Zahlen, bitte!
„Willkommen in Milano Centrale, 24 Gleise unter einer Halle von 341 Metern Länge.“
Wie groß ist die Halle von Milano Centrale?
→ Ein Bahnhof in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Bahnsteighalle von Milano Centrale ist 341 Meter lang und 66.500 Quadratmeter groß. Davor steht ein Empfangsgebäude, das 200 Meter breit und 72 Meter hoch ist.
Milano Centrale in Mailand ist ein Kopfbahnhof und einer der wichtigsten Bahnhöfe im europäischen Verkehrsnetz.
Sein riesiges Empfangsgebäude und die stählerne Halle dahinter entstanden in einer Bauzeit von fast drei Jahrzehnten.
Wie groß die Halle ist und wie lange der Bau dauerte, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
341 m
Länge der Bahnsteighalle
66.500 Quadratmeter Fläche
72 m
Höhe des Empfangsgebäudes
bei 200 Metern Breite
320.000
Fahrgäste pro Tag
auf 24 Gleisen
Eingeweiht wurde der Bahnhof am 1. Juli 1931.
341 Meter Stahl und Glas
Die Bahnsteighalle von Milano Centrale ist 341 Meter lang.
Zusammen bedeckt sie eine Fläche von 66.500 Quadratmetern.
Entworfen wurde die stählerne Halle von Alberto Fava.
Sie gehörte zu den ersten Veränderungen an den ursprünglichen Plänen, die den Bahnhof immer größer werden ließen.

200 Meter breit und 72 Meter hoch
Vor der Halle steht das Empfangsgebäude, das 200 Meter breit und 72 Meter hoch ist.
Sein Architekt war Ulisse Stacchini, der im Jahr 1912 den Architekturwettbewerb gewann.
Als Vorbild für seine Planung diente die Union Station in Washington.
Der Stil mischt Elemente der römischen und klassizistischen Monumentalbaukunst mit Formen aus Jugendstil und Art déco.
Gut zu wissen
Im Jahr 2018 widmete der Sender arte dem Bahnhof eine eigene Folge der Dokumentarreihe Bahnhofskathedralen. Schon 1991 war ein Dokumentarfilm über die Stazione Centrale für die Reihe Bahnhöfe Europas erzählen Geschichte(n) entstanden.
An der Gedenkstätte am Gleis 21 steht eine Wand mit den Namen der 774 Juden, die mit den ersten beiden Zügen nach Auschwitz gebracht wurden. Nur 27 von ihnen überlebten, darunter die Senatorin auf Lebenszeit Liliana Segre.
Ein Grundstein ohne Bauplan
Mailand brauchte einen neuen Hauptbahnhof, weil der alte Bahnhof aus dem Jahr 1864 den wachsenden Verkehr nicht mehr bewältigte.
Vor allem seit der Eröffnung des Simplontunnels im Jahr 1906 waren viel mehr Züge unterwegs.
König Vittorio Emanuele III. legte den Grundstein schon am 28. April 1906.
Einen genauen Bauplan gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht.
25 Jahre bis zur Eröffnung
Die eigentlichen Bauarbeiten begannen erst im Jahr 1913.
Wegen der Wirtschaftskrise, die der Erste Weltkrieg in Italien ausgelöst hatte, kam der Bau danach nur langsam voran.
Erst 1925 wurden die Arbeiten wieder richtig aufgenommen und zu Ende geführt.
Am 1. Juli 1931 wurde der Bahnhof eingeweiht, ganz fertig war er aber erst 1935.
Immer größer und prunkvoller
Anfangs war das Empfangsgebäude als einfacher Bau geplant.
Mit der Zeit wurde es immer komplexer und monumentaler.
Vor allem nachdem Benito Mussolini Premierminister geworden war, sollte das Gebäude die Stärke seines Regimes zeigen.
Bei seiner Fertigstellung galt der Stil schon als altmodisch und wurde als assyrisch-mailändisch verspottet.
24 Gleise und 500 Züge am Tag
Der Kopfbahnhof hat 24 Gleise.
Jeden Tag fahren hier etwa 500 Züge ab und an, vom Regionalzug bis zum Hochgeschwindigkeitszug.
Täglich nutzen rund 320.000 Fahrgäste den Bahnhof, im Jahr sind es insgesamt 120 Millionen.
Damit gehört Milano Centrale zu den großen Bahnhöfen Italiens, die unter dem Namen Grandi Stazioni geführt werden.
Direkt nach Paris und Sizilien
Von Milano Centrale fahren Fernzüge direkt unter anderem nach Paris, Frankfurt, Zürich, Rom, Neapel, Venedig und Bari.
Sogar bis nach Sizilien gibt es direkte Verbindungen.
Züge nach Wien und München starten dagegen am zweitgrößten Fernbahnhof der Stadt, Milano Porta Garibaldi.
Seit Mai 2018 halten auch die Züge des Trenitalia-Konkurrenten Nuovo Trasporto Viaggiatori auf ihrem Weg nach Venedig und Rom in Milano Centrale.
Ein Knoten für die ganze Stadt
Unter dem Bahnhof treffen sich die Linien 2 und 3 der Mailänder Metro.
Vor dem Gebäude halten zahlreiche Buslinien des städtischen Verkehrsbetriebs ATM und mehrere Linien der Mailänder Straßenbahn.
An die Vorortbahnen der Stadt ist der Bahnhof dagegen nicht angeschlossen.
Den Bereich rund um die Gleise dürfen nur Reisende mit gültiger Fahrkarte betreten.
Gleis 21
Auf einer tiefer gelegenen Gleisebene, die ursprünglich der Post diente, liegt das heutige Gleis 21.
Von dort wurden von Dezember 1943 bis Januar 1945 italienische Juden und politische Gefangene in 20 Zügen deportiert.
Von den 169 Menschen im ersten Zug, der am 6. Dezember 1943 nach Auschwitz-Birkenau fuhr, überlebten nur sechs.
Seit 2013 erinnert dort eine Gedenkstätte an die Opfer der Shoah, sie gilt als einer der wenigen fast vollständig erhaltenen Deportationsorte Europas.
Renoviert seit 2005
Seit August 2005 wird der Bahnhof von der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato umfassend renoviert.
Die Staatsbahn betreibt die dreizehn großen Hauptbahnhöfe Italiens.
Im Jahr 2010 wurde der Bahnhof nach der heiligen Franziska Xaveria Cabrini benannt.
Auf den Schildern und im Fahrplan heißt er aber bis heute einfach Milano Centrale.
Ein Vergleich mit Florenz
Andere große Bahnhöfe Italiens wurden zur selben Zeit schon deutlich moderner gebaut.
Ein Beispiel ist der Bahnhof Santa Maria Novella in Florenz.
Milano Centrale entsprach mit seinen schweren Formen dagegen noch dem Geschmack der damaligen Machthaber.
Von der Grundsteinlegung im Jahr 1906 bis zur Vollendung im Jahr 1935 vergingen damit fast drei Jahrzehnte.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
