Zahlen, bitte!
„Bitte gut festhalten, diese Bahn fährt gleich den steilsten Straßenbahnberg Deutschlands hinunter.“
Wie lang ist das Augsburger Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Augsburger Straßenbahnnetz ist etwa 50 Kilometer lang und wird von fünf Linien befahren. Jährlich nutzen es etwa 61 Millionen Fahrgäste.
In Augsburg ist die Straßenbahn das Rückgrat des Nahverkehrs.
Sie begann 1881 als Pferdebahn und wäre in den 1970er Jahren beinahe verschwunden.
Wie groß ihr Netz heute ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
ca. 50 km
Streckennetz
Meterspur
61 Mio.
Fahrgäste pro Jahr
etwa
11 %
Gefälle am Perlachberg
nur bergab befahren
Die Straßenbahn Augsburg ist nach München das zweitgrößte Straßenbahnsystem in Bayern.
Etwa 50 Kilometer Netz
Das meterspurige Augsburger Straßenbahnnetz ist etwa 50 Kilometer lang.
Fünf reguläre Linien fahren darauf, betrieben von der Augsburger Verkehrsgesellschaft.
Damit ist es nach München das zweitgrößte Straßenbahnsystem Bayerns, noch vor Nürnberg und Würzburg.
Jährlich befördert die Augsburger Straßenbahn etwa 61 Millionen Fahrgäste.

Viermal über die Stadtgrenze
An vier Stellen überquert die Straßenbahn die Augsburger Stadtgrenze.
Seit 1947 fährt sie nach Stadtbergen, seit 2010 nach Friedberg und seit 2021 nach Königsbrunn.
Königsbrunn galt lange als bevölkerungsreichste Gemeinde Bayerns ohne Schienenverkehr.
Die im Herbst 2019 begonnene Verlängerung der Linie 3 bis ins Zentrum von Königsbrunn wurde 2021 fertiggestellt.
Gut zu wissen
Das Augsburger Straßenbahnnetz ist etwa 50 Kilometer lang und hat fünf reguläre Linien. Es reicht bis Stadtbergen, Friedberg und Königsbrunn.
Die Straßenbahn fuhr ab 1881 als Pferdebahn und seit 1898 elektrisch in Meterspur. Der Perlachberg mit elf Prozent Gefälle gilt als steilste Straßenbahnstrecke Deutschlands.
Sonderlinien für Fußball und Messe
Neben den fünf regulären Linien gibt es zwei Sonderlinien.
Die Linie 8 fährt zu Fußballspielen in der WWK Arena.
Die Linie 9 bringt Besucher zu Großveranstaltungen in der Messe Augsburg.
Muss einmal ein Bus die Bahn ersetzen, trägt er ein B vor der Liniennummer.
Alle fünf Minuten eine Bahn
Am 1. Oktober 1990 führte Augsburg auf den Linien 1, 2 und 4 werktags den Fünf-Minuten-Takt ein.
Bis zur Corona-Pandemie 2020 fuhren alle Linien montags bis freitags morgens alle fünf Minuten, mittags alle sechs und sonst alle siebeneinhalb Minuten.
Nach der Pandemie wurde der Fünf-Minuten-Takt nur auf der Linie 3 teilweise wieder aufgenommen.
Dort soll er in den Semestern mehr Platz für Studierende schaffen.
Eine Konzession vom König
König Ludwig II. von Bayern erteilte 1880 im Schloss Linderhof die Konzession für eine Pferdebahn in Augsburg.
Am 19. November 1880 wurde die Augsburger Trambahn AG mit einem Grundkapital von 1,25 Millionen Mark gegründet.
Am 8. Mai 1881 fuhr die erste Pferdebahn zwischen Perlach und dem Hauptbahnhof, damals noch in Normalspur.
Noch im selben Jahr kamen 16 weitere Kilometer mit insgesamt sechs Linien hinzu, die durch Signalfarben unterschieden wurden.
Dampf für die Ausstellung
Für die Schwäbische Kreisausstellung 1886 wollte die Trambahn mehr Fahrgäste befördern.
Deshalb erprobte sie auf der Strecke vom Königsplatz nach Göggingen eine Dampfstraßenbahn.
Der Probebetrieb dauerte vom 12. September 1886 bis zum 15. Juni 1887.
Danach blieb es noch einige Jahre bei den Pferden.
Elektrisch und schmaler ab 1898
Ab 1895 testete die Nürnberger Firma Schuckert & Co. eine elektrische Strecke in Meterspur.
Am 1. September 1898 begann der elektrische Regelbetrieb, am Tag zuvor war die letzte Pferdebahn gefahren.
Der Großteil des Netzes wurde dabei auf 1000 Millimeter Spurweite umgebaut.
Zum Zeitpunkt der Elektrifizierung wuchs das Netz von 12,3 auf 14,37 Kilometer.
Beinahe eingestellt
In den Jahren 1973 bis 1976 erwogen die Stadtwerke Augsburg, die Straßenbahn ganz einzustellen.
Zugleich trennten sie sich von den personalintensiven Zügen mit Beiwagen.
Dafür kauften sie gebrauchte Gelenkwagen der gerade stillgelegten Straßenbahn Aachen.
So konnten die letzten Schaffner eingespart werden, und die Straßenbahn blieb am Ende erhalten.
Die Trendwende nach 1990
In den 1990er Jahren wurde die Straßenbahn Schritt für Schritt attraktiver gemacht.
Am 10. September 1994 ging die Verlängerung der Linie 1 zum neuen Ostfriedhof in Betrieb.
Am 27. April 1996 folgte die neue Linie 3 zur Inninger Straße.
Wegen des Fahrgastzuwachses mussten kurzfristig sogar gebrauchte Wagen aus Stuttgart beschafft werden.
Niederflur und Klimaanlage
1993 begann in Augsburg das Niederflurzeitalter mit einem Versuchswagen vom Typ GT6.
Für die neue Linie 3 wurden elf Niederflurwagen desselben Typs bestellt.
Im Jahr 2000 kamen die ersten Wagen mit ausfahrbarer Rampe für Rollstühle, 2009 mit dem Typ CityFlex die ersten mit Klimaanlage für die Fahrgäste.
Die Bahnsteige vieler Haltestellen sind 52 Meter lang, mindestens aber 42 Meter.
Der steilste Straßenbahnberg
Die Linie 1 fährt über den Perlachberg in der Altstadt.
Mit einem Gefälle von elf Prozent zählt er zur steilsten Strecke, die eine deutsche Straßenbahn befährt.
Die Bahnen fahren diesen Abschnitt allerdings nur bergab.
Gleichauf lag nur die frühere Straßenbahn in Neunkirchen, die ihren steilsten Abschnitt in beide Richtungen befuhr.
Tunnel unter dem Hauptbahnhof
Unter dem Augsburger Hauptbahnhof ist ein Straßenbahntunnel mit Haltestelle und unterirdischer Wendeschleife entstanden.
Die Fertigstellung war ursprünglich für 2019 geplant und verschiebt sich auf frühestens 2026.
Zuerst sollen dort die Linien 3 und 4 halten, die Linie 6 soll frühestens ab 2027 weiter in Richtung Stadtbergen fahren.
Die Angaben zum genauen Zeitplan des Anschlussstücks unterscheiden sich, mit den Hauptbauarbeiten wurde im Juli 2026 begonnen.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
