Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Zentralhaltestelle, hier treffen sich alle neun Linien, bitte umsteigen.“
Wie lang ist das Chemnitzer Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Chemnitzer Straßenbahnnetz ist 34,0 Kilometer lang (Stand Ende 2018) und durchgehend zweigleisig. Neun Linien fahren darauf, vier davon weiter auf Eisenbahnstrecken ins Umland.
Chemnitz hat eine Straßenbahn mit einer ungewöhnlichen Geschichte.
Sie fuhr einst auf der schmalsten Spur Deutschlands und wurde später komplett umgebaut.
Heute rollen ihre Bahnen sogar auf Eisenbahngleisen weiter ins Umland, wie viele Kilometer es sind, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
34,0 km
Streckennetz
Stand Ende 2018
9
Linien
5 der CVAG, 4 der City-Bahn
915 mm
erste Spurweite
die schmalste in Deutschland
Die letzte Schmalspurstrecke wurde 1988 stillgelegt.
34 Kilometer Strecke
Das Chemnitzer Straßenbahnnetz umfasste Ende 2018 eine Länge von 34,0 Kilometern.
Für 2015 und 2016 war die Gesamtlänge noch mit 30,4 Kilometern angegeben worden.
Das Netz ist durchgehend zweigleisig und liegt größtenteils auf einem eigenen Gleiskörper.
Eigentümer der Anlagen ist die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft, kurz CVAG, die auch die Stadtbusse betreibt.

Neun Linien und ein Knoten
Mit Stand 2020 fahren auf dem Netz fünf Stadtlinien der CVAG.
Dazu kommen vier Linien der City-Bahn Chemnitz, die weiter ins Umland fahren.
Zentraler Umsteigepunkt für alle neun Linien ist die Zentralhaltestelle.
Die City-Bahn-Linie C11 nutzt zum Beispiel 6,3 Kilometer Straßenbahngleis zwischen Hauptbahnhof und Altchemnitz.
Gut zu wissen
Das Chemnitzer Straßenbahnnetz ist 34,0 Kilometer lang (Stand Ende 2018) und durchgehend zweigleisig. Alle neun Linien treffen sich an der Zentralhaltestelle.
Die Pferdebahn startete am 22. April 1880 auf nur 915 Millimeter Spurweite. Seit 2002 fahren Bahnen nach dem Chemnitzer Modell auch auf Eisenbahnstrecken ins Umland.
Die schmalste Spur Deutschlands
Am 15. Juli 1879 erhielt der englische Ingenieur W. Roebuck die Konzession für eine Pferdebahn in Chemnitz.
Am 22. April 1880 fuhr die erste Pferdebahn vom damaligen Centralbahnhof bis zur Nicolaibrücke.
Die Strecke war zunächst eingleisig.
Ihre Spurweite betrug nur 3 englische Fuß, knapp 915 Millimeter, und war damit die schmalste in Deutschland.
Elektrisch seit 1893
Am 19. Dezember 1893 begann der elektrische Betrieb auf der Strecke von Altendorf über den Markt zum Hauptbahnhof.
Vier Tage später folgte eine zweite elektrische Linie.
Chemnitz war damit die neunte Stadt im Deutschen Reich mit einer elektrischen Straßenbahn.
Am 6. Februar 1894 waren alle Elektrifizierungsarbeiten abgeschlossen.
Von 925 auf 1435 Millimeter
Bis zum Ersten Weltkrieg wurde die Spur leicht auf 925 Millimeter erweitert.
Geplant war, sie in Schritten von zehn Millimetern bis zur Meterspur zu verbreitern, doch es blieb bei einem Schritt.
Erst 1958 begann die schrittweise Umstellung auf die Normalspur von 1435 Millimetern.
Die letzte Schmalspurstrecke wurde 1988 außer Betrieb genommen.
Straßenbahn in Karl-Marx-Stadt
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb ab dem 18. Mai 1945 schrittweise wieder aufgenommen.
Am 10. Mai 1953 wurde Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt, und auch der Verkehrsbetrieb bekam einen neuen Namen.
Die erste Neubaustrecke nach dem Krieg ging am 19. Dezember 1953 in Betrieb, genau 60 Jahre nach dem Start der elektrischen Straßenbahn.
Sie führte auf einem geraden eigenen Bahnkörper durch den Rosenhof und ersetzte eine enge, kurvenreiche Strecke.
130 Tatra-Wagen aus Prag
Ende der 1960er Jahre bestellten die Verkehrsbetriebe Großraumwagen vom Typ Tatra T3 beim Hersteller ČKD Tatra in Prag.
Die für die DDR angepassten Wagen hießen T3D und waren 2,5 Meter breit.
Ab 1969 kamen die ersten Fahrzeuge zum Einsatz.
Insgesamt erhielt Karl-Marx-Stadt 130 Triebwagen und 62 Beiwagen dieses Typs.
Eine neue Zentralhaltestelle
Mitte der 1990er Jahre hatte Chemnitz noch immer kein klassisches Stadtzentrum.
Die viel zu große Zentralhaltestelle musste deshalb Fläche für neue Gebäude abgeben.
Ab 1998 wurde sie modernisiert und erhielt 25 Abfahrtsstellen für Busse und Straßenbahnen.
Ende 1999 war der Umbau abgeschlossen.
Das Chemnitzer Modell
Schon 1990 begannen die Planungen, die Straßenbahn auf Eisenbahnstrecken ins Umland weiterfahren zu lassen.
Am 15. Dezember 2002 wurde die erste Strecke dieses Chemnitzer Modells vom Hauptbahnhof nach Stollberg eingeweiht.
In Altchemnitz verbindet ein rund 150 Meter langes Übergangsgleis die Straßenbahn mit der Eisenbahnstrecke.
Statt früher rund 1000 Fahrgästen im Bus fuhren bald 6000 Reisende am Tag mit, erwartet worden waren etwa 2500.
Mit dem Zug ins Umland
2016 folgte die Verbindung zum Eisenbahnnetz am Hauptbahnhof.
Seitdem fahren Zweikraftwagen vom Typ Citylink, die im Stadtnetz elektrisch und auf der Eisenbahn mit Dieselgeneratoren unterwegs sind.
Sie fahren bis nach Burgstädt, Mittweida und Hainichen.
Im Mai 2017 wurde außerdem der erste Abschnitt einer Neubaustrecke bis zum Stadlerplatz eröffnet.
Neue Wagen von Škoda
Am 14. Juni 2016 bestellte die CVAG beim tschechischen Hersteller Škoda 14 Straßenbahnen vom Typ 35T.
Der erste Wagen traf in der Nacht vom 29. auf den 30. November 2018 in Chemnitz ein.
Am 25. September 2019 fuhren die ersten Škoda-Bahnen im Linienbetrieb, die letzten beiden folgten im Juli 2020.
Seit 2020 tragen die Wagen Namen, vor allem die der Partnerstädte von Chemnitz.
Bald elektrisch bis ins Umland
Schon ab 1994 erprobte die CVAG einen Prototyp der Variobahn, bis Ende der 1990er Jahre folgten 23 Serienwagen.
Diese Gelenkwagen sind 31,38 Meter lang, 2,65 Meter breit und durchgehend niederflurig.
2022 bestellte der Verkehrsverbund 19 Citylinks, die ganz elektrisch auch auf Eisenbahnstrecken fahren können, mit Optionen für 27 weitere.
Die Auslieferung dieser Fahrzeuge begann im Dezember 2025.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
