Stimmt es, dass Thomas, die kleine Lokomotive von einem Pfarrer erfunden wurde?

Stimmt es, dass …?

„Auf der Insel Sodor fährt ein die blaue Tenderlok Thomas, bitte nicht über ihre Gesichter wundern.“

Stimmt es, dass Thomas, die kleine Lokomotive von einem Pfarrer erfunden wurde?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Das stimmt. Die Figur stammt aus der Railway Series des britischen Pfarrers Wilbert Awdry, der die ersten Geschichten 1943 für seinen kranken Sohn erfand und 1945 veröffentlichte.

Eine blaue Tenderlok mit freundlichem Gesicht kennen Kinder in vielen Ländern.

Weniger bekannt ist, wer sich die kleine Lokomotive ausgedacht hat.

Ob hinter Thomas wirklich ein Pfarrer steckt, zeigt dieser Mythos-Check.

Thomas at the Nene Valley Railway
Foto: Acather96, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1945

erstes Buch

The Three Railway Engines eröffnet die Railway Series

42

Bände

26 von Wilbert Awdry, 16 von seinem Sohn Christopher

1984

ITV

Start der Fernsehserie mit fahrenden Modellen

Die ursprüngliche Fernsehserie endete 2021 nach 24 Staffeln.

Ein Pfarrer mit Liebe zur Eisenbahn

Wilbert Vere Awdry war ein britischer Pfarrer, Eisenbahnfreund und Kinderbuchautor.

Bekannt wurde er als Reverend W. Awdry, der Schöpfer der Railway Series.

Diese Buchreihe ist die literarische Vorlage der Fernsehserie Thomas, die kleine Lokomotive.

Awdry wurde am 15. Juni 1911 im Pfarrhaus von Ampfield in England geboren.

Schon sein Vater Vere Awdry war dort Pfarrer.

Thomas the Tank Engine at Wansford station on the Nene Valley Railway ge
Foto: Paul Bryan, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Eine Kindheit am Tunnel

Ab seinem neunten Lebensjahr lebte die Familie in Box in einem Haus nahe einem Eisenbahntunnel der Great Western Railway.

Im Jahr 1932 schloss er seine Ausbildung in Oxford ab, wo er auch ein Diplom in Theologie erhielt.

Ab 1933 unterrichtete er an einer Schule in Jerusalem, 1936 wurde er in England Priester.

Im Jahr 1938 heiratete er Margaret Wale.

Als Pfarrer arbeitete er unter anderem in Birmingham und ab 1953 in Emneth.

Im Jahr 1965 zog er nach Stroud, wo er am 21. März 1997 starb.

Gut zu wissen

Awdry schrieb nach eigenen Worten nicht direkt für Kinder, sondern für die Menschen, die die Geschichten immer wieder vorlesen mussten. Deshalb legte er großen Wert auf Genauigkeit.

Die Railway Series erschien zunächst bei Edmund Ward, später bei Kaye & Ward und seit 1998 bei Egmont Publishing. 1995 erschien mit The Thomas the Tank Engine Man eine Biografie über Awdry.

Geschichten für einen kranken Sohn

Im Jahr 1943 erfand Awdry Geschichten, um seinen kranken zweijährigen Sohn Christopher zu unterhalten.

Daraus entstand 1945 das erste Buch der Railway Series mit dem Titel The Three Railway Engines.

Die Bücher waren so erfolgreich, dass Awdry bis 1972 fast jedes Jahr ein neues schrieb.

Insgesamt verfasste er 26 Bände der Reihe.

Anfangs waren die Geschichten vor allem Gutenachtgeschichten, später rückten Abläufe und Geschichte der Eisenbahn immer stärker in den Vordergrund.

Echte Bahnen als Vorlage

Fast alle Geschichten der Reihe beruhen auf Ereignissen, die sich auf echten Eisenbahnen zugetragen haben.

Auch die Lokomotiven und anderen Maschinen haben reale Vorbilder.

Der Zeichner Reginald Payne stellte Thomas als Lok der Bauart E2 der London, Brighton and South Coast Railway dar, und so sieht er bis heute aus.

