Zahlen, bitte!
„Von Calais nach Marseille in 3 Stunden und 29 Minuten: So schnell war ein TGV bei einer Rekordfahrt im Jahr 2001.“
Wie lang ist das Netz der französischen TGV-Strecken?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die französischen Schnellfahrstrecken, auf denen der TGV seine volle Geschwindigkeit fährt, sind zusammen rund 2734 Kilometer lang. Sie verteilen sich auf zwölf Strecken im Inland.
Der TGV ist der Hochgeschwindigkeitszug Frankreichs, und er fährt seit 1981.
Seine volle Geschwindigkeit erreicht er fast nur auf eigens gebauten Strecken, den Lignes à grande vitesse.
Wie lang dieses Netz inzwischen ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
2734 km
Schnellfahrstrecken
rund, in ganz Frankreich
12
Strecken im Inland
eigens für den TGV gebaut
450 km
längste Einzelstrecke
die LGV Est européenne
Die erste Schnellfahrstrecke zwischen Paris und Lyon ging 1981 in Betrieb.
Rund 2734 Kilometer
Die französischen Schnellfahrstrecken, kurz LGV genannt, sind zusammen rund 2734 Kilometer lang.
Die Staatsbahn SNCF setzt ihre TGV auf zwölf solchen Strecken im Inland ein.
Darüber hinaus können die Züge auch auf herkömmlichen Strecken fahren und so die Bahnhöfe in den Stadtzentren erreichen.
Das spart teure neue Trassen in dicht bebauten Gebieten.

Die erste Strecke nach Lyon
Die erste Schnellfahrstrecke ist die LGV Sud-Est zwischen Paris und Lyon.
Gebaut wurde sie ab Dezember 1976, beginnend bei Écuisses im Département Saône-et-Loire.
Am 22. September 1981 wurde ein 273 Kilometer langes Teilstück eröffnet, am 25. September 1983 dann die ganze Strecke.
Sie ist 409 Kilometer lang und führt von Combs-la-Ville bis Sathonay-Camp.
Gut zu wissen
Für mittelgroße Städte wurden oft eigene Bahnhöfe direkt an den Schnellfahrstrecken gebaut. Diese liegen meist einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Ab dem 28. Mai 2000 fuhren TGV-Züge planmäßig sogar auf der 112 Kilometer langen Strecke ohne Oberleitung von Nantes nach Les Sables-d’Olonne, gezogen von Diesellokomotiven. Wegen hoher Betriebskosten endete dieser Verkehr im Dezember 2004.
Zwei Stunden bis Lyon
Mit der neuen Strecke sank die Fahrzeit zwischen Paris und Lyon auf zwei Stunden.
Der Weg zwischen beiden Städten wurde dabei von 512 auf 429 Kilometer verkürzt.
Damit war der TGV fast doppelt so schnell wie der bis dahin schnellste lokbespannte Zug, der Trans-Europ-Express Mistral.
In den ersten fünf Betriebsjahren fuhren 60 Millionen Fahrgäste mit dem TGV.
Im September 2003 feierte die SNCF bereits den milliardsten Fahrgast in ihren TGV-, Thalys- und Eurostar-Zügen.
Nach Westen an den Atlantik
Am 24. September 1989 ging die LGV Atlantique mit 124 Kilometern Stammstrecke und einem 53 Kilometer langen Ast Richtung Le Mans in Betrieb.
Am 30. September 1990 folgte ein weiterer, 102 Kilometer langer Ast nach Tours.
Am 2. Juli 2017 kamen zwei Verlängerungen hinzu, die 182 Kilometer lange Strecke in die Bretagne und die 302 Kilometer lange Strecke nach Bordeaux.
Seitdem dauert die Fahrt von Paris nach Bordeaux nur noch etwa zwei Stunden.
Nach Norden bis zum Tunnel
Die 333 Kilometer lange LGV Nord führt von Paris über Lille bis zum Eurotunnel bei Calais.
Sie wurde 1993 in zwei Abschnitten eröffnet und am 14. Dezember 1997 bis zur belgischen Grenze verlängert.
Die nur 57 Kilometer lange LGV Interconnexion Est umfährt seit dem 29. Mai 1994 den Großraum Paris im Osten.
Sie bindet den Flughafen Charles de Gaulle und das Disneyland Paris an.
Bis ans Mittelmeer
Die 115 Kilometer lange LGV Rhône-Alpes umfährt Lyon im Osten und bedient dabei den Flughafen Lyon Saint-Exupéry.
Südlich von Valence schließt die 250 Kilometer lange LGV Méditerranée an, die am 1. Juni 2001 in Betrieb ging.
Sie führt bis in die Nähe von Nîmes und bis an den Stadtrand von Marseille.
Auf der Verbindung von Paris nach Marseille kommt der TGV auf einen Marktanteil von rund 70 Prozent.
450 Kilometer nach Osten
Die längste Einzelstrecke ist mit 450 Kilometern die LGV Est européenne.
Im Juni 2007 ging zunächst ein 300 Kilometer langer Abschnitt von Vaires-sur-Marne bis Baudrecourt in Betrieb.
Die Verlängerung bis Straßburg wurde ab 2010 gebaut und im Juli 2016 eröffnet.
Über anschließende Strecken bedienen TGV-Züge zudem Sedan in der Champagne und Saint-Dié in den Vogesen.
Die erste Strecke ohne Paris
Die LGV Rhin-Rhône ist die erste französische Schnellfahrstrecke, die nicht auf Paris ausgerichtet ist.
Sie verbindet als Diagonale den Osten mit dem Süden Frankreichs.
Die Bauarbeiten an dem 140 Kilometer langen Abschnitt zwischen Dijon und Belfort dauerten von Juli 2006 bis September 2011.
Im Dezember 2011 ging die Strecke in Betrieb.
Über die Grenze nach Spanien
Im Dezember 2010 ging die Neubaustrecke von Perpignan ins katalanische Figueres in Betrieb.
Von ihren 44,4 Kilometern liegen 24,6 Kilometer auf französischem Boden.
Sie verbindet das Hochgeschwindigkeitsnetz Spaniens mit dem Schienennetz Mitteleuropas.
Deshalb fahren dort neben Personenzügen auch Güterzüge.
Rekord über 1067 Kilometer
Am 26. Mai 2001 fuhr ein TGV der Baureihe Réseau von Calais bis Marseille.
Für die 1067,2 Kilometer brauchte er 3 Stunden und 29 Minuten.
Das entspricht einem Durchschnitt von 306,37 Kilometern pro Stunde.
Die Fahrt führte über die Schnellfahrstrecken vom Ärmelkanal bis ans Mittelmeer, wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung der LGV Méditerranée.
Was noch kommen soll
Das Netz soll in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen.
Geplant ist unter anderem eine Schnellfahrstrecke von Bordeaux nach Toulouse.
Sie soll schätzungsweise vier Milliarden Euro kosten und frühestens 2030 eröffnet werden.
Ursprünglich war sie als erste Strecke für Geschwindigkeiten von bis zu 360 Kilometern pro Stunde gedacht.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
