Zahlen, bitte!
„Die Linie 11 nach Markkleeberg fährt ein, mit 22,1 Kilometern die längste Straßenbahnlinie der Stadt.“
Wie lang ist das Leipziger Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der Leipziger Straßenbahn ist 144,5 Kilometer lang. Damit gehört es zu den größten Straßenbahnnetzen in Deutschland.
Die Straßenbahn ist das Rückgrat des Nahverkehrs in Leipzig.
Seit mehr als 150 Jahren fahren hier Bahnen durch die Straßen, erst mit Pferden und seit 1896 elektrisch.
Wie lang das Netz heute ist und was es besonders macht, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
144,5 km
Streckenlänge
dazu 312,1 km Gleise
522
Haltestellen
im Schnitt 530 Meter Abstand
1458 mm
Spurweite
die breiteste deutscher Straßenbahnen
Im Jahr 2025 fuhren 132,9 Millionen Fahrgäste mit der Leipziger Straßenbahn.
144,5 Kilometer Strecke
Das Streckennetz der Leipziger Straßenbahn ist 144,5 Kilometer lang.
Mit 13 Tageslinien und zwei Nachtlinien gehört es zu den größten Straßenbahnnetzen in Deutschland.
Betrieben wird es von den Leipziger Verkehrsbetrieben, kurz LVB.
Zusammen mit den Bussen und der S-Bahn bildet die Straßenbahn das Rückgrat des Leipziger Nahverkehrs.

Mehr als doppelt so viel Gleis
Weil fast alle Strecken zweigleisig sind, liegen im Netz insgesamt 312,1 Kilometer Gleise.
Nur 5,3 Kilometer der Strecken sind eingleisig ausgeführt.
Zum Wenden gibt es im Netz 42 Wendeschleifen und vier Gleisdreiecke.
Rechnet man die Wege aller Linien zusammen, kommt man auf eine Linienlänge von 213,6 Kilometern.
Gut zu wissen
Zwischen 1997 und 2015 wurden in Leipzig zahlreiche Streckenabschnitte stillgelegt. Das war für diese Zeit in Deutschland ein beispielloses Maß an Stilllegungen.
Im Jahr 2012 lag die Verkehrsleistung bei 12,7 Millionen Nutz-Zug-Kilometern. Die Wagen sind auf die Betriebshöfe Angerbrücke, Paunsdorf und Dölitz sowie die Hauptwerkstatt Heiterblick verteilt. Unter dem Namen Liniennetz der Zukunft sind weitere Änderungen und Angebotsausweitungen geplant.
Eine Spurweite nur für Leipzig
Die Gleise haben eine Spurweite von 1458 Millimetern.
Das ist die breiteste Spurweite aller deutschen Straßenbahnen, und sie wird nur in Leipzig verwendet.
Den Strom beziehen die Bahnen aus einer Oberleitung mit 600 Volt Gleichspannung.
Höchstens 50 Kilometer pro Stunde schnell sind die Straßenbahnen in Leipzig unterwegs.
522 Haltestellen
Das Netz verfügt über 522 Haltestellen.
Im Durchschnitt liegen zwei Haltestellen 530 Meter auseinander.
Die wichtigsten Umsteigepunkte sind Augustusplatz, Goerdelerring, Hauptbahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz am Innenstadtring.
Jede Straßenbahnlinie hält an mindestens einer dieser vier Haltestellen.
Alle Linien führen ins Zentrum
Am 27. Mai 2001 wurde das Liniennetz grundlegend neu geordnet.
Seitdem laufen alle Linien strikt sternförmig auf das Stadtzentrum zu.
Gleichzeitig wurde auf allen Linien ein einheitlicher Takt von 10 oder 15 Minuten eingeführt.
Zu den regulären Linien kommen drei Veranstaltungslinien, etwa für Großereignisse.
Die Linie 11 ist die längste
Mit 22,1 Kilometern ist die Linie 11 die längste Linie des Leipziger Netzes.
Sie fährt von der Stadt Schkeuditz quer durch Leipzig bis nach Markkleeberg.
Damit ist sie die einzige Straßenbahnlinie, die drei Städte verbindet und zwei Tarifzonengrenzen im Mitteldeutschen Verkehrsverbund überquert.
Für die Zukunft ist ein stadtbahnähnlicher Ausbau der Linie geplant.
Mit Pferden fing es an
Der Straßenbahnbetrieb in Leipzig begann am 18. Mai 1872 mit der Leipziger Pferde-Eisenbahn.
Ihr erster Betriebsbahnhof lag in Reudnitz und war zugleich Sitz der Direktion.
Ende 1895 besaß die Gesellschaft ein Streckennetz von 46 Kilometern, 172 Wagen und fünf Depots.
Um die Wagen zu ziehen, standen damals 1013 Pferde in ihren Ställen.
Elektrisch ab 1896
Im April 1896 ging die Pferdebahn in der Großen Leipziger Straßenbahn auf.
Bis 1897 stellte diese den gesamten Betrieb von Pferden auf Strom um.
Im selben Jahr nahm auch die Leipziger Elektrische Straßenbahn den Betrieb auf, und im Jahr 1900 folgte die Leipziger Außenbahn.
Während des Ersten Weltkriegs besaß sie nach einer Fusion 685 Triebwagen, 546 Beiwagen und ein Netz von 127,4 Kilometern.
Im Juli 1938 bekam das Unternehmen seinen heutigen Namen Leipziger Verkehrsbetriebe.
Über 900 Wagen aus der Tschechoslowakei
Im Jahr 1969 wurde der erste von mehr als 900 Tatra-Straßenbahnwagen nach Leipzig geliefert.
Bis 1988 kamen 600 Triebwagen und 273 Beiwagen des Typs T4D in die Stadt.
Damit waren die Leipziger Tatras damals die größte einheitliche Typenreihe im deutschsprachigen Raum.
Noch heute gehören 30 modernisierte Tatra-Triebwagen zur Flotte.
Die heutige Flotte
Neben den Tatras fahren heute 55 Niederflurwagen vom Typ NGT8 und 48 Leoliner durch Leipzig.
Den Leoliner entwickelte eine Leipziger Firma selbst, weil sich die NGT8 für viele Linien als zu klein erwiesen hatten.
Dazu kommen 33 lange Züge vom Typ NGT12 und 61 Wagen vom Typ NGT10.
Ein NGT10 ist 38 Meter lang, 2,30 Meter breit und kann bis zu 220 Fahrgäste befördern.
Die 39 niederflurigen Beiwagen vom Typ NB4 wurden angeschafft, weil die hochflurigen Tatras für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste kaum nutzbar sind.
Als die Hitze den Betrieb stoppte
Am Nachmittag des 27. Juni 2026 führten Hitzeschäden zur Einstellung des gesamten Straßenbahnbetriebs.
Besonders betroffen war der Innenstadtring, den alle Linien auf einem Teil ihres Weges befahren.
Die Vergussmasse in den Gleisfugen war geschmolzen und von Reifen, vor allem von Bussen, auf Gleise und Drehgestelle verteilt worden.
Vom 29. Juni bis zum 9. Juli ging das Netz Schritt für Schritt wieder in Betrieb, und bei Hitze fahren Busse seitdem nicht mehr auf den Gleisen mit.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
