Zahlen, bitte!
„Zwischen Mainz, Homburg an der Saar und Osterburken verbindet eine einzige S-Bahn gleich vier Bundesländer.“
Wie groß ist das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der S-Bahn Rhein-Neckar ist rund 603 Kilometer lang. Es reicht von Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen aus bis nach Hessen und ins Saarland.
Die S-Bahn Rhein-Neckar ist das Rückgrat des Nahverkehrs auf der Schiene in der Metropolregion Rhein-Neckar.
Ihr Mittelpunkt ist der Ballungsraum um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen am Rhein.
Wie weit ihre Linien reichen und wie groß das Netz geworden ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
603 km
Streckennetz
in vier Bundesländern
120
Stationen
davon 15 Fernbahnhöfe
75.000
Fahrgäste pro Tag
im Durchschnitt täglich
Jährlich legen die Züge rund 7,5 Millionen Zugkilometer zurück.
Rund 603 Kilometer
Das Liniennetz der S-Bahn Rhein-Neckar ist rund 603 Kilometer lang.
Damit gehört es zu den größten S-Bahn-Netzen in Deutschland und ist fast dreimal so lang wie das Netz der S-Bahn Stuttgart mit 215 Kilometern.
Der Kernbereich liegt in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen.
Mit dem Endpunkt Homburg berührt das Netz sogar das Saarland.

Sechs Verbünde, ein Netz
Betrieben wird die S-Bahn Rhein-Neckar von DB Regio Mitte.
Der Verkehr ist komplett in Verkehrsverbünde eingebunden, und zwar gleich in sechs verschiedene.
Neben dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar gehören dazu unter anderem der Karlsruher und der Rhein-Main-Verkehrsverbund.
Auch der Saarländische Verkehrsverbund und der Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund sind beteiligt.
Gut zu wissen
Der Vertrag für die Linien S1 bis S4 und S33 läuft von Dezember 2016 bis Dezember 2033 und umfasst rund 8 Millionen Zugkilometer im Jahr. Ein Viertel der Züge soll dabei mit Zugbegleitern besetzt sein, in Rheinland-Pfalz ab 19 Uhr sogar alle.
Die Züge der Baureihe 425 haben eine Toilette an Bord und eine Fußbodenhöhe von 78 Zentimetern. Mit Klapptritten gelingt der Einstieg vom Bahnsteig ohne Stufe.
Die Stammstrecke am Rhein
Vier Linien fahren gebündelt auf dem Abschnitt von Schifferstadt über Ludwigshafen und Mannheim bis nach Heidelberg.
Auf dieser Stammstrecke folgen die Züge deshalb dichter aufeinander als im übrigen Netz.
Wochentags gilt sonst ein Grundtakt von 30 oder 60 Minuten.
Die S-Bahn teilt sich die Gleise dabei mit Regionalzügen, Fernzügen und Güterzügen.
Von Mainz bis Osterburken
Jenseits der Stammstrecke fahren die Züge auf mehreren Ästen bis weit ins Umland.
Endpunkte sind unter anderem Homburg an der Saar, Osterburken, Karlsruhe und Germersheim.
Weitere Linien enden in Eppingen, Aglasterhausen, Mainz, Bensheim und Groß-Rohrheim.
Zwischen Hochspeyer und Homburg gilt für die Fahrgäste sogar ein eigener Übergangstarif zwischen Westpfalz und Saarland.
Zwölf Linien und 120 Stationen
Nach aktuellem Stand fahren auf dem Netz zwölf Linien.
Sie bedienen zusammen 120 Stationen, von denen 15 zugleich Halte des Fernverkehrs sind.
Täglich nutzen etwa 75.000 Fahrgäste die S-Bahn Rhein-Neckar.
Im Jahr legen die Züge zusammen rund 7,5 Millionen Zugkilometer zurück.
Ein Plan aus dem Jahr 1973
Schon 1973 gründeten die Bundesbahn, die Bundespost und die Städte Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg die Nahverkehrsgemeinschaft Rhein-Neckar.
Ein Ziel war eine S-Bahn für die Region, deren Start man damals für 1977 erwartete.
Machbarkeitsstudien, die Wiedervereinigung und die Bahnreform verzögerten die Pläne jedoch um viele Jahre.
Erst im März 1996 unterzeichneten die drei Länder, die Bahn und der Verkehrsverbund einen Bau- und Finanzierungsvertrag.
Start im Dezember 2003
Nach einer europaweiten Ausschreibung ging der Betrieb für zwölf Jahre an DB Regio.
Die S-Bahn startete mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003.
Allein die Baumaßnahmen kosteten rund 260 Millionen Euro.
Für neue Fahrzeuge kamen noch einmal 190 Millionen Euro hinzu.
Vorbereitet wurden die Strecken und Bahnhöfe dafür bereits ab dem Jahr 2001.
Eine neue Rheinbrücke
Für mehr Kapazität entstand eine zusätzliche Rheinbrücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen.
Der Bahnhof Ludwigshafen Mitte am Berliner Platz wurde komplett neu gebaut, und am Ludwigshafener Hauptbahnhof entstand eine eigene S-Bahn-Werkstatt.
Für den Fernverkehr wurde eine Neubaustrecke gebaut, die den Bahnhof Schifferstadt umfährt.
Die Bahnsteige an den S-Bahn-Strecken wurden auf 76 Zentimeter erhöht und bekamen barrierefreie Zugänge.
Drei Halte für die BASF
Seit Dezember 2018 ist das Werksgelände der BASF in Ludwigshafen mit drei eigenen Haltepunkten angebunden.
Sie heißen BASF Nord, BASF Mitte und BASF Süd.
Dafür wurde die Strecke ausgebaut und mit einer Oberleitung versehen.
Die Züge dorthin fahren unter der Linienbezeichnung S44.
Schon ab Dezember 2017 fuhren im Rahmen des neuen Verkehrsvertrags eigene Pendlerzüge zur BASF.
Mehr Platz in Mannheim
Am Mannheimer Hauptbahnhof mussten sich oft zwei Züge ein Gleis teilen.
Deshalb wurde ab September 2014 der neue Bahnsteig F mit den Gleisen 11 und 12 gebaut.
Am 14. Juni 2015 gingen außerdem die neuen Haltepunkte Dienheim und Frankenthal Süd in Betrieb.
Seit Dezember 2022 fahren die Züge von Mannheim über Biblis nach Groß-Rohrheim als eigene Linie S8.
Von 40 auf 77 Züge
Zum Start fuhren 40 Triebzüge der Baureihe 425 auf den Linien.
Für den Vertrag ab Dezember 2016 wurde die Flotte auf 77 Fahrzeuge vergrößert und komplett erneuert.
Dafür kamen unter anderem Züge aus Hannover und Nordrhein-Westfalen in die Region.
Bis April 2018 wurden 14 weitere Fahrzeuge umgebaut, und inzwischen fahren auf einigen Linien auch neue Züge der Baureihe 463.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
