Sollte der Ausbau der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel beschleunigt werden?

Standpunkt

„Die Schweiz hat ihre Alpentunnel längst fertig, und im Rheintal wird noch geplant.“

Sollte der Ausbau der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel beschleunigt werden?

→ Ein Standpunkt zum Rheintal.

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Worum es geht

Ja, dringend. Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Güterstrecken Europas, und ein Ausbau, der erst 2041 fertig wird, kommt Jahrzehnte zu spät.

Zwischen Karlsruhe und Basel rollen Tag und Nacht Züge auf einer der wichtigsten Bahnachsen Europas.

Schon seit den 1980er Jahren wird die Strecke ausgebaut, doch fertig ist sie noch lange nicht.

Die Frage ist, ob Deutschland beim Bau mehr Tempo machen sollte.

Rheintalbahn Blick Schliengen
Foto: Hoff1980, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Worum es geht

Parallel zur alten Rheintalbahn entsteht zwischen Karlsruhe und Basel eine Aus- und Neubaustrecke.

Sie soll Personen- und Güterverkehr voneinander trennen und so mehr Kapazität schaffen.

Im Fernverkehr soll die Reisezeit zwischen Karlsruhe und Basel um 31 Minuten sinken.

Die Strecke ist Teil des europäischen Korridors von Rotterdam nach Genua.

Rheintalbahn Blick Schliengen 2
Foto: Hoff1980, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Seit Jahrzehnten im Bau

Geplant wird das Projekt seit Mitte der 1980er Jahre.

Erste Abschnitte gingen ab 1993 in Betrieb.

Zwischen Rastatt-Süd und Offenburg liegen die neuen Gleise seit 2001 und 2004 direkt neben der alten Strecke.

Im Jahr 2012 kam der Katzenbergtunnel bei Basel hinzu.

Was noch fehlt

Wichtige Teile sind bis heute nicht fertig.

Dazu gehören der Tunnel Rastatt und der Tunnel Offenburg.

Auch die Güterzugstrecke von Offenburg nach Auggen mit einer Umfahrung von Freiburg fehlt noch.

Fertig sein soll das Gesamtprojekt nach einer Planung von 2021 erst im Jahr 2041.

Die Schweiz ist längst fertig

Die Schweiz hat ihre großen Alpentunnel am Gotthard und am Ceneri bereits 2016 und 2020 eröffnet.

Güterzüge könnten also schnell durch die Alpen fahren.

Doch nördlich von Basel treffen sie auf eine Strecke, die an vielen Stellen überlastet ist.

Deutschland hatte der Schweiz schon in den 1990er Jahren einen Ausbau der Zulaufstrecke zugesagt.

Die Umfahrung von Freiburg

Von Offenburg bis Buggingen soll eine neue Strecke entlang der Autobahn A 5 entstehen.

Sie soll vor allem Güterzüge weiträumig um Freiburg herumführen.

Die alte Strecke durch Freiburg wird dagegen für den Personenverkehr ausgebaut.

Zwischen Offenburg und Kenzingen soll sie 250 km/h und abschnittsweise vier Gleise bekommen.

Die Lehre aus Rastatt

Beim Bau des Tunnels Rastatt kam es im Jahr 2017 zu einem schweren Zwischenfall.

Die Gleise über der Baustelle senkten sich ab, und die Rheintalbahn musste für mehrere Wochen gesperrt werden.

Der Güterverkehr zwischen Nordsee und Italien war massiv gestört.

Der Vorfall zeigte, wie verletzlich diese wichtige Achse ist.

Mitsprache der Region

Im Rheintal haben sich viele Bürgerinitiativen gegen Lärm und für bessere Trassen eingesetzt.

Sie erreichten, dass Güterzüge an vielen Orten in Tunneln oder an der Autobahn entlang geführt werden.

Das hat die Planung verlängert, aber auch verbessert.

Heute gilt das Rheintal als Beispiel dafür, wie Beteiligung Projekte verändern kann.

Warum Tempo zählt

Jedes Jahr ohne fertigen Ausbau fahren mehr Güter auf der Straße.

Die Lastwagen verstopfen die A 5 und belasten die Menschen an der Autobahn.

Zugleich bremsen Güterzüge auf den alten Gleisen die Personenzüge aus.

Ein schnellerer Ausbau würde deshalb vielen helfen.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Pro und Contra

Dafür

+  Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Güterstrecken Europas.

+  Die Schweiz hat ihre Alpentunnel fertig, der deutsche Zulauf bremst den ganzen Korridor.

+  Deutschland hat den Ausbau schon vor Jahrzehnten zugesagt.

+  Fernzüge zwischen Karlsruhe und Basel würden rund eine halbe Stunde schneller.

+  Weniger Lastwagen würden die A 5 und die Anwohner entlasten.

+  Jede Störung wie in Rastatt zeigt, wie dringend eine zweite leistungsfähige Trasse ist.

Dagegen

−  Mehr Tempo darf nicht auf Kosten der Anwohner gehen, die lange für Lärmschutz gekämpft haben.

−  Beschleunigte Verfahren könnten Fehler in der Planung begünstigen.

−  Das Geld fehlt an anderer Stelle im Netz.

−  Tunnelbau braucht Zeit, wie Rastatt gezeigt hat.

−  Bauarbeiten an der laufenden Strecke führen zu weiteren Sperrungen.

−  Manche Abschnitte haben noch kein Baurecht, das lässt sich nicht beliebig beschleunigen.

Unterm Strich

Die Rheintalbahn zeigt exemplarisch, warum Bahnprojekte in Deutschland so lange dauern.

Dabei geht es hier nicht um irgendeine Strecke, sondern um die Hauptschlagader des Güterverkehrs zwischen Nordsee und Mittelmeer.

Die Region hat gute Lösungen erkämpft, jetzt müssen sie zügig gebaut werden.

Mit mehr Geld, mehr Personal in den Behörden und klaren Prioritäten ließe sich 2041 deutlich unterbieten.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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