Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Malostranské náměstí, hier zwängt sich die Straßenbahn mit verschlungenen Gleisen durch ein altes Tor.“
Wie lang ist das Prager Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Prager Straßenbahnnetz hat eine Streckenlänge von 150,3 Kilometern. 778 Wagen fahren auf 26 Tages- und neun Nachtlinien mit zusammen 540 Kilometern Linienlänge.
Prag ist eine Straßenbahnstadt, auch wenn es seit 1974 eine Metro hat.
Die Bahnen rattern durch enge Gassen der Altstadt und über die Brücken der Moldau.
Wie groß das Netz ist und was es erlebt hat, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
150,3 km
Streckenlänge
größtes Netz Tschechiens
26 + 9
Linien
Tag und Nacht
778
Straßenbahnwagen
im Bestand
Alle Linien zusammen kommen auf eine Linienlänge von 540 Kilometern.
150,3 Kilometer Strecke
Das Prager Straßenbahnnetz hat eine Streckenlänge von 150,3 Kilometern.
Damit ist es das umfangreichste Straßenbahnnetz in Tschechien.
Betrieben wird es vom Verkehrsbetrieb der Hauptstadt Prag, der auch die Metro und die Busse unterhält.
Im Bestand sind 778 Straßenbahnwagen.

26 Linien am Tag, neun in der Nacht
Am Tag fahren in Prag 26 Straßenbahnlinien.
In der Nacht übernehmen neun Nachtlinien.
Zusammen haben alle Linien eine Länge von 540 Kilometern.
So erreichen die Bahnen auch dann viele Stadtteile, wenn die Metro nachts nicht fährt.
Gut zu wissen
Das Prager Straßenbahnnetz hat 150,3 Kilometer Strecke und ist das größte in Tschechien. 778 Wagen fahren auf 26 Tages- und neun Nachtlinien.
Die erste Pferdebahn fuhr am 23. September 1875, der erste regelmäßige elektrische Betrieb begann 1896. Von 1905 bis 1908 fuhr die Straßenbahn über die Karlsbrücke.
Normalspur und Budapester Platten
Im gesamten Netz liegen die Gleise in Normalspur mit 1435 Millimetern.
Bis auf eine Tordurchfahrt an der Thomaskirche auf der Kleinseite, wo die Gleise ineinander verschlungen sind, ist das Netz zweigleisig.
Auf mehr als 100 Kilometern liegen die Schienen in Betonplatten nach der sogenannten Budapester Bauweise.
Diese Platten lassen sich leicht verlegen, sind aber bei Reparaturen schwierig zu handhaben.
Die Pferdebahn von 1875
Am 23. September 1875 ging die erste Pferdebahnlinie von der Národní třída nach Karlín in Betrieb.
Sie folgte etwa dem Weg, den heute die Metrolinie B nimmt.
1876 wurde sie bis zum Bahnhof Smíchov verlängert, ab 1882 fuhr die Pferdebahn auch nach Vinohrady und Žižkov.
Das Netz war rund 19 Kilometer lang und wurde zunächst von dem belgischen Unternehmer Edouard Otlet betrieben.
Die Straßenbahn von František Křižík
Die erste elektrische Straßenbahn in Prag entwarf der Ingenieur František Křižík für eine große Landesausstellung im Jahr 1891.
Ihre 800 Meter lange, eingleisige Strecke verband den Stadtteil Letná mit dem Ausstellungsgelände.
1896 begann dann auf einer 2,2 Kilometer langen Strecke von Florenc über Libeň nach Vysočany der erste regelmäßige elektrische Verkehr.
Zwölf Triebwagen und fünf Beiwagen fuhren dort alle zehn Minuten.
Über die Karlsbrücke
1897 gründete die Stadt Prag ein eigenes Straßenbahnunternehmen, das nach und nach die privaten Gesellschaften übernahm.
Von 1905 bis 1908 fuhr die elektrische Straßenbahn sogar über die Karlsbrücke.
Damit die Brücke schön blieb, gab es dort keine Oberleitung, der Strom kam aus einer Stromschiene unter der Fahrbahn.
Ab 1908 wurden die Wagen rot statt dunkelgrün lackiert, und die Linien bekamen Nummern statt Buchstaben.
900 Tatra-Wagen
Ab 1952 ersetzten Wagen vom Typ Tatra T1 die alten Fahrzeuge, 133 der insgesamt 287 gebauten T1 kamen nach Prag.
Zwischen 1961 und 1976 wurden sogar 900 Wagen des Grundtyps Tatra T3 geliefert.
Der T3 und seine Varianten waren lange Zeit die häufigsten Straßenbahnen in Prag.
Der planmäßige Einsatz der ursprünglichen T3 endete am 19. Dezember 2011.
Der letzte Schaffner
In den Tatra-Wagen verkauften Schaffner die Fahrkarten zunächst in einer eigenen kleinen Kabine.
Etwa zehn Jahre später begann die Umstellung auf den schaffnerlosen Betrieb mit Zahlboxen für Münzen.
Der letzte Wagen mit Schaffner fuhr am 9. Mai 1974.
An genau diesem Tag ging auch das erste Teilstück der Prager Metro in Betrieb.
Nostalgie auf der Linie 23
Seit Ende März 2017 gibt es in Prag eine besondere Linie mit der Nummer 23.
Auf ihr fahren ältere Tatra-Wagen, darunter 18 Triebwagen vom Typ T3SUCS aus den Baujahren 1985 bis 1989.
Einer davon, der Wagen 7144, spielte 2016 eine wichtige Rolle in einem Dokumentarfilm über die T3.
So können Fahrgäste die klassische Prager Straßenbahn bis heute im Linienverkehr erleben.
250 Wagen vom Typ 15T
Ab 2009 lieferte Škoda den dreiteiligen, vollständig niederflurigen Typ 15T ForCity Alfa.
Seit Oktober 2010 fahren diese Wagen mit Fahrgästen, anfangs mit pflegeleichten Holzsitzen.
Die zweite Serie ab August 2015 hat eine Klimaanlage, kostenloses WLAN und eine gelb lackierte Front.
Insgesamt lieferte Škoda 250 Wagen, je 125 aus jeder Serie.
Bis zu 200 neue Bahnen
Am 10. Januar 2024 wurde die Bestellung von zunächst 40 Wagen des Typs Škoda 52T bekannt, mit Optionen auf 160 weitere.
Die fünfteiligen Wagen sind 32 Meter lang und bieten 16 Prozent mehr Platz als der Typ 15T.
Der erste Wagen wurde im Januar 2025 im Herstellerwerk in Pilsen vorgestellt, ab dem 20. Juni 2025 fuhr er im Probebetrieb mit Fahrgästen.
Im Laufe des Jahres 2026 wurden 56 der Optionsfahrzeuge bestellt.
Neue Strecken am Stadtrand
Am 9. April 2022 ging eine Verlängerung von Sídliště Barrandov nach Holyně in Betrieb.
Am 13. Oktober 2023 folgte das Reststück bis Slivenec, zusammen sind das 1,9 Kilometer.
Am 22. Oktober 2023 wurde außerdem eine 2,4 Kilometer lange Strecke von Divoká Šárka nach Dědina eröffnet.
Eine Weiterführung nach Padesátník ist für das Jahr 2029 geplant.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
