Zahlen, bitte!
„Unter der Frankfurter Innenstadt teilen sich acht von neun S-Bahn-Linien einen einzigen Tunnel.“
Wie lang ist das Netz der S-Bahn Rhein-Main?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der S-Bahn Rhein-Main ist rund 303 Kilometer lang. Auf ihm fahren neun Linien zu 113 Stationen.
Die S-Bahn Rhein-Main verbindet Frankfurt mit Städten wie Wiesbaden, Mainz, Offenbach, Hanau und Darmstadt.
Ihr Herz ist ein Tunnel unter der Frankfurter Innenstadt, durch den fast alle Linien fahren.
Wie groß das Netz ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
303 km
Streckenlänge
für das ganze Netz
113
Stationen
davon 13 im Tunnel
9
Linien
von S1 bis S9
Täglich nutzen etwa 500.000 Fahrgäste die S-Bahn Rhein-Main.
303 Kilometer rund um Frankfurt
Das Streckennetz der S-Bahn Rhein-Main ist rund 303 Kilometer lang.
Auf ihm fahren neun Linien, die zusammen 113 Stationen bedienen.
Dreizehn dieser Stationen liegen im Tunnel, acht sind zugleich Bahnhöfe des Fernverkehrs.
Das Liniennetz ist sternförmig auf Frankfurt am Main ausgerichtet.

Alte Strecken, neue Kurven
Das Netz verläuft größtenteils auf Eisenbahnstrecken, die schon vor Jahrzehnten gebaut wurden.
Für die S-Bahn erhielten diese Strecken teilweise neue Verbindungskurven und zusätzliche Gleise.
Im Einzugsbereich der S-Bahn leben rund 3,4 Millionen Menschen.
Betrieben wird das Netz von DB Regio, und es gehört zum Rhein-Main-Verkehrsverbund.
Gut zu wissen
Die S7 fährt seit 2002 zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und Riedstadt-Goddelau. Wegen der knappen Kapazität im Tunnel erreicht sie die Innenstadt bis heute nicht. Seit Dezember 2004 fahren ihre Züge in einem Rhythmus von 28 und 32 Minuten.
Der aktuelle Verkehrsvertrag läuft für die Linien S2 bis S6 über 15 Jahre und für die Linien S1, S7, S8 und S9 über 22 Jahre. Er sieht 91 neue Züge der Baureihe 430 als Ersatz für die alte Baureihe 420 vor.
Der Tunnel als Nadelöhr
Die Stammstrecke ist der Innenstadttunnel zwischen dem Hauptbahnhof und der Station Ostendstraße.
Mit der heutigen Signaltechnik schafft er 24 Züge pro Stunde und Richtung.
Das reicht für sechs Durchmesserlinien, die jeweils im Viertelstundentakt fahren.
Die S7 auf der Riedbahn hat bis heute keinen Zugang zu diesem Tunnel und endet am Hauptbahnhof.
Zwei Fächer mit Außenästen
An die beiden Tunnelausgänge am Hauptbahnhof schließen sich fächerartig sechs Außenäste nach Westen und Norden an.
Östlich der Konstablerwache führt der Tunnel unter dem Main hindurch auf die Südseite des Flusses.
Dort verzweigt er zu den Ausgängen in Richtung Mühlberg und in Richtung Lokalbahnhof.
Ein dritter Tunnelmund für eine Strecke nördlich des Mains nach Osten ist bereits vorbereitet.
Eine halbe Million Fahrgäste am Tag
Täglich nutzen etwa 500.000 Fahrgäste die S-Bahn Rhein-Main.
Nach Angaben der Deutschen Bahn sind es im Jahr rund 150 Millionen.
Der Frankfurter Hauptbahnhof ist der zentrale Knoten, an dem alle Linien zusammenlaufen.
Weitere wichtige Umsteigepunkte in der Innenstadt sind die Hauptwache, die Konstablerwache und der Südbahnhof.
Der Anfang am 28. Mai 1978
Am 28. Mai 1978 ging der erste Abschnitt der Stammstrecke mit drei unterirdischen Stationen in Betrieb.
Es waren der Hauptbahnhof tief, die Taunusanlage und die Hauptwache.
Die Eröffnungsfahrt begann in der oberirdischen Halle des Hauptbahnhofs und führte erst nach Westen zur Galluswarte, wo der Zug die Richtung wechselte.
Die Planungen für diese unterirdische Verbindungsbahn hatten bereits im Jahr 1960 begonnen.
Stück für Stück nach Osten
Im Jahr 1983 wurde die Stammstrecke um 600 Meter bis zur neuen Station Konstablerwache verlängert.
Im Jahr 1990 folgte die Verlängerung zum Südbahnhof mit den Zwischenstationen Ostendstraße und Lokalbahnhof.
Im Jahr 1992 kam der erste Abschnitt in Richtung Hanau bis zur neuen Station Mühlberg hinzu.
Mühlberg war die erste S-Bahn-Station in Frankfurt, die ohne Stützen und Säulen gebaut wurde.
Durch Offenbach nach Hanau
Im Jahr 1995 wurde der Rhein-Main-Verkehrsverbund eingeführt und der Takt auf 15, 30 und 60 Minuten umgestellt.
Im selben Jahr ging der City-Tunnel Offenbach in Betrieb, der mitten durch die Offenbacher Innenstadt führt.
Er hat die drei Stationen Kaiserlei, Ledermuseum und Marktplatz, berührt den Offenbacher Hauptbahnhof aber nicht.
Einige Tage später wurde auch der letzte Abschnitt bis nach Hanau eröffnet.
Neue Stationen an alten Strecken
Zwischen 1978 und 2008 kamen an bestehenden Strecken insgesamt sieben neue Stationen hinzu.
Am 11. Januar 1999 eröffnete die Station Messe, die direkt im Frankfurter Messegelände liegt.
Die jüngste Station aus dieser Reihe ist der eingleisige Haltepunkt Schwalbach Nord vom 31. Oktober 2008.
Die Stationen Taunusanlage und Messe werden besonders stark von Berufspendlern und Messebesuchern genutzt.
Vier Kilometer nach Gateway Gardens
Im November 2016 begann der Bau einer 4 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen den Stationen Stadion und Flughafen.
Rund 2 Kilometer davon liegen in einem Tunnel mit der neuen Station Gateway Gardens.
Die Strecke ging am 15. Dezember 2019 in Betrieb und erschließt den Frankfurter Stadtteil gleichen Namens.
Das überflüssig gewordene alte Gleisstück wurde danach zurückgebaut.
Ein Stellwerk für 95 Millionen Euro
In den Sommerferien 2015, 2016 und 2018 war der Tunnel jeweils über längere Zeit komplett gesperrt.
In dieser Zeit baute die Bahn ein neues elektronisches Stellwerk für rund 95 Millionen Euro ein.
Gleichzeitig wurden mehrere Stationen grundlegend modernisiert und an den heutigen Brandschutz angepasst.
Seit 2013 werden die Stationen der Stammstrecke zudem Schritt für Schritt aufgefrischt.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
