
Auf zweigleisigen Strecken fuhren die Züge in Österreich lange auf dem linken Gleis.
Bis in die 2010er Jahre wurde das Netz der ÖBB auf Rechtsverkehr umgestellt.
Künftig sollen die Strecken des Kernnetzes von fünf Betriebsführungszentralen aus gesteuert werden.
Seit dem 2. Juli 2024 gehört auch die Infrastruktur der Graz-Köflacher Bahn zur ÖBB-Infrastruktur.
Eine Bundesbahn seit 1923
Am 19. Juli 1923 beschloss der Nationalrat das Bundesbahngesetz.
Damit entstanden die Österreichischen Bundesbahnen als eigenes Unternehmen.
Heute gehört die ÖBB-Holding zu 100 Prozent der Republik Österreich.
Die ÖBB-Infrastruktur AG entstand in ihrer heutigen Form im Zuge der Bahnreformen von 2003 und 2009.
Durch die Koralpe
Die neueste große Strecke ist die 127 Kilometer lange Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt.
Sie verkürzt die Fahrzeit zwischen den beiden Landeshauptstädten von rund drei Stunden auf 41 Minuten.
Ihr Kernstück ist der Koralmtunnel mit zwei jeweils 32,9 Kilometer langen Röhren.
Nachdem im November 2025 der Güterverkehr begonnen hatte, startete auch der planmäßige Personenverkehr auf der gesamten Strecke.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