Awdry wollte seine Geschichten möglichst realistisch und nicht zu kindisch erzählen.

Seine Loks sollten sich eher wie echte Menschen verhalten als wie gute Vorbilder.

Die Insel Sodor

Die Geschichten spielen auf den Eisenbahnen der erfundenen Insel Sodor.

Nach dem 26. Buch setzte Awdrys Sohn Christopher die Reihe fort.

Von 1983 bis 2011 brachte er 16 weitere Bände heraus.

Den Abschluss bildete 2011 das Buch Thomas and his Friends.

Insgesamt umfasst die Railway Series damit 42 Bände.

Ein Fernsehpatzer im Jahr 1953

Schon 1953 wollte die BBC zwei Geschichten aus dem ersten Buch im Fernsehen zeigen.

Dafür wurden Modellbahnen der Spur 00 von Hornby live aus einem Studio gesendet.

Während der Geschichte The Sad Story of Henry entgleiste eine Lok, und eine Hand war zu sehen, die sie wieder aufs Gleis setzte.

Awdry sah die Sendung und beschwerte sich über den unsanften Umgang mit den Modellen.

Awdry nannte die Entgleisung einen elementaren Fehler.

Die zweite Geschichte wurde daraufhin abgesagt, eine Aufzeichnung der Live-Sendung gibt es nicht.

Thomas kommt ins Fernsehen

Im Jahr 1979 schlug die Produzentin Britt Allcroft bei einem Interview mit Awdry auf der Museumsbahn Bluebell Railway eine Fernsehserie vor.

Nach zwei Jahren mit Versuchen setzte sich eine Umsetzung mit echten, fahrenden Modellen durch.

Der Pilotfilm Down the Mine wurde im April 1983 dem Sender ITV vorgestellt.

Im Oktober 1984 lief die erste Staffel an, erzählt in den ersten beiden Staffeln von Ringo Starr.

Die erste Staffel hielt sich eng an die ersten acht Bücher der Railway Series.

Die ursprüngliche Serie endete 2021 nach 24 Staffeln, seitdem folgten Neuauflagen.

Vom Musical bis zur Neuauflage

Auch der Komponist Andrew Lloyd Webber plante 1973 eine Zeichentrickserie nach den Büchern, die er als Kind gelesen hatte.

Aus dem Plan wurde nichts, doch 1977 nannte er seine Firma Really Useful Group, eine Anspielung auf die sehr nützlichen Loks aus den Büchern.

Seine Ideen für die Serie verarbeitete er bis 1984 zum Musical Starlight Express.

Von 2021 bis 2025 lief die Zeichentrickserie Alle Maschinen los.

Im September 2026 startet mit Eisenbahngeschichten eine neue Serie in 3D.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Thomas, die kleine Lokomotive geht auf die Railway Series des britischen Pfarrers Wilbert Awdry zurück.

Er erfand die ersten Geschichten 1943 für seinen kranken Sohn und veröffentlichte sie ab 1945.

Fast alle Geschichten und Lokomotiven haben Vorbilder bei echten Eisenbahnen, Thomas selbst ähnelt einer britischen Tenderlok der Bauart E2.

Aus den Büchern eines Eisenbahn liebenden Pfarrers wurde so eine weltbekannte Fernsehserie.

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Häufige Fragen

Wer hat Thomas, die kleine Lokomotive erfunden?
Der britische Pfarrer Wilbert Awdry, der die Geschichten ab 1943 für seinen kranken Sohn Christopher erfand.
Wann erschien das erste Buch?
Im Jahr 1945 unter dem Titel The Three Railway Engines.
Hat Thomas ein echtes Vorbild?
Thomas wurde als Tenderlok der Bauart E2 der London, Brighton and South Coast Railway gezeichnet, auch die anderen Loks haben reale Vorbilder.
Wie viele Bücher gibt es?
Die Railway Series umfasst 42 Bände, 26 von Wilbert Awdry und 16 von seinem Sohn Christopher.
Seit wann läuft die Fernsehserie?
Seit Oktober 1984, zuerst beim britischen Sender ITV.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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